Über 3.900 Teilnehmer sind insgesamt für die dreitägige Veranstaltung mit dem Motto „Treffpunkt Realität“ registriert. Über 200 Vorträge stehen auf dem Programm. Eine Ausstellung mit über 170 Partnern auf einer Fläche von 14.000 Quadratmetern rundet das Informationsangebot ab.
In der Keynote des DSAG-Vorstands am ersten Tag stand der Abgleich von Kundenerwartungen mit dem SAP-Produktportfolio. Aktuelle Forderungen der DSAG betreffen die Bereiche Technologie, Prozesse/Anwendungen, Branchen sowie Service & Support. Übergreifend fordert die DSAG Klarheit und Planungssicherheit, wie es mit SAP ERP und der SAP Business Suite weiter geht bzw. wie die Roadmap aussieht.
„Die DSAG begrüßt, dass SAP die Mainstream-Wartung von SAP ERP 6.0 sowie den anderen Komponenten der SAP Business Suite 7.0 bis 2020 verlängert. Damit erhalten Anwender die gewünschte Planungs- und Investitionssicherheit. SAP hat die Forderungen der DSAG aufgenommen und ist diesen in zwei wichtigen Punkten nachgekommen: Auf der anderen Seite sollen Innovationen, Verbesserungen und Weiterentwicklungen nun durch ein geändertes Auslieferungsverfahren von SAP schneller und häufiger zum Kunden kommen“, so Prof. Dr. Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V.
Technologie
Der Bereich Technologie erwartet konkrete Antworten darauf, wie die SAP-Technologie-Plattformen erneuert werden können, um die IT-Komplexität weiter zu verringern. Beim Stichwort mobile Infrastruktur wäre es wichtig zu erfahren, wie entsprechende Lösungen ohne großen Aufwand einsetzbar sind. Und in Bezug auf die In-Memory-Technologie muss sich zeigen, ob es sich „nur“ um ein Tool oder einen Paradigmenwechsel handelt.
Prozesse/Anwendungen
Den Blick nach vorn richtet auch das Ressort Prozesse und Anwendungen. Mit dem Fokus, die Einflussnahme im Entwicklungsprozess bei Verbesserungen (Improvements) und Weiterentwicklungen (Innovations) bei bestehenden und neuen IT-Lösungen zu einem kontinuierlichen Prozess zwischen DSAG und SAP auszubauen. Ein Beispiel dafür ist das Thema E-Bilanz. Hier besteht derzeit Handlungsbedarf hinsichtlich benötigter Funktionalität und in welcher Form und in welchem Rahmen diese ins SAP-Produktportfolio eingebaut werden soll.
Service & Support
Im Ressort Service & Support ist die Erneuerung des CCC/CCoE-Programms (Customer Competence Center of Expertise) von zentraler Bedeutung, mit dem Ziel, Prozesse in der Zusammenarbeit zwischen SAP und Kundenorganisation zu verbessern. Zudem wird auf Lizenzmodelle hingewirkt, die für die Kunden besser geeignet sind als das aktuelle. In diesem Zusammenhang wird besonderer Wert darauf gelegt, dass Produkte, die sich in der Mainstream-Wartung befinden, die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Kunden sollten nicht zu Releasewechseln gezwungen werden, weil benötigte Funktionen mit einer neuen Lösung ausgeliefert werden.
Branchen
Konkrete Anforderungen formuliert auch das Ressort Branchen. Zum einen wird Klarheit verlangt, ob die Branchenlösungen als Kerngeschäft von SAP fortbestehen werden. Zum anderen wurde die Forderung platziert, eindeutige Definitionen für ERP oder komponentenübergreifende Lösungen zu geben. Und nicht zuletzt soll der Einfluss der DSAG-Arbeitskreise im SAP-Eco-System über sogenannte Advisory Boards weiter gestärkt werden.
Österreich
Das Ressort Österreich arbeitet weiter daran, den CIO-Kreis und die DSAG-Arbeitsgruppen auf nationaler Ebene zu stärken. Dafür ist geplant, als DSAG in Österreich noch stärker präsent zu sein. Außerdem sollen nationale Entwicklungen, z. B. in den Bereichen Personalwirtschaft und Immobilien aufgegriffen werden, um den Weg von SAP vom Produktanbieter zum Lösungsanbieter zu unterstützen.
Schweiz
Das Ressort Schweiz hat im September 2011 ebenfalls einen CIO-Kreis gegründet. Als Fokusthemen für die erste Sitzung im Februar 2012 stehen die Wirtschaftlichkeit und Komplexität von SAP-Lösungen auf der Agenda. Darüber hinaus ist geplant, in 2012 spezielle DSAG-Thementage zu organisieren sowie verstärkt an Veranstaltungen der SAP (Schweiz) AG teilzunehmen.



1/2012
8/2011
7/2011


Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 