Das Open Government-Portal präsentiert analog dem Virtuellen Amt, für das E-Government-Angebot, die Aktivitäten zu Open Government sowie das Open Government Data (OGD)-Angebot der Stadt Wien.
Die Prinzipien und Ziele von Open Government lassen sich gut mit den Begriffen "Transparenz", "Partizipation" und "Zusammenarbeit" umschreiben. Durch diese Prinzipien soll das Vertrauen der Öffentlichkeit in Regierungshandeln gesichert, die Demokratie gestärkt sowie Effektivität und Effizienz der Verwaltung verbessert werden. Eine wichtige und stark diskutierte Zielsetzung ist auch die vermutete beziehungsweise erwartete Stimulierung der Wirtschaft durch Open Data.
In Österreich und besonders in Wien ist Open Government unter dem Gesichtspunkt der Verwaltungsmodernisierung zu sehen. Die Stadt Wien arbeitet an einer Strategie zur weiteren Öffnung von Verwaltungsdaten für die Bevölkerung und die Wirtschaft. Mit dem OGD-Katalog stehen Daten zudem in maschinen-lesbarer Form zum Download und zur Weiterverarbeitung zur Verfügung.
Das Open Government Data-Angebot der Stadt Wien
Mit der Öffnung der städtischen Daten setzt die Stadt einen weiteren wichtigen Schritt zur Umsetzung ihrer Open Government-Strategie. Das OGD-Angebot umfasste zum Start über 30 offene Datensätze aus den Bereichen Statistik, Budget und Inhalte aus dem wien.at-Stadtplan und wird laufend erweitert. Die Bereitstellung der Daten erfolgt über standardisierte, offene Formate wie csv oder WMS/WFS für Daten mit Geobezug. Damit wird eine maschinelle Weiterverarbeitung der Daten ermöglicht.
Die rechtliche Klärung der Weiterverwendung der Daten wird durch die Bereitstellung aller Daten unter einer Creative Commons Lizenz "cc-by" sichergestellt. Durch diese Lizenz wird eine denkbar breite Verwendung der Daten durch die Bevölkerung und die Wirtschaft ermöglicht. Diese Entscheidung wurde in Abstimmung mit den OGD-Verantwortlichen der Städte Linz und Salzburg getroffen.
Bei den Einträgen in den Katalog handelt es sich um Daten mit Georeferenzierungen, Statistiken sowie ersten Budgetdaten. Im Startpaket sind zum Beispiel Altstoffsammelstellen, Kindergärten, Kurzparkzonen oder Krankenhäuser als georeferenzierte Daten, eine Reihe von Bevölkerungsstatistiken sowie Daten zu Rechnungsabschluss und Finanzgebarung der Stadt zu finden.
Die Spielregeln für die NutzerInnen sind sehr einfach. Die ersten Erfahrungen mit dem seit wenigen Monaten zugängigen Datenmaterial sind sehr positiv. Bereits innerhalb kurzer Zeit sind aus den Wiener Daten eine Reihe von interessanten Anwendungen entstanden.
Offenes Forum und Kommunikationsplattform
Um bei der Öffnung weiterer Daten noch besser auf die Wünsche der Anwender eingehen zu können, lief bis Ende August 2011 eine Online-Umfrage. Hier wurden etwa Präferenzen für bestimmte Themenbereiche, denen die Daten zugehörig sein sollen, abgefragt, oder konkrete Vorhaben, die auf diesen Daten basieren.
Auf der Open Data-Seite gibt es außerdem ein offenes Forum. Dort können sich User mit Experten der Stadt austauschen und Fragen stellen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, über ein Kontaktformular mit der Stadt in Verbindung zu treten.
Für User, die das direkte Gespräch suchen, wird es regelmäßig Informationsveranstaltungen geben: Im Rahmen dieser Kommunikationsplattform kann sich die interessierte Community über den aktuellen Status der Open Government-Initiative und über den weiteren Ausbau des Open Data-Katalogs informieren.
Der Datenkatalog
Das Angebot des Datenkatalogs wird laufend ausgebaut. Das derzeitige Material umfasst:
- Bevölkerung: Statistische Datensätze zu Altersgruppen, Geburtsland, Geschlecht, Geburten, ...
- Budget: Ausgaben, Einnahmen, Rechnungsabschluss, ...
- Bildung: Kindergärten, Schulen, Büchereien, ...
- Freizeit: Schwimmbäder, Badestellen, Campingplätze, Radfahranlagen, ...
- Gesundheit: Krankenhäuser, Trinkbrunnen, ...
- Kultur: Museen, Veranstaltungen, ...
- Öffentliche Einrichtungen: Bürgerdienststellen, Friedhöfe, Polizei, WC-Anlagen, ...
- Soziales: Sozialmärkte, Wohn- und Pflegehäuser, ...
- Schnittstellen: Web Map Service, Web Feature Service, Veranstaltungsdatenbank, Stadtplan-Widget, ...
- Umwelt: Altstoffsammelstellen, Mistplätze, Problemstoffsammelstellen, ...
- Verkehr: Ampeln, Citybike, Kurzparken, Behindertenparkplätze, ...
- Verwaltungseinheiten: Bezirksgrenzen, ...
Über neue Datensätze kann man sich per Twitter http://twitter.com/ogdwien oder RSS Feed http://data.wien.gv.at/katalog/.indexR.xml informieren lassen.
Die Stadt Wien erhielt im Rahmen des von der PSI Alliance (www.psialliance.eu) ausgeschriebenen "PSI Alliance 5 Stars competition" einen Ehrenpreis für den Open Government Data-Katalog der Stadt (data.wien.gv.at).
Rolf Nordqvist, Vorsitzender der PSI Alliance, begründete diese überraschende Auszeichnung damit, dass Wien mit dem Open Government Data-Katalog nicht nur die Forderungen der Public Sector Information Richtlinie bestmöglich umgesetzt habe, sondern es überdies geschafft habe, die Initiative politisch fest zu verankern.
Das Wiener OGD-Portal sei außerdem sehr offen und transparent und unter Einbeziehung von "Socialmedia" sowie der OGD-Community gestaltet worden, so die lobenden Worte. Mag. Wolfgang Jörg, ViennaGIS-Koordinator der Stadt Wien, nahm den Preis im Auftrag des CIO der Stadt Wien, Herrn DI Johann Mittheisz, im Rahmen der jährlichen PSI Alliance Konferenz am 28. Juni in Brüssel entgegen.
Die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger freut sich sehr über diese Auszeichnung: "Es ist schön, dass wir mit unserem Open Data-Katalog nicht nur die Zustimmung der Community finden, sondern dass unsere Initiative auch international Anklang findet."
Das Bundeskanzleramt, die Städte Wien, Linz, Salzburg und Graz gründeten am 13. Juli 2011 gemeinsam die "Cooperation Open Government Data Österreich", kurz "Cooperation OGD Österreich".
Bund, Länder, Städte und Gemeinden wollen in Kooperation mit den Communities, Wissenschaft, Kultur und der Wirtschaft die Basis für die Zukunft von Open Government Data in Österreich legen. Durch die Einigung auf gemeinsame Standards sollen effektive Rahmenbedingungen geschaffen werden, die zum Nutzen aller Interessensgruppen sind.
In dieser Cooperation werden die Interessen von Ministerien, Ländern, Städten und Gemeinden vertreten, also all jener Akteure, die eine Open Government Data-Plattform betreiben, planen, erstellen oder sich daran beteiligen möchten. Das Bundeskanzleramt bildet die Verbindung zum Kompetenzzentrum Internetgesellschaft (KIG) und der Plattform Digitales Österreich.
Die Vereinbarungen und Ausarbeitungen von Arbeitsgruppen der Cooperation OGD Österreich werden in Referenzdokumenten der Kooperation "Bund-Länder-Städte-Gemeinden" (BLSG) dokumentiert und veröffentlicht.
Im Sinne der nationalen Sichtbarkeit und Transparenz soll ein österreichisches OGD-Portal als "Katalog" auf Basis der zu erarbeiteten Standards aufgebaut werden. Dieses Portal soll auch als möglicher Single Point of Contact im Abgleich mit europäischen Metaportalen dienen. Das Bundeskanzleramt wird diese Aktivität übernehmen und die dafür notwendigen Umsetzungsschritte prüfen. Es ist nicht Ziel, die Daten selbst in diesem Portal anzubieten.




1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 