Nur wenige Stunden nach dem Start von data.wien.gv.at veröffentlichte Robert Harm mit der "Toilet Map Vienna" die erste App auf Basis der Open Government Daten der Stadt Wien. Die "Toilet Map Vienna" übernimmt die Geokoordinaten des Datensatzes "Öffentliche WC-Anlagen - Standorte" und stellt diese in einem Augmented-Reality Browser (Layar beziehungsweise Wikitude) dar. Harm wollte mit seiner Anwendung zeigen, dass Open Data kein rein technisches Thema ist, sondern ein breites Spektrum umfasst - und hat damit gleichzeitig dafür gesorgt, dass man in Wien jetzt auch rasch für sehr grundlegende menschliche Bedürfnisse eine "Lösung" findet.
Unter "Augmented Reality" (erweiterte Realität) versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. So können etwa Zusatzinformationen oder virtuelle Objekte eingeblendet werden, die zusätzliche Informationen zur sichtbaren Realität liefern. Dazu meint Harm in seiner Projektbeschreibung auf www.open3.at: "Die Applikation stellt Geokoordinaten der 298 öffentlichen WCs auf dem Augmented-Reality-Browser Layar dar, der mittels Smartphone aufgerufen werden kann und abhängig vom aktuellen Standort die WCs in der Umgebung anzeigt. Eine Auswahl nach Kategorien (zum Beispiel WCs mit Behindertenkabine) ist ebenso möglich wie die Berechnung der Route via Google Maps".
So können über ein Smartphone abhängig vom aktuellen Standort die nächstgelegenen WCs angezeigt werden. Die Standorte können auch nach Kategorien gefiltert werden, zum Beispiel nur WCs mit Behindertenkabine. Die Augmented-Reality Apps Layar und Wikitude stehen zur Verfügung für: iPhone (Layar: ab 3GS, Wikitude: 3G), Android-Smartphones, Symbian-Smartphones (Nokia). http://data.wien.gv.at/apps/wc.html
Suchen und Finden
Eine ähnliche Anwendung ist Next.Wien von Sindre Wimberger, die abhängig vom Standort der Benutzerin oder des Benutzers das jeweils nächste Objekt im Umkreis angezeigt. Bei diesen Objekten kann es sich um diverse Infrastruktureinrichtungen handeln, wobei auch barrierefreie Einrichtungen wie WCs, Behindertenparkplätze oder Ampeln mit Akustikerkennung gefunden werden können. Die Umkreissuche basiert auf mehreren Inhalten der Open Government Daten der Stadt Wien. Die Web-App kann mit jedem (mobilen) Endgerät sinnvoll genutzt werden, das die Übermittlung des eigenen Standorts ermöglicht. http://data.wien.gv.at/apps/next.html
Die Web-App pocketAustria bietet für mobile Endgeräte eine einfache Suchmöglichkeit nach öffentlichen Einrichtungen (wie Kindergärten, Schulen oder Schwimmbäder) und Informationen zur Infrastruktur (wie Citybikes, Polizeistationen, ...). Die Inhalte sind thematisch gegliedert und nach Bezirken abrufbar. Der aktuelle Standort der Benutzerin oder des Benutzers wird für die Anzeige der Inhalte berücksichtigt. Auch hier werden als Datenbasis zahlreiche Datensätze von Open Government Data Wien verwendet. pocketAustria.at ist optimiert für mobile Browser auf Handys und PDAs. http://data.wien.gv.at/apps/pocketaustria.html
Speziell für Android-Mobilgeräte wurde die App OpenVienna entwickelt. Sie bietet eine einfache Möglichkeit, rasch die Standorte verschiedener Datensätze von Open Government Data abzufragen. Neben der Ausgabe der Adresse zu jedem Standort erfolgt auch eine Platzierung in einer Karte. http://data.wien.gv.at/apps/androidapp.html
Was ist los?
In Wien gibt es viele Veranstaltungen. Die iPhone und iPad App "ViennaEvents" verwendet die aktuellen Veranstaltungshinweise der wien.at-Veranstaltungsdatenbank. Tausende Events werden mit Beschreibung, Links und geografischer Verortung angeboten. Von Kunst, Kultur, Sport, Musik, Festen, Bällen oder Partys - alle Arten von Veranstaltungen können gefunden werden. Zusätzlich zur Filterung nach Kategorien kann auch im Umkreis nach nahegelegenen Veranstaltungen gesucht werden. Die Anwendung nutzt die Schnittstelle zu den Inhalten der Veranstaltungsdatenbank. Verfügbarkeit: Die Anwendung ist für iPhone, iPod touch und iPad verfügbar und erfordert iOS 3.1 oder neuer. http://data.wien.gv.at/apps/eventapp.html
Wer sich an einem heißen Sommertag im Schwimmbad abkühlen möchte, kann sich mit dem "Schwimmpreisrechner" den Weg zum nächsten städtischen Bad anzeigen lassen - und weiß auch gleich, was der Eintritt kostet. Die Web-App nimmt dabei auf den jeweiligen Standort der Benutzerin oder des Benutzers bezug. Die Reihung erfolgt nach dem Eintrittspreis. Zu jedem Bad sind neben den Preisinformationen ein Anfahrtsplan und ein Link auf die Webseite eingebunden. http://data.wien.gv.at/apps/schwimmpreisrechner.html
Mit Hilfe der App "Kurzparkzonen" weiß man dann auch gleich, ob man sich in einer Kurzparkzone befindet: Die App für iPhone und iPad zeigt die flächendeckenden Kurzparkzonen in Wien auf einer Karte an. Die aktuelle Position der Benutzerin beziehungsweise des Benutzers kann eingeblendet werden. Pro Bezirk kann die Parkdauer abgefragt werden. http://data.wien.gv.at/apps/kurzparken.html
Stadtbudget
Wer sich näher für die Finanzen der Stadt interessiert, kann Anwendungen wie den "Vienna Budget Data Visualization Sketch", eine Java-Applikation zu Hilfe nehmen http://data.wien.gv.at/apps/budget-koller.html oder sich mit der "Interaktive Budgetvisualisierung mit Google Motion Charts" befassen. Diese browserbasierte Anwendung von Open3, Autor Robert Harm, liefert eine interaktive Visualisierung der offenen Daten zum Budget der Stadt Wien. Die Daten zur Finanzgebarung und zum Rechnungsabschluss wurden in ein Google Spreadsheet übernommen und mittels der "Google Motion Charts" animiert. Die durch die Benutzerin oder den Benutzer steuerbaren Animationen zeigen die Entwicklung der Budgetposten im Verlauf der Jahre. http://data.wien.gv.at/apps/budget-harm.html
Das Java Applet "Vienna Budget Visualisation 2.0" bietet eine Visualisierung der Budgetdaten von Open Government Data Wien und stellt die Finanzgebarung der Stadt Wien im Jahresvergleich dar. Anhand einer Mittelachse werden pro Budgetposten Einnahmen und Ausgaben der Jahre 2006 bis 2009 gegenübergestellt. http://data.wien.gv.at/apps/finanzgebarung.html
Visualisierte Daten zur Wiener Bevölkerungsentwicklung bietet die Website www.datamaps.eu. http://data.wien.gv.at/apps/visualisierung-bevoelkerung.html
(Alle hier vorgestellte Anwendungen verwenden Daten, die von der Stadt Wien bereitgestellt werden. Die Anwendungen selbst wurden aber nicht von der Stadt Wien entwickelt.)




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8/2011
7/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 