Kitzbühel ist ein weltberühmter Wintersportort. Was liegt also näher, als in dieser Umgebung Geräte zu produzieren, die in der kalten Jahreszeit für Sicherheit auf allen Verkehrswegen sorgen. Seit über 60 Jahren fertigt die Toni Kahlbacher GmbH & Co. KG aber nicht nur Schneepflüge, Schneefräsen, Frässchleudern, Streugeräte, sondern auch Salzaufbereitungsanlagen, Hydraulikanlagen, Mähgeräte, Rammen, Kehrmaschinen und Fluggasttreppen für Flughäfen. Einen weiteren Produktionsstandort betreibt Kahlbacher im niederösterreichischen Amstetten. 140 Mitarbeiter arbeiten für den Winterdiensttechnik-Spezialisten.
Seit 2001 wird Kahlbacher von der abas-Business-Software unterstützt. Durch Upgrades immer auf dem neuesten Stand der Technik managt das ERP-System die unternehmensinternen und -übergreifenden Prozesse. Alle Funktionen der hochintegrierten Business-Software sind im Einsatz.
Hochintegriert und flexibel

Günter Kerzendorfer, IT-Leitung Toni Kahlbacher GmbH & Co. KG
IT-Leiter Kerzendorfer: "80% unserer Anpassungen machen wir selber. Die Software bietet hier viele Möglichkeiten. Eine eigene Scriptsprache beispielsweise, Zusatzdatenbanken oder Infosysteme stehen zur Verfügung." Kerzendorfer hat so einen eigenen Prozess zum Managen von Dokumenten erstellt. Beim Einscannen wird geprüft, ob bereits ein Dokument mit diesem Namen existiert, wenn nicht, wird automatisch ein Datensatz angelegt. Aktuell werden so im Jahr ca. 60.000 Dokumente erzeugt. Ausnahmen sind Formulare und Upgrades, um die kümmert sich der österreichische abas-Partner Nittmann&Pekoll.
Flexibilität ist Trumpf
Das ERP-System bei Kahlbacher muss Fertigungs-Prozesse ebenso abbilden können wie Prozesse im Handel. Kahlbacher bezieht Komponenten für Streuautomaten über Lieferanten und vertreibt sie in Österreich. Auch die Wartung, den kompletten Service und die Ersatzteilversorgung werden abgewickelt. Zusätzlich sind die Steuerparameter für Streuautomaten im ERP-System hinterlegt. Die Pflege der Daten erfolgt über die in der Software hinterlegte Werknummer.
In der Fertigung sind die Anforderungen an das ERP-System ebenfalls komplex: "Es gibt praktisch keinen gleichen Schneepflug", führt Günter Kerzendorfer aus, "viele verschiedene Trägerfahrzeuge und unterschiedliche Anforderungen unserer Kunden bedingen eine variantenbezogene Fertigung. Natürlich existieren gewisse Normen, vieles ist jedoch individuell." Die Varianten werden bei Kahlbacher in die Stückliste integriert. Das Unternehmen fertigt in der Regel Einzelstücke auf Kundenwunsch - aber auch Kleinserien, wie zum Beispiel für die deutsche Bundeshauptstadt Berlin. Fast alle Berliner Schneepflüge kommen aus Kitzbühel und Amstetten. Aufbauend auf einem Basismodell kann die in der Software hinterlegte Stückliste geöffnet und modifiziert werden. Im Kundenauftrag wird das Gerät dann quasi anhand der Kundenwünsche zusammengestellt, an die Disposition gemeldet und anschließend produziert. Stücklisten disponiert Kahlbacher gemeinsam. Das vereinfacht die Losbildung, verbessert die Produktionsabläufe und optimiert den Lagerbestand. Über eine Zusatzdatenbank werden Störungen bei der Fertigung einzelner Geräte automatisch an den Vertrieb gemeldet. Der kann dann die Kunden auf Knopfdruck über die Lieferbereitschaft informieren.
Generell verzeichnet Kahlbacher eine gestiegene Transparenz, da alle Bereiche im Unternehmen einen direkten Zugang zu den hinterlegten Informationen haben. Günter Kerzendorfer: "Jeder kann im System nachschauen, zum Beispiel sieht die Arbeitsvorbereitung sofort, was an Aufträgen ansteht. In Kitzbühel werden Komponenten gefertigt, die in Amstetten verbaut werden. Das ERP-System informiert mich jederzeit über verfügbare Personal- und Maschinenkapazitäten. Amstetten greift auf Lager in Kitzbühel und Kitzbühel auf Lager in Amstetten zu, über Umlagerungsvorschläge werden der Lagerbestand und die Lagerumschlaghäufigkeit ständig optimiert." Kahlbacher hat seit Einführung seiner ERP-Software schon viele Re- und Umstrukturierungen in ihr abgebildet.
IT-Leiter Kerzendorfer: "Die Flexibilität unserer ERP-Software fasziniert mich immer wieder auf´s Neue. Ein Beispiel: Wir haben eine eigene Vertriebsfirma gegründet. Die veränderten Unternehmensstrukturen konnten innerhalb eines Tages in einem neuen Mandanten abgebildet werden." Kahlbacher hat mit der abas-Business-Software auch seine Ersatzteilversorgung optimiert. Zum Beispiel über Konsignationslager, die automatisch von den Herstellern der Geräte die Kahlbacher vertreibt, bestückt werden. Die Partner können im ERP-System auf ihren Lagerbestand zugreifen. Auch der Außendienst ist via VPN mit abas-ERP verbunden und kann dort Vertriebsdaten, Lieferinformationen und Vereinbarungen mit Kunden abrufen. Vorteil eines integrierten Systems ist, dass der Innendienst die Informationen ebenfalls sofort einsehen und weiterverarbeiten kann.Effizienz gestiegen
Zu den von Kahlbacher mit der Business-Software erzielten Effekten führt IT-Leiter Kerzendorfer aus: "Wir haben dank abas-ERP bessere Durchlaufzeiten in der Produktion realisiert. Wir fertigen heute mit weniger Leuten mehr Geräte. Die Planung und Disposition konnte stark vereinfacht werden, was Zeit einspart und die für größere Planungssicherheit sorgt. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und die Flexibilität der Software haben es uns erlaubt, fast alle IT-Inseln aufzulösen. Damit gibt es so gut wie keine Fehler mehr beim Übertragen der Daten, auch hier konnte eine erhebliche Zeitersparnis realisiert werden. Durch die hohe Integration des IT-Systems ist die Transparenz und Auskunftsfähigkeit deutlich gestiegen."
Evolutionäre Weiterentwicklung durch Upgrades
"Das Einspielen eines Upgrades der abas-Business-Software ist absolut unproblematisch," so Günter Kerzendorfer, " in der Regel genügt ein Anruf beim abas-Partner Nittmann & Pekoll, dass wir heute Abend auf die neue Version der abas-Business-Software upgraden wollen. Irgendwann in der Nacht kommt dann eine E-Mail, dass das Upgrade durchgeführt wurde. Natürlich haben ausgewählte Key-User aus unserem Haus die neue Version vor dem eigentlichen Einspielen auf einem eigenen Testmandanten ausgiebig ausprobiert. Der Vorteil an diesem Upgradeverfahren ist, dass unsere Zusatzdatenbanken und alle gemachten Modifikationen nach dem Upgrade erhalten bleiben. Die Anwender können das ERP-System nach dem Einspielen wie gewohnt bedienen und erhalten zusätzlich neue Funktionen, die ihnen ihre tägliche Arbeit erleichtern. Dementsprechend hoch ist auch die Akzeptanz der Software bei den Mitarbeitern. Wir setzen die abas-Business-Software seit 10 Jahren ein und werden es auch in den nächsten 20 Jahren einsetzen. Wir wollen nicht wechseln."





1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 