Zeitarbeiter zu integrieren und nicht als Mitarbeiter zweiter Klasse zu behandeln, ist das Gebot der Stunde. Darin waren sich die Diskutanten der Podiumsdiskussion zum Thema „Employer Branding auf Zeit? Arbeitgeber- und Mitarbeiterloyalität in Zeiten steigender Zeitarbeit“ im Wiener Mediatower einig.
Es diskutierten auf Einladung des Industrie Marketing Verbands Österreich und des Automationsunternehmens Festo: Karin Krobath, Partnerin Agentur Identitäter; Alf Netek, Marketingleitung Kapsch AG; Erich Pichorner, Geschäftsführer Manpower; Alberto Gorla, Manpower/dzt. Constantia Packaging; Wolfgang Springer, Betriebsrat Siemens Österreich und Hermann Studnitzka, Leiter Festo Didactic.
Wichtig für gelungenes Employer Branding sind laut den Diskutanten dabei nicht die Hochglanzbroschüren in schöner Marketingsprache, sondern der tagtäglich gelebte Umgang mit den Zeitarbeitern. Vor allem die Führungskräfte sind gefordert, die Unternehmenswerte zu vermitteln und die Integration aktiv zu gestalten. Neben den klassischen Benimmregeln und Einbinden in die Unternehmenskommunikation, sollte ein wesentlicher Fokus dabei auf die Weiterbildung der Zeitarbeiter gelegt werden.
Verantwortung sollte bei HR und nicht im Einkauf liegen
Dass für die Aufnahme von Zeitarbeitern häufig nicht Human Resources sondern die Einkaufsabteilung verantwortlich ist, sehen die meisten Diskutanten als ausgesprochen kritisch. Durch diese Kompetenzverteilung würde statt auf Know-how lediglich auf die Stundensätze geachtet. Eine Entscheidungsgrundlage, die vor allem bei höherwertigen Aufgaben nicht allein ausschlaggebend sein kann.
Zeitarbeiter für Industriebetriebe wichtig
Das Thema Zeitarbeiter in Industrieunternehmen wurde auch beim Trendbarometer 2011 abgefragt. Diese von Gallup im Auftrag von Festo durchgeführte Untersuchung zeigt auf, dass bereits 46 % der über 200 befragten Industrieunternehmen ihren Technikermangel durch Zeitarbeiter decken. Damit liegt beim Kampf gegen den Mangel an technischem Personal die Beschäftigung von Zeitarbeitern bereits an zweiter Stelle.
Am häufigsten (67%) wird angegeben, dass Qualifizierung bzw. Umschulung bestehender Mitarbeiter genutzt wird. Entgegen aktuellen Medienberichten gibt bei der Trendbarometer-Umfrage über ein Viertel der Befragten an, dem Technikermangel durch Rekrutierung von Mitarbeitern aus den neuen EU-Mitgliedsländern (ab 1. Mai 2011) zu begegnen. 19 % setzen auf Headhunter und 16 % auf die Aufnahme von Mitarbeitern aus nicht EU-Ländern durch die Rot-Weiß-Rot-Karte.
Den kompletten Trendbarometer Industriebetriebe 2011 gibt es unter www.festo.at



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8/2011
7/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 