Das auf deutsch eher unbestimmt als "Rechnerwolke" bezeichnete Cloud Computing hat mit der Ankündigung von Apple, sich nun auch diesem Geschäft widmen zu wollen, einen starken Befürworter erhalten.
Auch wenn die Bedeutung dieses Begriff für viele noch ein Rätsel bleibt: Cloud Computing, das sind kurz gesagt "abstrahierte IT-Strukturen" sowohl Hard- als auch Software umfassend, die einem Kunden on-demand zu Verfügung gestellt werden. Es handelt sich daher im weiteren Sinne nicht mehr um ein Netzwerk, sondern um einen Pool von Infrastruktur, der lokal gar nicht mehr fassbar ist, weil er sich teilweise im Internet, teilweise auf outgesourcten IT-Farmen befindet. In hoch komplexer Weise werden dabei IT-Services für Kunden geleistet, die nicht mehr für die Infrastruktur, sondern nur mehr für die Dienste zahlen.
Auch wenn einige zentrale Probleme des Cloud Computings noch nicht gelöst sind - etwa die Absicherung vor Fremdzugriffen oder die Weiterverwendung von privaten oder Firmendaten -, scheint sich das Modell alleine aufgrund des hohen Kostensparpotentials langsam durchzusetzen.
Forrester Research hat beispielsweise in einer jüngsten Studie ausgemacht, dass der Bereich bis 2016 ein Umsatzpotential von 12 Mrd. Dollar erreichen soll. Mit dem Einstieg von Apple werde es nun neben Google und Microsoft drei dominante Player geben, die eine geschätzte Kundenzahl von 196 Mio. allein in der USA versorgen sollen.
So komplex Cloud Computing ist, so dicht müssen allerdings auch die Verträge sein, die ein Unternehmen mit einem Anbieter abschließt. Das betrifft nicht nur die grundlegenden Application Service Provider-Verträge, sondern auch die verschiedenen Service Levels und die Klärung der Frage, wo die Dienste tatsächlich erbracht werden, was aus steuerlichen und datenschutzrechtlichen Erwägungen von Bedeutung ist. Da aber in einer "Rechnerwolke" nicht immer exakt gesagt werden kann, wo sich eine Anwendung gerade befindet und welche anderen Teilnehmer an der Cloud Zugriff auf die Daten haben, kommt es hier immer wieder zu Unklarheiten und prinzipiellen Problemen.
All diese Dinge müssen Beachtung finden, bevor ein Unternehmen sich für Cloud Computing entschließt. Manchmal kann der rechtliche Aufwand zur Vertragsgestaltung überraschend hoch sein, was das Sparpotential der Rechnerwolke entsprechend mindert.




1/2012
8/2011
7/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 