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Strategien

Veranstaltungsbericht: ÖCI-BARC-Tagung 2011

"Business Intelligence wird strategischer und mobiler"

Business Intelligence gewinnt immer mehr an Bedeutung. Gefragt sind umfassende Reporting-, Analyse- und Planungswerkzeuge, die auch den Einsatz mobiler Endgeräte erlauben, so das Ergebnis der ÖCI-BARC-Tagung Mitte April, die heuer bereits zum sechsten Mal in Wien stattfand.

ÖCI-BARC-Tagung 2011 (Bild: Wahlmüller)

Rund 150 Teilnehmer waren gekommen, um sich auf der ÖCI-BARC-Tagung (ÖCI = Österreichisches Controller Institut, BARC = Business Application Research Center) einen Überblick über aktuelle BI-Lösungen zu verschaffen. 14 Anbieter präsentierten auf der Tagung ihre Lösungen. Neben bekannten Anbietern wie SAP, Infor, Board, Cubeware, MicroStrategy, Qliktech oder Bissantz/Deltmaster waren auch evidanza oder neu und als einzige OpenSource Lösung Jaspersoft zu sehen. In bewährter Form - Vorträge der Anbieter plus Informationsstände vor dem Vortragssaal - konnten sich die Besucher an beiden Tagen ein "rundes" Bild jeder Lösung verschaffen, abseits von Werbe- und Marketing-Slogans.

"BI wird strategischer und mobiler", fasst Carsten Bange, Geschäftsführer des BARC, die aktuellen Trends zusammen. "Mehr als die Hälfte der im ÖCI-Panel 2010 befragten Unternehmen planen, den Einsatz von Excel zu reduzieren und professionelle BI-Tools einzuführen", betonte ÖCI-Organisator Mirko Waniczek, Senior Manger bei Contrast Consulting. Er hatte auch Tipps für die Controller parat: "Bei den Kennzahlen gilt. "20 is plenty" - mehr sollten es nicht sein", auch bei der grafischen Darstellung lassen sich auf einfache Weise Verbesserungen erzielen, etwa mit Mikrocharts oder sogenannten "Sparkling Lines", die "wie eine Fieberkurve" auf einen Blick rasch einen Überblick geben. Bei der Planung zeigte sich Waniczek als Fan der Top-Down-Planung, vor allem sollte die Planung die Dauer von zehn Wochen keinesfalls überschreiten. "Überdenken Sie doch einmal ihren Planungsprozess", schlug er den Teilnehmern vor. Neu ist laut Waniczek, dass das Managment erstmals gewillt sei, sich auch selbst Informationen zu holen und Ad-Hoc-Reports abzurufen, etwa über Dashboards.

Cubeware: Gut bedienbar

Zu den Anbietern, die sich multidimensional präsentieren, zählte der deutsche Hersteller Cubeware. Die Lösung verfügt auch über ein gutes Web-Frontend. Vertriebsmann Patrick Eisner hatte ein simples-humorvolles Bild der Struktur der Lösung parat: "Stellen Sie sich eine Semmel vor, der Unterteil ist der Cubeware Importer, mit Schnittstelle zu SAP, die Fülle ist eine multidimensionale Datenbank, etwa Microsoft Analysis, IBM Cognos TM1, Infor PM Olap oder Oracle Hyperion, und der Deckel ist das Cubeware Cockpit". Das Cubeware Cockpit kann via Desktop, Web, Portal und mobile Endgeräte aufgerufen werden. Damit lassen sich tatsächlich schnell und einfach Reports erstellen, der Bericht kann etwa auch als PDF Datei exportiert werden. "Agip hat Cubeware im Einsatz und versorgt so rund 600 Tankstellen mit Berichten und Benchmarks", berichtete Eisner. Wichtigste Basis ist allerdings - wie immer - eine gute Datenmodellierung. "Sonst haben Sie einen Ferrari auf einer Straße mit Schlaglöchern", meinte der Cubeware-Experte.

Ein recht brauchbares, gut bedienbares Tool für Planung und Reporting ist Bissantz DeltaMaster. Für einen guten raschen Überblick sorgen die "grafischen" Tabellen. Sparkling Lines, die auch in die grafischen Tabellen quasi als "Mini-Zeitreihen" integriert werden können, gibt es bei dieser Lösung übrigens bereits seit 2004. "Sehr beliebt im deutschsprachigen Raum sind ABC-Analysen", berichtete Gerald Butterwege von Bissantz, der abschließend meinte: "Ein guter Bericht zwingt zum Nachdenken, er beantwortet eine Frage und generiert zehn neue Fragen". DeltaMaster bietet viele Möglichkeiten, in die Tiefe weiter und im Detail zu analysieren.

Open Source-Lösungen gefragt

Mag. Mirko Waniczek, ÖCI-Manager und Berater bei Contrast Consulting (Bild: Wahlmüller)

Die einzige OpenSource Software, die gezeigt wurde, war Jaspersoft, eine amerikanische Lösung. Größter Vorteil: Der Kunde kann die Lösung ganz nach seinen Wünschen verändern und weiterentwickeln. "Wir haben bereits rund 200.000 Community-Mitglieder und rund 160.000 Produktimplementierungen weltweit, auch in Österreich gibt es schon einige Kunden", berichtete Marcus Menzel von Jaspersoft stolz. So setzt etwa die OMV Jaspersoft im Logistikbereich ein. Top-Thema ist Usability, eine tatsächlich sehr einfach "gestrickte" Basis-Lösung wartet auf kunden-individuellen Ausbau. Minus: das Tool ist nur für Reporting gedacht, für die Planung wird mit Palo kooperiert.

Wer die Tagung verpasst hat, kann sich im aktuellen BI Survey 9, erstellt vom BARC, ebenfalls ein umfassendes Bild des Markts verschaffen: Die im Oktober 2010 erschienene Studie nimmt 23 Lösungen im Vergleich unter die Lupe. Befragt wurden dazu rund 2.500 Anwender. Das Ergebnis der Studie zur Kaufentscheidung einer BI-Lösung bei den Unternehmen: Vor allem die umfassende Funktionalität war für Kunden, die Infor PM OLAP und Oracle Hyperion den Zuschlag gaben, ein kaufentscheidendes Argument. Käufer von Cubeware, TM1, Infor, QlikTech, Bissantz, Board und Target lobten in erster Linie die hohe Bedienfreundlichkeit der Lösungen. Demgegenüber gilt etwa SAP BW eher als sperriges, schwer zugängliches Produkt. Weitere wichtige Ergebnisse: Datenqualität hat Abfragegeschwindigkeit als größtes Problem bei der Nutzung von BI Software abgelöst und OpenSource BI Produkte werden immer häufiger eingesetzt.

www.oeci.at
www.barc.de 

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MONITOR-Autoren
Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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