Open Source ist ein weitgreifendes Schlagwort in Software-Entwicklung und Web geworden. Was steckt hinter dem Begriff, von dem alle reden, doch den nur wenige wirklich definieren oder greifen können. Um den Begriff etwas abzustecken, lud Vector ausschließlich „neutrale“ Gastredner ein.
Open Source-Theorie ...
Was ist Open Source, auf welche (Lebens-)Bereiche kann man das Open-Konzept noch übertragen? Genau das war der philosophische Ansatz von Dr. Leonhard Dobusch von der Freien Universität Berlin. So gibt es bereits den Open educational ressources-Ansatz: Lehrmittel, Lehrunterlagen von Lehrern für Lehrer werden frei zur Verfügung gestellt, aber auch die Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien und Arbeiten. Karl-Theodor zu Guttenberg wäre dann wahrscheinlich schon früher seinen Titel losgeworden. Genau darin sieht Dobusch einen großen Vorteil von Open-Konzepten: „Das Selbst-Regulativ – mehr Transparenz bringt höhere Qualität. Welcher Lehrer will schon ‚schlechte’ Unterlagen von sich im Netz sehen? Es ist ja seine Reputation.“ Umgelegt auf Open Source Software findet man gerade hier oft die bessere Dokumentation als im closed Source Bereich. Für Kunden ist es dann im Endeffekt das ausgereiftere Tool.
... und Praxis
Doch bei aller Theorie – wie sieht die Praxis von Open Source Software aus? Dazu stellte DI Oliver Zieger von der Betreibergesellschaft Hofburg Vienna die vielfältigen Open Source Ansätze in den unterschiedlichsten Bereichen im Unternehmen vor: von Linux und Firefox über Open EMM, Lime Survey oder Gimp bis hin zu Palo. Zieger sieht in Open Source für die Unternehmensgröße mit 40 bis 45 Mitarbeitern wie bei Hofburg Vienna eine optimale Möglichkeit die Lizenzkosten überschaubar zu halten.
Auch das „Versuchen“ und anfängliche „Herumspielen“ ist hier finanziell leichter trag- und wirtschaftlich vertretbar, als mit den „großen, behäbigen“ Software-Häusern. Wichtig im Open Source Bereich ist der Partner. Darauf legt Zieger viel Wert. Auf die Frage, wo der Partner zu finden ist, antwortet Zieger offen: „Mit intensiver Recherche. Über Foren“. Zusammengefasst sieht Zieger folgende fünf Punkte als Vorteile von Open Source Software: Flexibilität, Skalierbarkeit, einfach und günstiger Proof of Concept, Innovation und Zukunftssicherheit, Kosten/Nutzen/Effizienz.
Zuletzt rundete David Ayers von OS Alliance den Überblick ab. Ayers brachte zunächst einen Einblick, wie das Releasemanagement z.B. beim Lunix Kernel gemacht wird. So erhielten die Teilnehmer interessante Informationen, wie Software-Entwicklung bei OS-Herstellern funktioniert. Dann gab Ayers noch einen Ausblick in Lizenzierungsmodelle von OS. Was ist mit dem Source Code erlaubt, was nicht? Hier gibt es gibt feine Abstufungen. Grundsätzlich gilt: Mit Open Source steht der Source Code zur Nutzung zur Verfügung. Mehr Infos unter www.osalliance.com.


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