Kommt durch die Konsumenten eine unerwartet höhere Nachfrage für ein bestimmtes Produkt, passiert im Lager normalerweise folgendes: Die Stellplätze für die nachgefragte Ware sind beinahe leer, die Intralogistik ist mit der Abarbeitung der Aufträge beschäftigt, während für vergleichsweise weniger nachgefragte Produkte kein Lagerplatz mehr vorhanden ist.
Um dieses starre Prinzip aufzulösen und Flächen zu flexibilisieren, hat Brau Union Österreich mit T-Systems als Generalunternehmer eines der Logistiklager in einem Pilotprojekt mit Informationstechnologie intelligent vernetzt.
Kern der Lösung ist die Zusammenschaltung zweier Informationsplattformen, die von Logistikspezialisten kommen: des Lagerverwaltungssystems von Metasyst mit dem Staplerleitsystem und der Sensorik von Locanis. Die Innovation entsteht durch die Integration der beiden Kerne mit einigen Wireless-LAN Antennen, der Einbindung einer Reihe von wirtschaftlichen Prinzipien wie „first-in, first-out“ in die IT-gestützte Platzvergabe und der flächendeckenden Ortung von Ressourcen im gesamten Lagerkomplex.
Dies funktioniert über Lasersensorik an Staplern und Hallendecke und ermöglicht die Bestimmung der „geografischen Nähe“ zu Quell- und Ziellagerplätzen, womit auch Leerfahrten im Lager reduziert werden. Im Ergebnis können Paletten unterschiedlicher Produkte durch diese Verknüpfung quasi chaotisch nebeneinander stehen und benötigen keine fest definierten Flächen mehr. Kurz: Das Lager ist intelligenter geworden.
„Unsere Ansprüche an das Projekt waren und sind sehr hoch“, so Brau Union Generaldirektor Markus Liebl. „Wir sprechen über einen Standort, der schon vor dem Projekt äußerst effizient funktioniert hat. Heute verbrauchen wir dennoch weniger Gas für unsere Stapler, haben die Präzision unserer Lagerflächen noch weiter erhöht und können ein Maximum an Flexibilität an unsere Kunden weitergeben.“
Fünf große Logistikstandorte betreibt Brau Union in Österreich – neben Wieselburg sind dies Schwechat, Zipf, Göss und Puntigam. Für diese ist dieselbe Lösung vorgesehen. Josef Breuer, Geschäftsführer Logistik und Distribution: „Diese Lösung in Wieselburg ist innerhalb des Heineken-Konzerns einzigartig.“



1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 