Die Befragung zeigt, dass die Mitarbeiter dem Arbeitgeber prinzipiell treu sind, allerdings gibt es signifikante Unterschiede in Sachen Wechselbereitschaft, betreffend Alter der Mitarbeiter und Größe der Unternehmen. So ist für 29 % der Mitarbeiter unter 35 Jahren ein baldiger Jobwechsel reizvoll, ältere sind treuer. Während bei den meisten Unternehmen die Gesamtfluktuation zwischen 0 und 10 % liegt, steigt diese mit der Größe der Unternehmen.
Stellensuchende sind mit dem derzeitigen Angebot am Arbeitsmarkt überwiegend zufrieden. Die größte Unzufriedenheit äußern Arbeiter; 40 % von ihnen geben an, nicht die passende Stelle zu finden. Facharbeiter sind gefragt und so geben 60 % der Befragten an, zufrieden mit den aktuellen Jobangeboten zu sein. Dieses Ergebnis spiegelt sich auf Arbeitgeberseite wider: Der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter ist hochaktuell. 8 von 10 Arbeitgebern sehen Herausforderungen bei der Besetzung von Vakanzen von qualifiziertem Fachpersonal und Experten.
Ergebnisse zur Informationsphase in der Stellensuche
Von beiden Akteuren - Arbeitgeber und Stellensuchenden - werden Empfehlungen als bedeutsam eingestuft, wohingegen soziale und professionelle Netzwerkplattformen (Xing, LinkedIn, Facebook) am seltensten genutzt werden.
Empfehlungen durch Freunde/Bekannte/Verwandte sind für Stellensuchende der wichtigste Informationskanal. An zweiter Stelle rangieren Zeitungen mit 63 % Relevanz für die Befragten. Es folgen AMS, Unternehmenswebsites oder Internetstellenbörsen (z.B. Monster), die von jedem Zweiten als wesentlich erachtet werden. Web 2.0 hat für Bewerber eine geringere Bedeutung, so werden soziale und professionelle Netzwerke mit 45 und 58 % noch als unbedeutend bewertet.
Der direkte Vergleich zeigt, dass Arbeitgeber den möglichen Quellen eine andere Bedeutung beimessen. So werden Internet-Stellenbörsen aus Sicht der Arbeitgeber höher, das AMS niedriger bewertet.
Profile in sozialen und professionellen Netzwerken
Die Nutzung von Netzwerken unterscheidet sich signifikant nach Alter. Sieben von zehn Arbeitnehmern bis 35 Jahren besitzen ein Netzwerkprofil. Eine untergeordnete Rolle spielt dabei Xing (10 %), die Mehrheit ist in Facebook aktiv (65 %). Nur mehr ein Viertel der Arbeitnehmer bis 55 Jahren besitzt ein Profil.
Für Unternehmen sind die Business-Netzwerks Xing und LinkedIn noch von untergeordneter Bedeutung. So nutzt nur etwa eines von zehn Unternehmen die Plattform Xing aktiv zur Kandidatensuche. In Zukunft will sich rund ein Viertel der befragten Unternehmen die Möglichkeiten dieser Plattform nicht entgehen lassen und plant es für Personalmarketing-Maßnahmen oder für Jobinserate einzusetzen. Dennoch wollen sieben von zehn Arbeitgebern professionelle Netzwerke auch in Zukunft nicht nutzen.
Online-Bewerbungen
Die Akzeptanz von Online-Bewerbungen korreliert mit dem Alter: So lehnen 2 von 10 Arbeitnehmern bis 35 Jahre eine Online-Bewerbung ab, bei der Gruppe bis 55 Jahre sind es bereits 3 von 10 und bei den älteren Arbeitnehmern kommt es für 6 von 10 nicht in Frage eine Bewerbung online einzugeben.
Die Akzeptanz einer etwas längeren Eingabedauer bei der Angabe der Bewerbungsdaten ist bei den Bewerbern höher, als von Unternehmen vermutet.
Bei der Feedback-Kultur gehen die Meinungen der beteiligten Akteure auseinander, so sind 40 % der Arbeitnehmer mit den Rückmeldungen, die sie auf Ihre Bewerbungen erhalten nicht zufrieden. Jedoch nur 2 von 10 Arbeitgebern sehen Verbesserungsbedarf bei ihrem Feedback auf Bewerbungen.
Die Ergebnisse werden beim Sage HR-Expertentreff „Recruitingtrends 2011“ präsentiert. Dieser findet am 27. Mai von 10:00-12:00 Uhr in Wien statt: www.expertentreff.at/recruitingtrends11.htm



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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 