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Wirtschaft

Kolumne

REBOOT 3-2011

Was hat die Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan mit der globalen IT-Industrie zu tun? Vieles. Denn wichtige Chips und Bauteile für elektronische Geräte stammen aus Japan, wo die Produktion massiv in Mitleidenschaft gezogen worden ist.

Und so kann man zumindest vorübergehend mit massiven Preissteigerungen bei fast allen Hi-Tech-Geräten rechnen. In Chip-Fabriken der Katastrophenregion kam es zu Produktionsausfällen, und durch die zerstörten Transportwege fällt es der japanischen IT-Industrie derzeit schwer, die Nachfrage zu bedienen. Auch Aufbereitungsanlagen für seltene, in Handys und Computern verwendete Metalle wie etwa Silizium, sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Japan hat zum Beispiel einen Weltmarktanteil von 60 % in der Silizium-Produktion.

Und so geht die schreckliche Katastrophe in Japan auch den heimischen IT-Markt etwas an. Nicht nur Apples iPad oder neueste Tablets könnten somit spürbar teurer werden, auch LCD-Fernseher und verwandte Produkte sowie Digital- und Videokameras. Betroffen sind in Japan unter anderem Produktionsstätten von Hitachi, Panasonic, Sony und Toshiba.

Die Engpässe umfassen auch die Lieferung von Lithium-Ionen-Akkus, ein essentieller Bestandteil von Computergeräten und Handys aller Art. Auch bei Flash-Speichern, Touchscreens und HDDs sorgen sich die Anbieter um eine gerissene Transport- und damit Wertschöpfungskette.

Nach Prognosen des US-amerikanischen Branchenmarktforschers iSuppli werden sich die Lieferengpässe bis in das dritte Quartal dieses Jahres ziehen, mit entsprechenden mittelfristigen Auswirkungen auf die Verbraucherpreise. Denn die Preissteigerungen an den Spotmärkten für IT-Bauteile wirken sich natürlich zeitverzögert auf den Endmarkt aus. Und so soll es schon zu Hamsterkäufen durch die großen IT-Assemblerkonzerne gekommen sein, was die Lage natürlich nicht verbessert.

Eine weitere kritische Frage steht im Raum: Wie groß sind die Sorgen, dass Material aus Japan sogar radioaktiv kontaminiert sein könnte? Experten verneinen dies zwar, da die Komponenten in geschlossenen Räumen produziert werden, aber ganz auszuschließen ist es nun doch nicht.

Bei all den Sorgen, die die IT-Industrie nun befallen, darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Katastrophenhilfe für die betroffene Bevölkerung Vorrang hat und dass auch Konsumenten im Westen ruhigen Gewissens mehr für ihre Gadgets bezahlen können, um der japanischen Wirtschaft durch diese schwierige Phase zu helfen.

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REBOOT - Kommentar von Conrad Gruber

Kommentar von Conrad Gruber - Die Monatsrückschau auf den österreichischen IT-Markt.

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Dr. Christine Wahlmüller

Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. ..mehr..

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