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IT-Lösungen f. d. Industrie

Shuttlesysteme

"Helferlein mit Biss"

Shuttlesysteme machen Furore, wenn es um Effizienz im Lager geht.

Gerald Kofler

Das neue TGW Stingray basiert auf den Erfahrungen mit früheren Shuttle-Systemen. (Bild: TGW)

Das Thema Nachhaltigkeit ist aufgrund ständig steigender Energie- und Rohstoffpreise und der Klimadebatte auch für das Lagerwesen eine Herausforderung. Dies zeigt sich auch bei der in Hannover, vom 2. bis zum 6. Mai 2011 stattfindenden Intralogistik-Weltleitmesse CeMAT, die heuer unter dem Leitthema Sustainability in Intralogistics stattfindet.

Weltrekord aus der Steiermark

Mit einem Weltrekord kann die steirische Firma Ylog aufwarten, die nach eigenen Angaben das dichteste Intelligent Stacking System gebaut hat. "Wir kombinieren ein frei fahrendes Transportsystem mit der Behälterlogistik eines Kleinteilelagers und bieten solcherart zuverlässige, ökologische und effiziente Logistiklösungen für individuelle Anforderungen", sagt Ylog Geschäftsführer Martin Trumer. Wenn er sagt, das System funktioniere "chaotisch", dann meint er den hohen Flexibilitätsgrad, der komplexe Umstrukturierungen ebenso ermöglicht, wie das unkomplizierte Handling von Schnelldrehern und Langsamdrehern, was bei anders geführten Systemen immer wieder ein zeitaufwändiges Nacharbeiten erfordert.

Ermöglicht wird dies durch den Einsatz intelligenter Shuttles, sogenannten AIVs (Autonomous Intelligent Vehicles), die sich ohne zentrale Überwachung im Raum bewegen und Normbehälter oder sonstige Lagerhilfsmittel mit bis zu 50 Kilogramm transportieren. Sie erkennen sich gegenseitig, beachten Vorrangregeln, Einbahnen und Nachrang und sind sowohl am Boden als auch in den verschiedenen Regalebenen einsetzbar. Per Lasertechnik abgesichert können sie sich zu mehreren gleichzeitig auf einer Etage bewegen. Strom getankt wird beim Lift fahren.

Intelligent Stacking Systen von Ylog: intelligente Shuttles, sogenannten AIVs (Autonomous Intelligent Vehicles) (Bild: Ylog)

Mittels 90 Grad schwenkbarer Transporträder können die Shuttles in einem rechtwinkligen Fahrwegraster agieren. Zusätzlich richtet sich der Computer im AIV neben der via W-LAN aufgetragenen Lagerposition auch nach der kürzesten Wegstrecke. Schnittstellen zum Warenwirtschaftssystem ermöglichen Kommissionierung, Retouren sowie Chargenverwaltung über das ISC-System. "Im Gegensatz zu tonnenschweren Regalbediengeräten", so Trumer, "wiegt ein Shuttle gerade mal 50 Kilo und verspricht eine Energieeinsparung von 90 sowie eine Verfügbarkeit von 99,6 %.

Shuttle-Lösungen nicht mehr wegzudenken

Shuttle-Lösungen sind aus dem breiten Spektrum an Kleinteilelager-Anwendungen heute kaum mehr wegzudenken. "Insbesondere in hochdynamischen Lösungen zur Versorgung von Arbeitsplätzen mit einer Leistung von 1000 Picks pro Stunde, als Pufferlager oder zur sequenzgerechten Bereitstellung von Waren leisten Shuttles ausgezeichnete, höchst effiziente Dienste", sagt Rudolf Hansl, Geschäftsführer der TGW Logistics Group GmbH.

Deshalb finden Shuttle-Lösungen ihren Einsatz in unterschiedlichsten Branchen, von der Filialkommissionierung des Handels über Produktionsversorgungs- und Versandpuffer, bis hin zu Kommissioniersystemen von Online-Händlern und stellen somit die ideale Ergänzung zu Kleinteile-Regalbediengeräten dar, die insbesondere für Anwendungen mit höherer Lagerkapazität eingesetzt werden.

In der Entwicklung des neuen "Stingray" setzte TGW einerseits auf den Erfahrungen früherer Shuttle Systeme auf, andererseits wurden neue Technologien intensiv mit einbezogen. Mittels TGW Lastaufnahmemittel-Technologie lagert der Stingray Behälter, Kartons und ähnliche Ladungsträger einfach- oder mehrfachtief in Fachbodenregalen und sorgt damit auch für die optimale Lagerdichte. Mittels Schnellverschlüssen lassen sich die Abdeckungen werkzeuglos öffnen und ermöglichen dadurch Wartungstätigkeiten an der gesamten Technologie des Shuttles. In die Regalkonstruktion integrierte Wartungsplattformen im Abstand von 2,5 m ermöglichen den einfachen Zugang und die optimale Erreichbarkeit jedes einzelnen Shuttles, gleichzeitig kann der Rest des Systems störungsfrei weiterarbeiten.

Anlässlich der CeMAT wird auch Knapp sein neuestes Shuttle präsentieren. Wie man hört handelt es sich bei der neuen Lösung des Grazer Global Players in Sachen Logistik um kein regalgebundenes System mehr, sondern um ein autonomes Bodenbediengerät. Ziel soll es sein, unterschiedliche Teile in geringer Stückzahl über große Entfernungen ihrer Verarbeitung zuzuführen. Das neue Shuttle soll sich W-LAN und lasergestützt völlig selbständig in der Halle bewegen, Hindernisse erkennen und einem stummen, aber mobilen Diener gleich, zeitverschlingende Laufarbeiten verrichten.

"Für schwere Brocken"

Die Shuttletechnik der Vorarlberger Firma LTW ist für "schwere Brocken" ausgelegt. Für die Warenbewegungen im Hochregallager kommt ein Fahrzeug in Kombination mit dem Regalbediengerät zum Einsatz. Als Ladehilfsmittel für die zu bewegenden Waren werden meist Paletten benutzt, die quer- oder längsgelagert werden können. Zur Energieversorgung im Regalkanal wird das Shuttle über ein Kabel an das Regalbediengerät angebunden.

Ansonsten befördert es die Ware bei der Einlagerung autonom vom Regalbediengerät in den Regalkanal und stellt diese dort ab, Auslagern funktioniert umgekehrt. Der Kanal kann je nach Ausführung Längen von bis zu 30 Meter erreichen. Das Shuttle enthält Einrichtungen zum Heben, Senken und Fördern (Aus- und Einlagern der Ware vom/zum Hubschlitten des Regalbediengerätes zu/von angrenzender Fördertechnik).

Da bei dieser Art Shuttletechnik die Anzahl der Gassen im Verhältnis zum Lagerraum sehr gering ist, werden diese Fahrzeuge meistens in Tiefkühllagern eingesetzt wo sich durch kompakte Bauweise ein geringer abzukühlender Leerraum ergibt. Bei diesem System kann nur das LIFO (Last In First Out) Prinzip angewendet werden. Es ist damit nur bei sortenreinen Kanalgassen sinnvoll.

Lastträger

Toyota BT Radioshuttle: elektrisch angetriebener Lastträger für die kompakte Lagerung (Bild: Toshiba)

Toyota Material Handling stellt auf der CeMAT die neue Generation des BT Radioshuttles vor. Ein elektrisch angetriebener Lastträger für die kompakte Lagerung von palettierten Waren. Das Shuttle wird von einem Stapler hochgehieft, fährt in den engen Gassen des zur Nutzung adaptierten Hochregallagers und verstaut oder bringt die Paletten aus der engen Gasse, die für den Einsatz des Gerätes optimiert ist. Über das System wird die Lagerdichte exorbitant erhöht, was Platz spart und Kosten senkt. Andere neue Modelle wie der BT Vector Schmalgang-Kombistapler komplettieren das Angebot im Bereich der Kompaktlagerung.

Ähnlich funktioniert der STILL Pallet Runner. Er fährt auf den speziellen Schienen im Regalkanal vollständig unter die Palette, um die Last dann anzuheben. Funkgesteuert bewegt das Shuttle mit einer Geschwindigkeit von ca. 0,75 m/s die Palette innerhalb eines Kanals, entsprechend den Vorgaben des Staplerfahrers. Der Pallet Runner kann dabei von jedem STILL Stapler ohne Zusatzeinrichtungen aufgenommen werden.

Der Pallet Runner ist unabhängig von einer externen Stromversorgung und arbeitet mit einer wartungsfreien Batterie, die in der Regel für 20 Einsatzstunden ausreicht. Verfügbar sind Pallet Runner für das Handling von Euro-, Industrie- und Chemiepaletten mit einer Tragfähigkeit bis zu 1.500 Kilogramm. Durch ein zusätzliches Messsystem können in einer Lagerebene auch zwei unterschiedliche Palettengrößen gelagert werden.

Intralogistikmesse CeMAT

Mit dem Schwerpunktthema „Sustainability in Intralogistics” startet am 2. Mai 2011 die Intralogistikmesse CeMAT in Hannover.

Mit dem Schwerpunktthema "Sustainability in Intralogistics" startet am 2. Mai 2011 die Intralogistikmesse CeMAT in Hannover.

Die Branche erwartet nach einem Rückgang in den Jahren 2009 und 2010 im laufenden Jahr ein Umsatzplus von neun Prozent. Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen investieren wieder im Bereich Logistik. Davon möchte die CeMAT vom 2. bis 6. Mai profitieren und entscheidende Impulse in die Branche zurückgeben. Mehr als 1000 Aussteller präsentieren ihre Innovationen auf einer Netto-Ausstellungsfläche von etwa 80.000 Quadratmetern.

Kaum eine Branche präsentiert sich auf der CeMAT so vielseitig wie die Systemanbieter aus dem Bereich der Logistiksoftware. Neue Produkte zur Lagerverwaltung oder Warenwirtschaft zählen ebenso dazu wie Tools zur Anbindung an bestehende ERP-Landschaften oder Auto-ID-Lösungen.

www.cemat.de

 

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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