Weitere Ergebnisse: Unternehmen werden immer häufiger von raffinierten Attacken ins Visier genommen. Auch soziale Netzwerke und mobile Endgeräte sind im Fokus der Angreifer. Meist nutzen sie Baukästen, um ihre Cyberattacken zu planen und durchzuführen. 2010 hat sich statistisch die Lage in Österreich leicht verbessert. Bei nahezu allen wichtigen Schadenskategorien ist ein sanfter Rückgang zu verzeichnen.
Mit dem jährlichen Internet Security Threat Report untersucht Symantec die Top-Trends in den Bereichen Cybercrime und Internetbedrohungen. Der 16. Report kommt zu dem Ergebnis: Sowohl das gesamte Volumen von Schadcode als auch dessen Qualität und Rafinesse haben im vergangenen Jahr erheblich zugenommen.
Auf den ersten Blick scheint Österreich dem Trend zu trotzen. In den wichtigen Schadenskategorien hat das Land einen geringeren Anteil. Hat Österreich bei der Schadcode-Aktivität insgesamt im Jahr 2009 noch den 40. Platz belegt, so ist das Land im weltweiten Vergleich im Jahr 2010 auf die Position 44 zurückgefallen. Eine Erklärung: In anderen Ländern wie den Niederlanden oder Südkorea sind die Cyberkriminellen weitaus stärker tätig als im Vorjahr. Diese Länder beanspruchen nun einen größeren Anteil an der weltweiten Aktivität und drängen Österreich rechnerisch in das obere Mittelfeld ab.
Cyberkriminelle nutzen heute ein immer vielseitigeres und größeres Betätigungsfeld: So können Attacken mittlerweile auch über Social Networking Seiten initiiert werden oder auf mobile Geräte erfolgen. Beschleunigt wird diese Entwicklung durch die Popularität der großen mobilen Plattformen wie iOS, Android oder Windows Phone 7. So hat sich die Zahl der Attacken auf Smartphones und Co. innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Die Angreifer konnten hierzu auch mehr Vulnerabilities ausnutzen. In 2010 verzeichnete Symantec 163 Schwachstellen auf mobilen Endgeräten (2009: 115 Schwachstellen). Die häufigste Attacke erfolgte in Form von Trojanern, die als legitimierte Programme getarnt waren. Meistens entpuppten sich dabei öffentliche App-Stores als Verbreitungsplattform – so auch geschehen beim aktuellen Pjapps Trojaner.
Mit der gestiegenen Popularität von sozialen Netzwerken überrascht es auch nicht, dass diese Plattformen verstärkt Angriffen ausgesetzt waren. Eine beliebte Angriffsmethode war der Einsatz von Kurz-URLs, die per Mail oder Webpage verbreitet werden. Im vergangenen Jahr haben Cyberkriminelle Millionen von Kurz-URLs in soziale Netzwerke geschleust und darüber ihre Phishing-Attacken gestartet oder ihren Schadcode verbreitet. Die Zahl der Infektionen erhöhte sich dadurch dramatisch.
Der Internet Security Threat Report (ISTR) basiert auf Daten, die Symantec von Millionen Internetsensoren, aus eigener Forschung sowie der Überwachung von Hacker-Kommunikation bezieht. Er bietet einen Überblick über die globale aktuelle Lage der Internetsicherheit. Der 16. Internet Security Threat Report bezieht sich auf den Zeitraum von Januar bis Dezember 2010.


1/2012
8/2011
7/2011


Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 