Beinahe 60 % erklären, dass sie aktuell „mehr“ oder sogar „viel mehr“ Applikationen unterstützen als sie für ihr Geschäft benötigen. Im Durchschnitt schätzen die Befragten, dass gut jede fünfte IT-Applikation (19,9 %) in globalen Unternehmen redundant ist. Die Hälfte der Befragten gibt sogar an, dass dies auf bis zu 50 % ihrer Applikationen zutrifft. Nach Jahren des Sparens ist damit der Innovationsdruck bei den Unternehmen und deren IT-Abteilungen wieder hoch.
Komplexität reduzieren und Wartung abstimmen
„Wichtig ist nun, dass die Unternehmen bei allen Modernisierungsaktivitäten die Nachhaltigkeit der Investitionen prüfen“, erklärt Dr. Olaf-Rüdiger Hasse, Mitglied des globalen Management Teams von Capgemini für Application Lifecycle Services. „Zum einen muss die Komplexität der Applikationslandschaft verringert werden: Prozessharmonisierung und Standardapplikationen soweit wie möglich sind hier die Kernaufgaben. Zum anderen brauchen Unternehmen eine intern abgestimmte, strategische Steuerung, Entwicklung und Pflege der Applikationslandschaft“, führt Hasse weiter aus.
Denn über 55 % der befragten großen Unternehmen bestätigen, das mindestens die Hälfte ihrer Applikationen maßgeschneidert sind und damit die technische Komplexität der benötigten Plattformen und Technologien erhöhen. Gleichzeitig geben nur 13 % an, dass die unterschiedlichen Teams für Applikationsentwicklung und -pflege aufeinander abgestimmt sind.
Datenzuwachs erhöht den Druck für ein effizientes Applikationsmanagement
Die schiere Anzahl an unterstützten Applikationen – bis zu 10.000 in globalen Unternehmen – in Verbindung mit einem geschätzten Datenzuwachs von durchschnittlich fünf % pro Monat bedeutet, dass das Applikationsmanagement zu einer ernsthaften Herausforderung geworden ist. Getrieben durch die zunehmende Verlagerung von Applikationen in die Wolke (Cloud Computing), wird sich darüber hinaus der Bedarf nach einer systematischen, ordentlich gemanagten Stilllegung von Applikationen noch beschleunigen.
Folgende Hürden sind dabei zu überwinden: Die Kosten von Abschaltprojekten, kulturelle Widerstände gegen die Veränderung, der Mangel an qualifizierten Entwicklern für die Migration der Daten von den Alt-Applikationen und besonders das mangelnde Bewusstsein für die hohe Bedeutung der Applikationen. „Trotz der Tatsache, dass die Datenarchivierung und Applikationsabschaltung signifikante Kosteneinsparungen, Prozesseffizienz und eine höhere Agilität liefern können, finden sich diese Themen noch nicht adäquat auf der CIO-Agenda wieder”, bilanziert Dr. Hasse.
Der Application Landscape Report 2011 steht hier als PDF zum Download bereit: www.de.capgemini.com/insights/publikationen/application-landscape-report



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Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 