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Umfrage

Gefahr schlechter Datenqualität erkannt, aber nicht gebannt

Deutsche Unternehmen haben Nachholbedarf bei Datenqualitätsprojekten, wie eine aktuelle Umfrage belegt. Als Folgen der oft geringen Datenqualität werden unter anderem sinkende Mitarbeiterzufriedenheit und zusätzliche Kosten angegeben.

(Bild: BARC)

Die Wichtigkeit von Daten und guter Datenqualität wird in den meisten Unternehmen erkannt und eine grundsätzliche Sensibilität für den Themenkomplex ist vorhanden. Dennoch gib es Nachholbedarf in vielen Bereichen des Datenqualitätsmanagement. Zu diesem Ergebnis kommt die Marktforschungsstudie „Datenqualitätsmanagement: Organisation und Initiativen“, basierend auf einer Umfrage des Business Application Research Centers (BARC), unter 149 deutschen und französischen Unternehmen verschiedener Branchen und Unternehmensgrößen, die 2010 durchgeführt wurde.

Die Umfrageergebnisse schließen sich nahtlos an die Erkenntnisse des BI Survey 9 (www.bi-survey.com), der weltweit größten Umfrage zum Einsatz von Business Intelligence Software mit mehr als 3000 Teilnehmern. Dort wurde schlechte Datenqualität als das häufigste Problem in Business-Intelligence-Projekten (18 %), gefolgt von schlechter Abfragegeschwindigkeit und Unternehmenspolitik (jeweils 16 %) genannt. Diese drei Probleme sind seit 2001 immer unter den Top 3 Problemen im BI Survey zu finden.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie „Datenqualitätsmanagement: Organisation und Initiativen“ zeigen, dass viele Unternehmen einen Verbesserungsbedarf erkannt haben. So haben zwar erst circa 20 % der befragten Unternehmen Datenqualitätsprojekte durchgeführt, aber immerhin etwa 60 % arbeiten an der kurz-, mittel- oder langfristigen Umsetzung eines solchen Projekts. Beachtliche 80 % der Mitarbeiter haben „durchschnittliches, geringes oder gar kein Vertrauen“ in die Datenqualität ihrer Unternehmen.

Weitere Kernergebnisse der Studie:

  • Der Wert von Daten als geschäftskritisches Asset wurde erkannt: Mehr als die Hälfte der Endanwender in Deutschland sieht Datenqualität als hochkritisches Anliegen (52 %).
  • Nur 20 % der Befragten gaben an, ein sehr hohes Vertrauen in die Unternehmensdaten zu haben.
  • Datenqualitätsmanagement erhöht das Vertrauen in Daten. Bei Unternehmen, die bereits ein Datenqualitätsprojekt implementiert haben, geben 38 % der Befragten an ein sehr hohes Vertrauen in die Unternehmensdaten zu haben. Die Umfrage bestätigt, dass Datenqualitätsprojekte  nachweislich das Vertrauen der Anwender in ihre Daten steigern.
  • Als Resultat schlechter Datenqualität wird an erster Stelle die sinkende Mitarbeiterzufriedenheit genannt (79 %). Weitere oft genannte Negativaspekte schlechter Datenqualität sind steigende Kosten und sinkende Kundenzufriedenheit.
  • Die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Fachbereichen und IT wurde erkannt. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass Fachbereich und IT gemeinsam für Datenqualität verantwortlich sind.
  • Fast die Hälfte der Befragten (46 %) gab an, dass die Daten auf der Anwendungsebene oder innerhalb einzelner Geschäftsbereiche verwaltet werden. Übergreifendes Datenqualitätsmanagement ist noch nicht vorherrschend.
  • Fast die Hälfte der Befragten (45 %) nutzt spezielle Software für das Datenqualitätsmanagement.
  • Kundendaten sind für 80 % der Befragten die wichtigsten Daten im Unternehmen. Aber auch die Relevanz der Finanz- und Produktdaten steigt.

Die komplette BARC-Studie „Datenqualitätsmanagement: Organisation und Initiativen“ kann nach Registrierung kostenfrei unter www.barc.de/datenqualitaetsmanagement heruntergeladen werden.

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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