ERP und PLM folgen unterschiedlichen Denkrichtungen. Beide tragen Informationen über das Produkt, im Fall von ERP aus Sicht des Materialflusses, aus Sicht von PLM, aus Sicht der Produkteigenschaften und der für die Produktentstehung angewendeten Methoden. Weder ERP noch PLM können alles leisten, miteinander können sie aber aufbauend auf einer gemeinsamen Wissensbasis für schnellen und verlustfreien Datenaustausch zwischen technischer und kaufmännischer EDV sorgen.
So kann zum Beispiel auf das getrennte Führen von Konstruktions-, Fertigungs-, Einkaufs- und Verkaufsstücklisten verzichtet werden. Gerade bei einem hohen Variantenreichtum erspart das Mehrfach-Aufwand und Übertragungsprobleme. Dazu verfügen PLM-Systeme wie Teamcenter von Siemens PLM Software über Funktionen für das Stücklisten-Management, die das Aktuellhalten aller Stücklistenausprägungen für das gesamte Unternehmen automatisiert und damit weitgehend fehlersicher macht. Das optimiert zugleich auch die Gleichteileverwendung innerhalb der gesamten Produktpalette und erleichtert die Wiederverwendung für neue Produkte.
Deutlich messbaren Nutzen erlangen diese Funktionen durch die Verknüpfung von ERP- und PLM-Systemen, etwa mit dem Teamcenter Gateway for SAP. Damit können die Kommentar- und Prüffunktionen für Stücklisten nicht nur im PLM-System genutzt werden, sondern stehen transparent, interaktiv und vor allem sofort allen unternehmensweit Beteiligten zur Verfügung. So können Auswirkungen von Konstruktionsänderungen frühzeitig berücksichtigt werden und Freigabeprozesse werden lückenlos elektronisch absolviert und dokumentiert.
Ing. Peter Kemptner hat seit 1986 Erfahrung im Produktmanagement, das er seit Gründung seiner eigenen Firma im Jahr 2000 als Dienstleistung anbietet.




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Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 