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Thema: Business Software

Interview mit Wolfgang Honold, DSAG

"Kontinuierliche Verbesserungen"

MONITOR sprach mit Wolfgang Honold, DSAG-Vorstand, über die aktuelle Entwicklung im SAP-Umfeld aus Sicht der österreichischen Mitglieder der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V.

„SAP hört wieder mehr auf ihre Kunden.” Wolfgang Honold, DSAG-Vorstand und CIO der Getzner-Gruppe (Bild: DSAG)

Die jährlich von der DSAG durchgeführte Umfrage zu den IT-Investitionen in den Mitgliedsunternehmen zeigt für 2011 ein positives Bild. Die geplanten IT-Investitionen steigen demnach um knapp 6 % und bewegen sich damit fast auf dem Niveau von 2008, dem Jahr vor der Krise. DSAG-Mitgliedsunternehmen planen, in diesem Jahr rund 10 % mehr für Software auszugeben. Von Investitionen in die SAP-Lösungen entfallen 63 % auf das SAP-ERP-Umfeld. In Österreich rechnet die Studie mit einem Anstieg von rund 9,5 % bei den IT-Investitionen.

In Sachen Support nutzt die Mehrheit der Anwender in Österreich und in der Schweiz den Enterprise Support, in Deutschland den Standard Support. Über alle Länder verteilt halten sich die Support-Modelle die Waage.

"Die Investitionsbereitschaft österreichischer DSAG-Mitglieder in ihre IT war in den letzten zwei Jahren etwas gebremst. Jetzt ist wieder eine erfreuliche Steigerung zu erkennen", bestätigt Wolfgang Honold, DSAG-Vorstand und CIO der Getzner-Gruppe, das Ergebnis der Studie aus österreichischer Perspektive. "Viele Unternehmen haben aber auch schon in der Krise versucht, die Situation als Chance zu sehen und investiert."

Bei der Technologie sind laut Honold Themen wie Cloud Computing und In-Memory wichtige Ansatzpunkte für die Zukunft: "Bei den österreichischen DSAG-Mitgliedern spielen die Trends aber noch eine untergeordnete Rolle. Einer der wichtigsten Punkte ist laut Umfrage für die österreichischen DSAG-Mitglieder die Virtualisierung." Insgesamt plant mehr als die Hälfte der Befragten DSAG-Mitglieder in diesem Bereich aktiv zu werden, knapp ein Drittel davon hat konkrete Investitionspläne.

Gute Vertrauensbasis

Ob nach der emotionalen Diskussion um den Enterprise Support und eine Phase unklarer Produktstrategie SAP jetzt wieder mehr auf ihre Kunden hört? "Ja, SAP hört wieder mehr auf ihre Kunden", weiß Honold. "Als Anwender sind für uns verbindliche Informationen zu den geplanten SAP-Produkten und ihren Erweiterungen sowie deren Abgleich mit den Kundenerwartungen natürlich ein wichtiger Punkt. Je früher wir uns auf zuverlässige Informationen von SAP stützen können, desto besser können wir planen."

Aus diesem Grund wurde auch in Österreich im letzten Jahr ein DSAG-CIO-Kreis etabliert: "Durch den Informations- und Gedankenaustausch mit unseren Kollegen können wir die für alle strategisch bedeutsamen Themen und Interessen bündeln und damit besser gegenüber SAP vertreten." Es sei sein Ziel, dass solche Verbesserungen auch abseits großer Releasewechsel umgesetzt werden. Diese Vorgangsweise, die auf stete kontinuierliche Verbesserungen zielt, bewähre sich zunehmend und stärke das Vertrauen in SAP und SAP-Produkte. So sei es in den letzen Jahren gelungen, gemeinsam mit SAP Österreich ein Konzept zur stärkeren Einbindung der SAP-Anwender zu erarbeiten, damit deren gebündelte Anforderungen in den Entwicklungsprozess münden. Honold nennt hier zum Beispiel eine länderbezogene Flexibilität, wie sie etwa für Lösungen im Personalwesen gegeben sein muss.

Reduktion der Komplexität

"Ein Fokus liegt auch auf der Reduzierung der Komplexität", betont Honold. Er versteht darunter zum Beispiel Fragen des Lizenzmodells, das man in einigen Punkten sicher sinnvoller und praxisnäher gestalten könnte. Überhaupt sei es eine prinzipielle Herausforderung für SAP, die Erfahrung aus dem Großkundensegment auf den Mittelstand umzulegen: "Für den Mittelstand muss alles einfacher und billiger sein."

Schon für den gehobenen Mittelstand würden sich aus der Komplexität des Lösungsangebotes eigentlich vermeidbare Herausforderungen ergeben. Es gebe hier einen Wunsch nach Konsolidierung und Vereinfachung. Deshalb sieht er die neuen Wege, die SAP zum Beispiel bei "Business by Design" beschreitet, positiv.

Marktentwicklung ERP

Und wie schätzt Honold die allgemeine Entwicklung des ERP-Marktes ein? Seiner Meinung nach gibt es eine starke Tendenz zur Zentralisierung. Für Unternehmen und CIOs werde es zunehmend wichtiger, dass das Wissen um businesskritische Software auf einer breiten Basis auch außerhalb des softwareerzeugenden Herstellers vorhanden ist. Dass große Anbieter in der Regel unflexibler in der Kundenbeziehung sind, sei ein Nachteil, dem man durch das Engagement in der DSAG entgegensteuere.

www.dsag.de

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(ERP, „Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

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