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„Open Data. Open Rules?“

Open Data als Innovations- und Demokratiemotor

Die Veranstaltungsreihe twenty.twenty widmete sich dem Thema „Open Data. Open Rules!“. Rund 80 Gäste diskutieren im The Hub Vienna über die Potenziale, die die Öffnung von Daten der öffentlichen Hand für Demokratie und Wirtschaft bringt.

Daniel Dietrich von der Open Knowledge Foundation Deutschland sprach in seiner Keynote von einem Schatz, der einmal gehoben, einen intensiveren Dialog zwischen Regierung, Verwaltung und Bürgern ermöglicht. Open Data sind auch Grundlage für technologische Innovationen. Auch in Österreich herrscht Aufbruchsstimmung.

In seinem Eröffnung-Statement beschrieb Daniel Dietrich die Infrastruktur von Open Data als Basis für eine nachhaltige Wissensökonomie. Die Offenlegung von Daten aus Politik und Verwaltung machen das Handeln der Akteure nachvollziehbar. Diese Transparenz fördert den Dialog und schafft damit auch Vertrauen. Wenn die Rohdaten uneingeschränkt für neue Anwendungen oder Dienstleistungen verwendet werden können, ist das nicht zuletzt auch ein Innovationsmotor. Dietrich ist überzeugt: „Roh sind die Daten wertlos. Gekocht und veredelt sind sie ein wahrer Schatz.“ Er selbst sieht die Veredelung von Daten nicht als primäre Aufgabe des Staates. „Der volkswirtschaftliche Nutzen ist bedeutend höher, wenn viele Entwickler und Unternehmen auf die Quelldaten zugreifen können und daraus auch Wettbewerb entsteht“, so der Vertreter der Open Knowledge Foundation Deutschland und CEO des deutschen Open Data Networks.

Open Data – Österreich holt auf

In angloamerikanischen und skandinavischen Ländern gibt es bereits zahlreiche Anwendungen, die Open Data verwenden. Auch in Österreich herrscht Aufbruchsstimmung. Thomas Thurner von der Semantic Web Company berichtete von den Vorbereitungen zur Open Government Data Konferenz, die im Juni 2011 stattfindet. Er ortet bei allen Stakeholdern große Bereitschaft, hier etwas zu bewegen. Michael Rederer, verantwortlich für die redaktionelle Leitung der Website der Stadt Wien, betonte, dass schon jetzt viele Informationen des öffentlichen Sektors online sind, ein Verzeichnis ist noch für 2011 geplant. Die Voraussetzungen für eine Veröffentlichung in maschinenlesbarer Form werden derzeit geklärt.

Open Rules?

Der Politikwissenschaftler Hubert Sickinger wies darauf hin, dass es mit der Öffnung von Daten alleine noch nicht getan sei. Am Beispiel Parteienfinanzierung erläuterte er, dass bei Budgetdaten durchaus Möglichkeiten gäbe, Budgetpositionen so darzustellen, dass aus den Daten keine konkreten Schlüsse abgeleitet werden könnten. In der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass es eine Reihe von begleitenden Maßnahmen und Rahmenbedingungen braucht, damit das Potenzial von Open Data genutzt werden kann.

Dazu gehört einerseits das entsprechende Commitment der politischen Entscheidungsträger. Sickinger verweist hier etwa auf den Freedom of Information Act, der in Großbritannien die formale Grundlage für den Umgang mit Informationen der öffentlichen Hand darstellt. Andererseits braucht es aber auch entsprechende Data Literacy bei den Entwicklern, die die Daten aufbereiten, und bei denen, die auf die aufbereiteten Daten zugreifen. Open Data sind per se keine Grundlage für politische Diskussions- und Entscheidungsfindungsprozesse. Sie können diese aber unterstützen.

twenty.twenty ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von A1 Telekom Austria und The Gap.

www.twentytwenty.at

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MONITOR-Autoren
Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

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