Die Nutzung von Social Media boomt in Österreich ungebrochen. Allein in Österreich kletterte die Zahl der Facebook-Accounts zuletzt auf 2,25 Mio. Dabei verschwimmen private und geschäftliche Inhalte mehr und mehr. Viele Unternehmer sind sich inzwischen der Risiken, aber auch der wirtschaftlichen Bedeutung von Social Media bewusst. Auch kleinere Unternehmen wollen die Chancen, die sich in dieser neuen Medienlandschaft bieten, für ihr Geschäft nutzen. Zugleich verbieten zahlreiche Unternehmen aus Angst vor unerwünschten Inhalten ihren Mitarbeitern die Nutzung von Facebook und Co. gänzlich.
Die von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) entwickelten "Social Media-Guidelines für KMU" sollen Unternehmen einerseits dabei helfen, klare Richtlinien für die geschäftliche Verwendung sozialer Netzwerke zu entwickeln und andererseits die Unternehmensdaten im Web besser zu schützen.
Jedes österreichische Unternehmen ist von den aktuellen Entwicklungen im Bereich Social Media betroffen. Wer sich diesen Plattformen gegenüber gänzlich verschließt, kann nicht verhindern, dass dort über das Unternehmen trotzdem aktiv diskutiert und berichtet wird. Umso wichtiger sei es, sich als Unternehmer aktiv mit den Möglichkeiten der Social Media-Nutzung auseinanderzusetzen.
Auch für kleinere Unternehmen bieten soziale Netzwerke riesige Chancen zur Verbesserung der Kundenbeziehungen. Wichtig ist aber, dass es klare Rahmenbedingungen für die Nutzung gibt und sich Unternehmensangehörige nicht im "luftleeren Raum" bewegen. Alarmierend in diesem Zusammenhang ist, dass zwar bereits 80 % aller Unternehmer über die Bedeutung von Social Media Bescheid wissen, dagegen aber erst 17 % mit ihren Mitarbeitern eine Vereinbarung über die Nutzung getroffen haben.
Social Media-Guidelines mit Tipps für KMU
Eigentlich darf es heute kein Unternehmen mehr geben, dessen Mitarbeiter nicht darüber Bescheid wissen, ob und wie sie Social Media geschäftlich einsetzen dürfen.Als Hilfestellung für Unternehmen hat die WKÖ den Ratgeber "Social Media-Guidelines für KMU" entwickelt, in dem die wichtigsten Themen angesprochen und einfach erklärt werden. Die Guidelines bieten einerseits Tipps für Unternehmer zum Finden einer passenden Social Media-Strategie und andererseits Anregungen, wie sich Unternehmer und Mitarbeiter geschäftlich korrekt in Social Media bewegen, zugleich aber Image, Marken, Produkte und Dienstleistungen geschützt werden können. Der Ratgeber soll Unternehmern dabei helfen, individuelle Richtlinien für das eigene Unternehmen zu entwickeln und eine verständliche Vereinbarung zur Social Media-Nutzung mit den Mitarbeitern zu treffen.
Bei der Entwicklung der Guidelines haben sich die Experten des E-Centers der WKÖ an bestehenden Guidelines internationaler Unternehmen orientiert und diese gemeinsam mit Branchenexperten speziell an die Besonderheiten und Bedürfnisse österreichischer KMU angepasst.
So führen im ersten Teil sieben Tipps den Unternehmer Schritt für Schritt an das Thema Social Media heran, von der Analyse des Status Quo im Unternehmen und Social Media-Monitoring über die Definition eigener Unternehmensziele in sozialen Netzwerken und die Einbindung der Mitarbeiter bis zur Formulierung individueller Social Media-Richtlinien für das eigene Unternehmen.
Im zweiten Teil finden sich Formulierungsvorschläge für solche Richtlinien: rechtliche Aspekte, wie der Schutz von Unternehmensverträgen und vertraulichen Daten sowie Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und Aspekte der Nutzung sozialer Medien während der Arbeitszeit werden ebenso berücksichtigt wie auch Richtlinien für gutes Benehmen im Web, darunter Tipps zur Wahrung der Authentizität und zur persönlichen Verantwortung für Äußerungen in Social Media oder zum respektvollem Umgang mit anderen sowie zur Fehlerkultur.
Den gesamten Text "Social Media-Guidelines für KMU" gibt es zum Download unter www.wko.at/ecenter
Strategische Entscheidung

„Wie man Social Media als Unternehmer einsetzt, ist eine strategische Entscheidung, die für jedes Unternehmen individuell getroffen werden muss.” Dr. Gerhard Laga, WKO E-Center (Bild: WKO)
Die Mitarbeiter sind die besten Botschafter für das Unternehmen, die man sich wünschen kann - vorausgesetzt, sie wissen darüber Bescheid, was und in welcher Form sie im Web über das Unternehmen schreiben sollen und dürfen. Klare Richtlinien, zum Beispiel in Form von eigenen Social Media-Guidelines, sind dafür allerdings unerlässlich.
Für alle Unternehmer, die sich rasch und unkompliziert im Web informieren wollen, hat die WKÖ auch ein Online-Beratungssystem zur Social Media-Nutzung erstellt. Unter www.wko.at/ecenter finden Interessierte nach der Beantwortung einiger weniger Fragen individuell auf ihr Unternehmen abgestimmte Tipps und Anregungen.

Auch beim E-Day am 3. März 2011 sind soziale Medien und die Nutzung in Unternehmen ein zentrales Thema.
Die größte und bekannteste Informationsveranstaltung der WKÖ zum Thema E-Business steht 2011 unter dem Motto "Erneuern, um zu wachsen". In rund 90 Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops wird diskutiert, welche Social Media-Plattformen zu welchem Unternehmen passen oder ob ein Unternehmen heute wirklich eine Fan-Seite auf Facebook braucht.
Aktuelle Trends aus der Welt des Onlinemarketings sowie bei Sicherheit im Internet, Cloud Computing und die Medien der Zukunft sind weitere Programmpunkte. Gemäß dem Social-Media-Schwerpunkt bietet der E-Day heuer sowohl vor Ort als auch auf www.eday.at zahlreiche neue Angebote, die Besucher und virtuelle Beobachter zum aktiven Mitmachen einladen.
Die Online-Anmeldung zum E-Day 2011 ist ab sofort möglich. Der Besuch ist kostenlos, Anmeldeschluss ist der 28. Februar 2011. Kurzentschlossene können sich auch am Veranstaltungstag direkt in der Wirtschaftskammer Österreich registrieren lassen. Wem Wien zu weit weg ist, der kann am 3. März den E-Day auch via Livestreams aus zwei Sälen und Twitterfeed (http://twitter.com/WKO_EDay @WKO_EDay, Hashtag: #eday2011) auf www.eday.at verfolgen.





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8/2011
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bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 