Die Handy-Verliebtheit der ÖsterreicherInnen ist ungebrochen, sowohl im Privat- als auch im Business-Bereich. Das zeigen auch die jüngsten Marktzahlen des Telekom Monitor, herausgegeben von der Regulierungsbehörde RTR. Im zweiten Quartal 2010 gab es in Österreich erstmals mehr als 12 Mio. SIM-Karten, rund 7 Mio. davon entfallen auf 2G-SIM-Karten.
"3G-SIM-Karten überschritten die 5-Millionen-Marke", gab RTR-Geschäftsführer Georg Serentschy bekannt, und weiter: "Die Marktdurchdringung mit Handys ist vom ersten auf das zweite Quartal 2010 um 5 % auf 145 % gestiegen". Und diese Rate wird noch weiter steigen, prognostizierte TA-Generaldirektor Hannes Ametsreiter Ende Jänner auf einer Podiumsdiskussion, organisiert vom Forum Mobilkommunikation (FMK): "Die Durchdringung wird in einigen Jahren 300 bis 400 % betragen, auch Autos und Haushaltsgeräte werden in Zukunft eine SIM-Karte haben. Das bedeutet, dass auf jede Person in Österreich etwa drei bis vier SIM-Karten kommen."
Datentransfer steigt, aber weniger Umsatz

„Wir rechnen im Businessbereich mit einer starken Nachfrage nach Unified Communications und Cloud- Computing-Lösungen.” Hannes Ametsreiter, Generaldirektor von A1 Telekom Austria (Foto: Wahlmüller)
Demgegenüber steht ein nach wie vor mörderischer Preiskampf. Trotz steigender Verkaufs- und SIM-Karten-Zahlen sinkt daher der Umsatz der Mobilfunker nach wie vor. Der Gesamtumsatz der österreichischen Anbieter betrug im zweiten Quartal 2010 laut RTR Telekom Monitor 783,3 Mio. Euro, im Vergleich zum Vorquartal bedeutet das einen Rückgang um 1,1 %. Innerhalb eines Jahres sind die Umsätze um 4,4 % gesunken. (2. Qu.2009: 820 Mio. Euro). Und das, obwohl die Zahl der mobilen Breitband-Anschlüsse weiter ansteigt, wenn auch das Wachstum etwas abgeschwächt ist. Die Zuwachsrate hat sich im Vergleich zum Jahr 2009 in etwa halbiert. Insgesamt gab es Mitte 2010 1,44 Mio. mobile Breitband-Anschlüsse. Grund für die sinkenden Umsätze sind der Preisverfall sowie die gesenkten Roaming-Kosten. Trotzdem beeilten sich alle vier heimischen Anbieter bei besagter FMK-Diskussion zu betonen: Wir machen uns 2011 keine Sorgen. Denn die Nachfrage nach Smartphones boomt weiterhin und bei der Nutzung eröffnen sich noch viele ungeahnte Möglichkeiten. Die Hoffnung der Mobilfunkanbieter liegt daher im Angebot von zahlreichen Services, "Apps" und Lösungen, die die Nutzung der diversen mobilen Endgeräte beflügeln.
Laptop beliebt, Smartphone im Kommen
Dass hier noch ein großer Aufholbedarf besteht, zeigt ein Blick auf den aktuellen Austrian Internet Monitor Business. (Oktober 2010, erhoben von Integral Marktforschung, Befragt wurden 752 Unternehmen.) Nur 34 % der Unternehmen lassen ihre Mitarbeiter E-Mails via Mobilnetz verschicken, nur 26 % surfen im Web unter Beanspruchung eines Mobilnetzes und nur 18 % greifen "mobil" auf Dateien oder Applikationen im Unternehmensnetzwerk zu. Vor allem der Laptop wird für die Mobilität gern genutzt, die allseits propagierten Smartphones rangieren noch abgeschlagen.
Daher "fokussiert der Wettbewerb auf die mobile Datennutzung. Der wesentliche Treiber ist die mobile E-Mail-Nutzung, welche primär über Note- und Netbooks erfolgt, jedoch einen Trend zu Smartphones erwarten lässt. Die Nutzung der vielseitigen mobilen Begleiter intensiviert sich mit zunehmender Erfahrung der Anwender, zudem erfolgt ein laufender Austausch einfacher Geräte durch aktuelle Allrounder-Modelle in den Unternehmen", beurteilt Integral Marktforscherin Sandra Cerny die aktuelle Situation.
Trotz Krise haben die Unternehmen in punkto Telekommunikation im vergangenen Jahr kräftig investiert. Erstmals haben laut AIM Business mehr als 90 % aller Unternehmen einen Internetzugang und mit 57 % deutlich mehr als die Hälfte eine eigene Website plus eigene Domain, das ist ein deutliches Plus von 4 %. Insbesondere mittelgroße Unternehmen haben hier stark aufgeholt oder ihre längst fälligen Hausaufgaben gemacht.
Wunsch nach "einer" Kommunikationslösung

„Sechs von zehn verkauften Handys sind bereits Smartphones, das ist mehr als doppelt so viel wie im Branchenschnitt.” T-Mobile CEO Robert Chvátal (Foto: T-Mobile)
"Wir rechnen im Businessbereich mit einer starken Nachfrage nach Unified Communications und Cloud Computing Lösungen", bestätigt TA-Chef Hannes Ametsreiter den Trend. Wichtige Grundlage dafür ist ein leistungsfähiges Netz. Laut Ametsreiter investiert die TA derzeit (2009 bis 2013) 1,5 Mrd. Euro in den Ausbau von Mobil- und Festnetz. Zu den UC-Kunden der TA zählt etwa das Tiroler Kristall-Unternehmen Swarovski oder der renommierte steirische Spezialist für Antriebssysteme AVL List. Seit vergangenen September nutzt AVL List ein gemanagtes und gehostetes UC-Service der Telekom Austria für derzeit 400 berechtigte User weltweit, ob in Europa, Amerika, Asien oder Australien. Als Plattform für das System wurde ein Microsoft Office Communications Server 2007 RS ausgewählt.
Die neue Lösung ermöglicht allen Teilnehmern jetzt Telefonie, Conferencing und Collaboration über ein System mit zentralem Zugriff. Auch der Kärntner Software-Hersteller Uniquare, Spezialist für Banken-Software-Lösungen (170 Mitarbeiter, Exportquote: 95 %), wünschte sich eine einheitliche Kommunikationslösung, wobei vor allem die bestehende Videokonferenz-Anlage (Polycom) sowie Sametime von Lotus Notes (Instant Messaging und Konferenz-Software) integriert sein sollten. Als Basis der neuen UC-Lösung wurde hier ein Cisco Call Manager gewählt. Uniquare nutzt jetzt Voice over IP, mit Kunden und Mitarbeitern können jederzeit weltweit Videocalls abgewickelt werden, der weltweite Einstieg erfolgt dabei über den Cisco IP Communicator. Bei unternehmensinternen Calls fallen zudem keine Kosten an (A1 Network Corporate Zero). So sind auch tägliche Videokonferenzen mit Mitarbeitern, Kunden oder Partnern weltweit mittlerweile Alltag, etwa mit der Ukraine.





1/2012
8/2011
7/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 