Am meisten soll erwartungsgemäß in SAP ERP (knapp 63 %) investiert werden. Auf Platz 2 folgen die Ausgaben für Business-Intelligence-Lösungen der SAP mit 36 %. Jeder 6. Kunde plant, in den SAP Solution Manager zu investieren. Zu den Topthemen der Anwender in diesem Jahr gehören Virtualisierung, Business Intelligence und Portale.
Eine eher untergeordnete Rolle in den konkreten Investitionsplanungen der befragten DSAG-Mitgliedsunternehmen spielen In-Memory und mobile Technologien. Auf SAP ERP 6.0 setzen mittlerweile 83 % der im Verband organisierten SAP-Kunden (2010: 79 %). Beim Support-Modell gibt es nationale Unterschiede. Der Mehrwert von Enterprise Support wird dabei differenzierter betrachtet.
Die IT-Budgets steigen in 2011 um knapp 6 % (AT: 9,5 %, CH: fast 7 %). Das geben die rund 350 Unternehmen an, die sich an der Investitionsumfrage 2011 der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V. beteiligt haben. Rund ein Drittel des IT-Budgets entfällt demnach auf SAP. Diese Zahl bleibt über die letzten Jahre hinweg stabil. Investitionen in Hardware gehen kontinuierlich zurück. Knapp zwei Drittel der SAP-Ausgaben sollen für Prozessberatung ausgegeben werden.
Gewinner ist der Bereich Software. So planen die DSAG-Mitgliedsunternehmen in diesem Jahr rund 10 % mehr für Software auszugeben. Von den Investitionen in die SAP-Lösungen entfallen wiederum 63 % auf das SAP-ERP-Umfeld. An zweiter Stelle steht SAP NetWeaver Business Warehouse und SAP Business Objects mit zusammen 36 %. Auf die weiteren Plätze kommen der SAP Solution Manager mit fast 17 % und das SAP NetWeaver Portal mit 14 %.
DSAG-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Karl Liebstückel bewertet das Investitionsverhalten so: „Die steigenden Investitionen in SAP-Software zeigen, dass das Vertrauen der Kunden in SAP und ihre Produkte zurückkehrt.“ Das schlägt sich auch in der weiteren Verbreitung von SAP ERP 6.0 nieder.
Nationale Unterschiede beim Support
In der Schweiz und in Österreich nutzt die Mehrheit der Anwender den Enterprise Support, in Deutschland Standard Support. Über alle Länder verteilt halten sich die Support-Modelle die Waage. Das Support-Modell für Großunternehmen (Product Support for Large Enterprises) nutzen rund 6 %. Keinen Wartungsvertrag besitzen 1,5 % der Befragten. Der Anteil derer, die die Dienstleistungen von Drittwartungsanbietern in Anspruch nehmen wollen, liegt auf dem gleichen Niveau.
Was die Wechselbereitschaft betrifft, schlägt diese in Richtung Standard Support aus. Über 7 % wollen zurück auf das einfachere Modell gehen, etwas über 2 % planen den Wechsel zu Enterprise Support. In Sachen Mehrwertdiskussion hinsichtlich Enterprise Support tragen die Bemühungen der SAP langsam Früchte.
Aktuelle Themen für SAP-Anwender
Erstmals wurden DSAG-Mitglieder auch zu generischen Themen bei ihren Investitionsplanungen befragt. Das absolute Top-Thema derzeit ist Virtualisierung. Über die Hälfte der Befragten plant in 2011 in diesem Bereich aktiv zu werden. Knapp ein Drittel davon hat konkrete Investitionspläne. Außerdem im Fokus stehen Business Intelligence und die Portalthematik.
Die In-Memory-Technologie ist dagegen für die Befragten in 2011 kaum ein Thema. Lediglich ein Fünftel plant sich über die Weiterentwicklung der Technologie zu informieren. Nur zwei Unternehmen haben vor, in die In-Memory-Lösung der SAP (SAP High Performance Analytic Appliance, SAP HANA) zu investieren. Ähnlich sieht es hinsichtlich der Strategien für mobile Endgeräte aus. Investieren wollen lediglich 6 %. Interessiert an dem Thema zeigen sich rund 24 %. Cloud Computing spielt in den Investitionsüberlegungen ebenfalls fast keine Rolle. Wobei sich in 2011 rund 18 % mit dem Thema beschäftigen oder sich darüber zumindest informieren.
Die DSAG-Investitionsumfrage wird einmal jährlich online durchgeführt. In 2011 nahmen an der Befragung knapp 350 Mitgliedsunternehmen teil. Erhoben wurden die Daten im Zeitraum von Dezember 2010 bis Anfang Januar 2011.


1/2012
8/2011
7/2011


Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 