"On-Demand ist für uns eine strategische Angelegenheit und wir müssen damit erfolgreich sein, es ist kein Hobby“, sagte Peter Lorenz, Executive Vice President auf einer SAP Veranstaltung in Santa Clara, Kalifornien. Dazu gehört auch, dass SAP ByD in weiteren Ländern verfügbar sein wird. Für das erste Halbjahr 2011 ist mit einem Start in Österreich und der Schweiz zu rechnen, die internen Vorbereitungen dazu laufen jedenfalls schon seit geraumer Zeit.
Die erste ergänzende On-Demand-Lösung, die auf ByD als Plattform aufbaut ist „Sales on-Demand“. Eigentlich für Ende November avisiert, wird es wohl Februar 2011, bis SAP mit diesem Produkt in den Markt geht. SAP Vorstandschef Jim Hageman Snabe ist eindeutig in seinem Qualitätsbekenntnis: "Qualität geht vor Geschwindigkeit, auch bei On-Demand-Produkten.“
Auf dem SAP Influencer Summit im Dezember 2010 hat sich Snabe auch einige interessante Zwischentöne erlaubt. Die neue SAP stelle den Kunden wieder in den Fokus, es werde stärker mit den Kunden zusammen entwickelt und gearbeitet und die Betriebskosten seien durchaus im Fokus der Entwicklung. Daraus kann man folgern, dass sich unter seinem Vorgänger SAP zu sehr von den Kunden entfernt hat und die Entwicklung am Kunden vorbei erfolgt ist. Wenn man sich an die Aufregung und die Vorgehensweise bei der Wartungspreiserhöhung erinnert, eine treffende Diagnose.
Dazu passt die Aussage von Vishal Sikka, im Vorstand für die Entwicklung zuständig: "Wir sprechen nur noch über Dinge, die wir auch liefern können." Fast schon eine Revolution, denkt man doch an das weit verbreitende Powerpoint-Engineering, dass sich die Branche durchaus zu eigen macht. Allerdings fehlte der Veranstaltung das Visionäre und Mitreißende. Dem von Snabe ausgegebenen Motto „Innovation statt Konsolidierung" konnte der große Wurf leider nicht folgen. Es wurde sehr ordentlich dargestellt, welche Ankündigungen der letzten Monate erfolgreich umgesetzt worden sind – Release 2.5 von ByD beispielsweise – und auch auf HANA (High-performance Analytic Appliance), welches den direkten Zugriff auf Daten im Arbeitsspeicher (In-Memory-Computing) erlaubt, wurde ausführlich hingewiesen.
Aber die wahrscheinlich interessanteste Neuigkeit wurde nur sehr zurückhaltend dargestellt: ByD wird zur Plattform ausgebaut und soll nicht nur der SAP sondern auch Partnern als Entwicklungsplattform dienen. Die Entscheidung fiel im Dezember 2009 und hat zu sehr heftigen Diskussionen innerhalb der SAP geführt, welche Plattform denn die richtige sei. Der Hauptgrund war der Punkt "Leverage", den John Wookey, Executive Vice President bei SAP, anführt. Daneben haben noch die Benutzeroberfläche, aber auch Punkte wie Single Sign on eine Rolle gespielt.
Mit dem im Januar erhältlichen SDK für ByD wird das Ganze an Fahrt gewinnen. Entwickelt wird auf Basis von Microsoft's Visual Studio und anschliessend in ABAP kompiliert. Mit der für Sommer 2011 angekündigten Version 3.0 wird auch eine zweite Version des SDK verfügbar sein.
Ab Januar soll ByD auch verstärkt in Niederlassungen von SAP ERP-Kunden eingesetzt werden. Dazu passt die Partnerschaft mit Accenture, die ein ByD Center of Excellence einrichten wollen, um weltweit ihre SAP-Kunden bedienen zu können. In die Partnerrekrutierung ist auch seit Sommer Bewegung gekommen. Aktuell sind rund 50 Partner weltweit im Einsatz. Diese Zahl wird sich im kommenden Jahr aber durchaus noch verdoppeln. Denkbar ist laut SAP durchaus die Trennung in reine Sales-Partner und reine Implementierungspartner - das wird aber wohl erst 2012 der Fall sein. Bernd-Uwe Pagel, Senior Vice President SAP, schliesst sogar einen Betrieb der Lösung durch Partner nicht aus, allerdings wird dies nicht vor dem Jahr 2012/13 realistisch sein.
Die Autoren: Frank Naujoks, i2s consulting (i2s Research); Christoph Weiss, Büroleiter i2s Österreich


1/2012
8/2011
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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 