Am 22. und 23. September informierten sich insgesamt 2.431 Besucher bei 181 Ausstellern über Trends und Entwicklungen in Personalmanagement und Personalentwicklung. Mit der Premiere der Austrian eLearning Conference erhielten die Themen betriebliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen besonderes Gewicht.
Computer und Gehirn
Dramatische Veränderungen für unser Leben und Lernen sagte Prof. Dr. Hermann Maurer (Technische Universität Graz) in seinem Keynote-Vortrag auf der Austrian eLearning Conference voraus. "Computer und Internet werden zu einer unentbehrlichen Erweiterung unseres Gehirns", prophezeite Maurer. Dies berge einerseits Gefahren: Dadurch, dass sich Wissen im Internet beinahe unendlich speichern lasse, machten sich die Menschen abhängig. Zudem ließen sie sich in ihrer Wahrnehmung der Welt von Suchmaschinenergebnissen und deren Rankings beeinflussen.
Jedoch liege auch eine große Chance in diesem Prozess: Ausbildungs- und Studienzeiten könnten radikal verkürzt werden, da Menschen nicht mehr auf Vorrat lernen müssten, sondern Wissen extern speichern könnten. Statt Faktenwissen anzuhäufen, von dem sie später nur einen Bruchteil anwendeten, sollten die Mitarbeiter verstärkt zwischendurch und direkt am Arbeitsplatz das lernen, was sie für ihre Aufgaben benötigen.
Wie Lernen am Arbeitsplatz aussehen kann, zeigte ein gemeinsamer Beitrag von AMS und create.at. Christoph Schmidt-Mårtensson von create.at präsentierte eine "Lernarchitektur", in der sich die Mitarbeiter wie durch ein tatsächliches Gebäude mit mehreren Stockwerken bewegen können. Deren virtuelle Abteilungen und Zimmer sind mit bestimmten Inhalten gefüllt. Das AMS nutze diese Lernwelt vor allem zur Einarbeitung neuer Beschäftigten. An den Inhalten haben, so Ernst Winter von der Abteilung Interne Personal-Ausbildung des AMS Österreich, 55 Personen mitgearbeitet, viele mit Videos und Podcasts.
Architektonische Grundlage dafür war das in Linz gelegene Gebäude, in dem das AMS seine Grundausbildungen anbietet. Dieses baute create.at virtuell nach und machte es digital begehbar. Einige Räume füllen die verschiedenen AMS-Einheiten mit Inhalten. In anderen - den sogenannten "Länderräumen" stellen sich die Bundesländer vor. Seit 2010 ist das Lernportal im Einsatz und die Anzahl der Zugriffe, so Winter, sei enorm. Etwa ein Viertel aller Mitarbeiter nutze dieses Angebot, das auch als Nachschlagewerk diene. Und: 67 % der Lerninhalte würden zu 100 % fertig angeschaut. "Der Preis ist hoch, aber wir sind das Geld nicht leid", beteuerte Winter.
Learning Management
Eine Lösung für E-Learning und Learning Management, die sich besonders für die Nutzung durch Außendienstmitarbeitern als sehr gut handhabbar erwiesen habe, stellten Hans Zebinger, E-Learning-Verantwortlicher bei UNIQA, und Marc Müller von IMC im Forum Best Practice vor. Wichtigster Aspekt bei der Auswahl des Learning Management Systems für UNIQA sei die Möglichkeit der Offline-Nutzung gewesen, berichtete Zebinger.
So könnten die Mitarbeiter Lerneinheiten auch ohne Internetverbindung durcharbeiten. Der Status ihres Lernfortschritts aktualisiere sich dann automatisch bei der nächsten Internetverbindung, erklärte Müller. Weitere Vorteile seien die einfache Bedienung, die flexible Erweiterbarkeit - auch für Unternehmensteile im Ausland - und die problemlose Integration von Autorensoftware und Learning Management System. Je nach Zuständigkeiten und Berechtigungen stelle das System den Mitarbeitern und ihren Vorgesetzten Statistiken über den Lernfortschritt der Lerner individuell zusammen.
Die zehnte und Jubiläumsausgabe der Personal Austria findet am 19. und 20. Oktober 2011 in der Messe Wien statt. Weitere Informationen sind unter www.personal-austria.at, www.professional-learning.at und www.aelc.at erhältlich.




1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 