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ADV-Veranstaltung

Zukunft der IT-Arbeitswelt 2.0

Die ADV-Personaltagung prägten divergente Meinungen bezüglich neuer Arbeitsformen.

Informationstechnologie beeinflusst unsere Arbeitswelt umfassend. Welche IT-Themen betreffen österreichische Unternehmen speziell im HR-Kontext, wie nutzen österreichische Unternehmen diesen Einfluss im HR-Umfeld und worin liegen neue IT-basierte Potenziale für Unternehmen und ihre HRStrategien, für MitarbeiterInnen und ihre Entwicklung – für die „Arbeitskraft“ insgesamt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die 1. ADV-Personal-Tagung „IT-Arbeitswelt 2.0“.

Nach einleitenden Worten von Manfred Prinz (Prinz Consult, der Tagung gemeinsam mit seinem ADV-Vorstandskollegen Wolfgang Ruff (d2d) initiiert hat führte Regina Gruber (Corporate Feedback Management) zügig durch den kontroversiellen Tag.

Die Flexibilitäts- und Kreativitätsansprüche der Zukunftsgeneration relativierte Michael Baumann (Amrop Jenewein). Er sah eine für Österreich kritische Arbeits-Realität in unseren östlichen Nachbarländern. „Die Energie, die die Digital Natives dort in ihren Jobs einsetzen und mit der sie auch nach Österreich drängen, ist weniger geprägt vom Streben nach Freiheit, als vielmehr vom Ehrgeiz im Westen Arbeit zu finden. Und die kriegen sie. Zunehmend. Nicht nur der Motivation wegen, sondern auch weil sie billiger zu haben sind.“

Wolfgang Ruff ergänzte: „Obwohl aus den Nachbarstaaten sehr gut ausgebildete Fachkräfte auch nach Österreich drängen, ist  wegen der guten Nachfrage das Gehaltsniveau bei den Technologie-Experten nur schwach sinkend. Andererseits sind wirklich markante Gehaltseinsparungen erst von Bulgarien ostwärts erzielbar.“

Die Anforderungen an IT-MitarbeiterInnen liegen in Zukunft noch mehr als heute in Fachwissen, Managementfähigkeit, Netzwerken und  persönlicher Stabilität. Dazu kam von Peter Ostermann (ÖBB) eine ganz klare Botschaft: „Was wir in der IT brauchen, sind Leute, die wirklich etwas von der Sache verstehen. Wenn mir jemand erzählt, er ist ein IT-Experte für eine ganze Branche, muss ich lachen. Die Spezialisierung muss viel feiner sein. Auch bei uns, in der ÖBB, gibt es keine Bahn-Experten, die Komplexität ist viel zu hoch. Was es gibt sind Spezialisten für Ticketing-Systeme oder für Kundendatenbanken usw. Auf diesen Bedarf müsste man in der Ausbildung schauen.“

Frauen in der IT

„Österreichs Universitäts-Anspruch ist klar,“ sagte Univ.-Prof. Roland Mittermeir (Univ. Klagenfurt, Inst. f. Informatik-System): „Es ist egal, ob man in Frankfurt, New York oder Klagenfurt studiert, der Level in der IT muss überall der gleiche sein.“ Bei einer Sache gelingt uns dies in Österreich allerdings gar nicht gut: bei der Entwicklung von weiblichen IT-ExpertInnen, und das kann Mittermeir auch erklären: „Bereits in der Volksschule haben wir in den naturwissenschaftlichen Fächern ein eindeutig an männlichem Lernverhalten orientiertes Angebot – es geht an der Interessen der Mädchen vorbei!“

Mit den neuen Arbeitsformen – wo immer, wann immer, mit wem immer – stellen sich auch die rechtlichen Fragen hinsichtlich Arbeitszeit, Arbeitsverhältnissen und Kontrolle völlig neu. Einen Lösungsansatz, die Vertrauensarbeitszeit, präsentierte Leonhard Reis (RA Kunz-Schima-Walentin). Wie schwierig es ist, auch wenn beide wollen – MitarbeiterInnen und Unternehmen – solche Ansätze zu realisieren, wurde in der Diskussion um gesetzlichen Rahmen und betriebliche Praxis zwischen Verena Futter-Mehringer (Novomatic), Bernhard Hirnschrodt (GPA) und René Tritscher (FV UBIT) erkennbar. Um den Aufbau von Vertrauen bei gleichzeitiger Kontrolle ging es auch Günter Lueger (Solution Management Center). Er stellte IT-Tools zur Leistungsmessung vor, die ‚Die Logik von positiven Lösungen’ eingebaut haben, und solcherart motivierendes Performance-Controlling ermöglichen.

Arbeitswelt 2020 – Technologie und Beziehung

In der abschließenden Podiumsdiskussion zeigten die österreichischen Unternehmen ihre Zukunftsorientierung. Für Marcus Izmir (MI-Group) liegen die technologischen Erwartungen bis 2020 klar auf der Hand: „Ein Smart Device wird als Arbeitsmittel reichen, Informationen kommen aus der Cloud, Visualisierungen via Hologramm und Mensch-Maschine-Lösungen sorgen für höchst individuelle Usability.“ Martin Bittner (SolveDirect) arbeitet voll auf die Auflösung von lokalen Grenzen hin: „Wir gehören zusammen – während wir irgendwo auf der Welt sitzen.“

Die VertreterInnen der internationalen Konzerne nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst. Verena Futter-Mehringer (Novomatic): „Technologie hilft uns in der Arbeitswelt durchgehend. Von Kiosksystemen zum Deutschlernen für MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund bis zur globalen Online-Collaboration!“ Ein wesentliches Sowohl-als-auch stellte Evelin Mayr (HP) in den Vordergrund: „Bei uns ist natürlich die Technologie ganz wesentlich. Sie ist aber nur die eine Seite. Genauso wesentlich ist die soziale Seite: wir haben immer noch zu wenig Frauen in unserer Branche, wir arbeiten intensiv an den demografischen Themen – die durchschnittlichen MitarbeiterInnen werden in Zukunft jedenfalls älter sein – und wir brauchen ganz wesentlich das persönliche Gespräch, das persönliche Verständnis und Vertrauen als Grundlage.“

www.adv.at

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MONITOR-Autoren
Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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