Im Auftrag des Vizekanzlers und Finanzministers Josef Pröll startete das Bundesrechenzentrum (BRZ) die Umsetzung einer ökologischen Initiative mit bewusster Vorbildwirkung: „Das BRZ soll das grünste Rechenzentrum Österreichs werden“. Dabei wird nicht nur der CO2-Ausstoß massiv gesenkt, sondern auch einiges an Kosten in den nächsten Jahren eingespart.
Als Startschuss dieser Initiative präsentierte der Geschäftsführer des BRZ, DI Roland Jabkowski, anlässlich eines Roundtables zum Thema „BRZ goes Green IT“ gemeinsam mit Dr. Gerhard Popp vom Finanzministerium an der TU Wien diese Nachhaltigkeits-Maßnahmen und diskutierte mit den Experten Dr. Thomas Schauer, GF des Club of Rome, und Dr. Klaus Kastenhofer, GF der Umweltschutzorganisation Global 2000, über Innovationen und Zukunftsperspektiven in diesem Bereich.
„Alleine der Stromverbrauch liegt derzeit bei rund 22 Gigawattstunden (= 22 Mio. kWh). Durch ein Bündel von Maßnahmen beabsichtigen wir, in den nächsten drei Jahren etwa 25 Prozent des Strombedarfs einzusparen – das entspricht dem Energieverbrauch von etwa 2.000 Haushalten“, brachte Jabkowski das Einsparungspotenzial auf den Punkt. Dadurch reduziere man einerseits die Umweltbelastung – man rechnet mit einer Senkung des CO2-Ausstoßes um etwa 900 Tonnen pro Jahr – und andererseits die Kosten um bis zu 650.000,- Euro pro Jahr.
So können etwa allein durch moderne Virtualisierungstechnologie die Auslastung der Computersysteme massiv erhöht und die Energieeffizienz um bis zu 50 Prozent gesteigert werden. Im Endausbau können dadurch bis zu 1,5 Gigawattstunden Strom pro Jahr eingespart werden, was einer Reduktion des CO2-Ausstoßes von mehr als 250 Tonnen pro Jahr entspricht. Die ersten 100 Server konnten bereits virtualisiert werden und haben diese Annahmen auch bestätigt. Weiteres großes Einsparungspotenzial gibt es bei der Kühlung der Systemräume.
Das große Einsparungspotenzial beim CO2-Ausstoß freut auch das Finanzministerium, das als Eigentümer des BRZ durch den zuständigen Sektionschef Dr. Gerhard Popp beim Roundtable vertreten war: „Es freut uns, dass wir im eigenen Bereich einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele des Kyoto-Protokolls leisten können. Gemeinsam mit dem BRZ wollen wir dazu auch vermehrt auf Shared Services setzen.“ Hintergrund dieser „Shared IT-Services“ ist ein organisatorischer Ansatz, der die Bündelung und die Wiederverwendung von ähnlichen Teilen oder gesamten IT-Anwendungen bzw. IT-Services fördert. Frei nach dem Motto „Einmal entwickelt, vielfach verwendet“ wird dadurch sowohl der Aufwand für die Entwicklung als auch für den Betrieb von elektronischen Verwaltungsverfahren um bis zu 50 Prozent gesenkt.
Der beim Roundtable anwesende Geschäftsführer des Club of Rome - European Support Centre, Dr. Thomas Schauer, begrüßte die Green IT Initiative des BRZ ebenso wie der ebenfalls anwesende Geschäftsführer von Global 2000, Dr. Klaus Kastenhofer. Global 2000 wird die gesamte Green IT Initiative des BRZ als offizieller Partner begleiten.
Um auch eine Überprüfbarkeit der Effizienz der geplanten Maßnahmen zu ermöglichen, kündigte Jabkowski darüber hinaus an, dass in Zukunft das BRZ auch den PUE (Power usage effectiveness) des Rechenzentrums regelmäßig veröffentlichen wird. Aus diesem Indikatorwert lässt sich die Effektivität der Energienutzung in einem Rechenzentrum ablesen und dadurch auch positive Auswirkungen auswerten.




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 