Newsfeed abonnieren
IT-Lösungen f. d. Industrie

Interview mit Sima Ressl-Ghawidel (HP ) & Luise Ruckenstuhl (Canon)

Großformatdrucker für CAD

Bei der Ausgabe von CAD-Entwürfen und technischen Zeichnungen spielen Großformatdrucker eine wichtige Rolle. MONITOR sprach mit zwei führenden Geräteherstellern über die aktuellen Trends.

Der im Frühjahr 2010 gelaunchte HP Designjet T1200HD-MFP bietet Anwendern integrierte Scan-, Kopier- und Druckfunktionen für eine Vielzahl von Dokumenten wie Zeichnungen, Karten, Renderings und fotorealistische Bilder. HP hat zudem eine Reihe von Softwarelösungen für das Designjet- Portfolio eingeführt (Bild: HP)

Die Gesprächspartner sind (alphabetisch gereiht): Mag. Sima Ressl-Ghawidel, Business Manager HP Imaging & Printing Group LFP, so wie Luise Ruckenstuhl, Canon Business Imaging Group (BIG), Product Business Developer für Large Format Printing & Document Scanning.

Wie schätzen Sie den aktuellen Markt für Large Format Printing weltweit und in Österreich ein?

Ressl-Ghawidel: Die Welt der Großformatdrucker erfährt zurzeit einen raschen Wandel. Dabei geht es nicht nur um die derzeit dominanten digitalen Großformatdrucker-Technologien, sondern vor allem um die Anwendungen und die Erwartungen der Endverbraucher. Hersteller haben erkannt wie wichtig es ist, immer schnellere Modelle zu launchen, die mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet sind. Diese zusätzlichen benutzerfreundlichen Funktionen, gepaart mit Geschwindigkeit und Druckqualität, sind die ausschlaggebenden Parameter bei der Wahl eines Großformatdruckers durch den Endkunden.

Ruckenstuhl: Im Segment CAD und technische Zeichnungen und den Druck mit wasserlöslicher Tinte ist der Markt gesättigt und es herrscht ein Verdrängungswettbewerb. Dieses Segment ist sicher eines der preissensibelsten im Großformatbereich. Es gibt etliche sehr gute Workflowlösungen, die dem Anwender im täglichen Gebrauch das Arbeitsleben deutlich erleichtern können.

Worauf sollte man bei der Anschaffung eines Großformatdruckers für den angesprochenen Anwendungsbereich achten?

Ressl-Ghawidel: Grundsätzlich sollte man sich vor der Anschaffung eines Großformatdruckers folgende Fragen stellen: Wie viele Benutzer greifen auf den Großformatdrucker zu? Wie viel wird gedruckt? Welche Formate werden gedruckt? Welche Druckqualität möchte man erreichen? Weiters empfehlen wir, auf die benutzerfreundliche Handhabung eines Gerätes zu achten, da in vielen Fällen nicht immer versierte Nutzer auf den Drucker zugreifen werden.

Für technische Zeichnungen und Pläne eignet sich besonders die Tintenstrahltechnologie, die präzise und klare Linienführungen in hoher Klarheit und Feinheit ermöglicht. Für die Wahl des richtigen Modells ist es ebenfalls wichtig zu bedenken, in welche Richtung sich das Unternehmen entwickelt und ob ein reiner Großformatdrucker ausreicht, oder ob ebenfalls auch eine Scanvorrichtung erforderlich ist. Zudem kann Zeit dank direktem Zugriff auf das Drucksystem mittels eingebauten Webservers gespart werden. Damit können praktisch mehrere Dateien ohne Treiber und unabhängig vom Betriebssystem bearbeitet werden.

Die Dateien können in beliebigen Formaten wie TIFF, JPEG, HP-RTL, HP GL/2, PLT, PS oder PDF gespeichert und geladen werden, sowie ohne Öffnen einer Software direkt zum Drucker gesendet werden. Eine komfortable Voransicht ermöglicht noch vor dem Druck zu korrigieren und somit Zeit, Medien und Tinte zu sparen.

Ruckenstuhl: Gerade bei technischen Zeichnungen ist ein optimales Druckergebnis das "A" und "O". So muss eine Bildqualität und -schärfe gewährleistet werden, die sogar die Reproduktion feiner Linien und kleiner Buchstaben ohne Verzerrungen ermöglicht. Neben der exakten Druckwiedergabe ist die Druckgeschwindigkeit für das CAD Segment ein wichtiges Kriterium: Denn der Anwender möchte so schnell es geht seinen erstellten Plan in den Händen halten.

Mit welchen Kosten muss man im Betrieb rechnen beziehungsweise welche Einsparungsmöglichkeiten bieten sich hier?

Mag. Sima Ressl-Ghawidel, Business Manager HP Imaging & Printing Group LFP (Bild: HP)

Ruckenstuhl: Die Kosten eines Ausdrucks hängen vom Farbauftrag an. Nehmen wir an, der Anwender möchte sich schnell einen Entwurf seines Planes ausdrucken, der einige farbige Elemente im A1-Format enthält. Der Ausdruck würde sich in so einem Fall auf unter 30 Cent belaufen. Geht es um die Produktion eines A0 Plans im Standardmodus auch mit farbigen Elementen, liegen die Kosten immer noch deutlich unter 1 Euro. (Diese Angaben sind immer ausschließlich Tintenkosten, ohne Medium gerechnet.)

Ressl-Ghawidel: Die anfallenden Kosten hängen ganz vom Verbrauch, den Dateien, den Medien und dem Drucker ab. Einsparungspotential bietet HP beispielsweise durch einen sehr geringen Tintenverbrauch sowie einzeln nachbestellbarer Druckköpfe. Zudem werden durch eine benutzerfreundliche Bedienung Zeit und Kosten gespart.

Eine interessante Option sind Managed Print Services (MPS): Diese verschaffen Unternehmen den nötigen Überblick über die Gesamtdruckkosten, sind individuell auf jede Anforderung zugeschnitten und sorgen durch einen ausgeglichenen Geräte-Einsatz für eine effiziente Druckumgebung - das wiederum senkt die Kosten im Schnitt um bis zu 30 %. MPS umfasst bei HP Hardware, Software, Verbrauchsmaterial, Wartung & Dienstleistungen und Finanzierung. Großformatdrucker können selbstverständlich in Managed Print Services intergiert werden. Die HP Designjets werden bereits in großen Firmen erfolgreich in Managed Print Services integriert.

Können Sie anhand von Kundenbeispielen den Einsatz von bestimmten Modellen in einem Kundenumfeld erläutern?

Ruckenstuhl: Die im 2009 eingeführte Serie Canon imagePROGRAF 750/755 ist bei Kunden sehr beliebt, vor allem für den schnellen Druck von Plänen. Wie bereits erwähnt, gibt es auch umfassendere Workflow Lösungen, auf die ich in Folge kurz eingehen möchte: Canon hat bei einigen Kunden bereits erfolgreich großformatige Lösungen installiert, die einen Großformatscanner, den iPF755, sowie einen Canon imageRUNNER umfasst haben. Die Geräte wurden über die Softwarelösung reprocontrol.net in einen Scan-Copy-Print Workflow eingebunden. Reprocontrol erkennt automatisch das zu druckende Format und routet den Druck automatisch auf den entsprechenden Drucker. Diese Lösung ist ideal für Arbeitsgruppen oder Abteilungen, die Druckkosten können einzelnen Projekten oder auch Abteilungen zugeordnet werden. Alle Aufträge, ob Drucke oder Scans, sind übersichtlich in einer Warteschlange gelistet.

Ressl-Ghawidel: Das Architekturbüro b720 Arquitectos mit Schwerpunkt auf moderne Großbauten, setzt auf einen HP Designjet 1200 um die Arbeitsabläufe zu beschleunigen und gleichzeitig auch noch eine hohe Druckqualität zu gewährleisten.

Zwei Online-Rollen mit intelligenter Wechselvorrichtung schaffen die Voraussetzung dafür, dass der Drucker ohne Betriebsunterbrechung zwei verschiedene Druckmedien oder Formate bedrucken kann. Dies ist sehr praktisch, wenn mehrere Mitarbeiter gleichzeitig verschiedene Aspekte eines Projektes auf verschiedene Druckmedien drucken müssen. Der HP Designjet T1200 hilft b720 Arquitectos bei der Erstellung von Präsentationen, die sich von den Angeboten der Konkurrenz abheben. Infolgedessen fühlt sich das Architekturbüro besser gerüstet, um auf neuen und aufstrebenden Märkten Fuß zu fassen.

Eine Herausforderung im LFP-Segment ist die Verbindung von hoher Produktivität mit möglichst rascher, effizienter Druckausgabe. Wie wird das technisch ihren Produkten gelöst?

Ressl-Ghawidel: Um zum Beispiel Druckdaten für Strichzeichnungen an einen Drucker schicken zu können, ist HP-GL/2 eine hervorragende Lösung. Die erste Version dieser Seitenbeschreibungssprache, HP-GL, wurde bereits in den 80er Jahren von HP für den Einsatz mit Stiftplottern entwickelt und eingeführt. HP-GL/2 wurde dann für den Einsatz mit Tinten und Laserdruckern weiterentwickelt und ist heute Standard für technische Zeichnungen in der Welt des Großformatdrucks.

Diese vektorbasierte Seitenbeschreibungssprache bietet vor allem einen Vorteil: Selbst sehr große Zeichnungen können mit relativ kleinen Datenmengen zum Drucker geschickt werden. Das entlastet das Netzwerk und macht eine schnelle, fehlerfreie Übertragung möglich. Für Drucker, die nicht über HP-GL/2 Unterstützung verfügen, müssen die Daten erst in Rasterdaten umgewandelt werden, wodurch erheblich größere Datenmengen entstehen. Außerdem ist die Sprache sehr einfach aufgebaut.

Ruckenstul: Die Canon Großformatdrucker der Serie iPF650/750/810 oder 820 drucken einen A0 Plan in deutlich unter einer Minute aus. Alle Canon Großformatdrucker weisen standardmäßig USB sowie Netzwerkanschluss auf. Um eine reibungslose Integration in die bestehende IT-Infrastruktur zu gewähren, installiert und schult das Serviceteam von Canon Austria vor Ort beim Kunden. Da die Canon LFP Drucker mit den gängigsten Softwareapplikationen des CAD/GIS Bereichs kompatibel sind, kann der Anwender direkt aus Programmen wie z.B. AutoCAD oder Archicad drucken.

Instant Printing Utility

HP ermöglicht mit der Instant Printing Utility Software den bequemen Druck von Dateien im Großformat.

Es kann ein großes Spektrum von Dateien als Vorschau angezeigt und direkt vom Desktop gedruckt werden. Die Bandbreite reicht hier von Bauplänen und technischen Entwürfen (HP-GL/2/PLT, DWF, PDF) über Bürodokumente (PDF, PPT) bis hin zu Bildern (TIFF, JPEG).

Die neuen Plug-ins für MS Office 2007 ermöglichen außerdem den Direktdruck von Powerpoint, Word, Excel und Outlook Dateien. Die HP Instant Printing Utility soll die Verarbeitung von HP-GL/2 und PEDF Dateien noch schneller machen, da der Speicher des Druckers genutzt und der Computer entlastet wird. Die Software ist dafür optimiert, die Größe der an den Drucker gesendeten Dateien deutlich zu reduzieren. Dies vermeidet Netzwerküberlastungen, die sonst zu Einbußen bei der Druckqualität führen können. Die HP Instant Printing Utility garantiert unterbrechungsfreies Arbeiten.

Eine Liste aller unterstützten HP Designjet-Drucker und Dateien sowie die Möglichkeit zur Registrierung und zum kostenlosen Download von HP Instant Printing Utility findet man hier: www.hp.com/go/hpinstantprintingutility

Großformatdruck für CAD und GIS

Der imagePROGRAF iPF755 ist ein A0-Drucker, der speziell für CAD/GIS-Umgebungen konzipiert wurde.

Der imagePROGRAF iPF755 ist ein A0-Drucker, der speziell für CAD/GIS-Umgebungen konzipiert wurde.

Ein Entwurfsdruck im Format A0 benötigt laut Hersteller nur 48 Sekunden. Die L-COA-Bildverarbeitungstechnologie von Canon sowie Gigabit-Ethernet-Anschluss ermöglichen den raschen Ausdruck verschiedenster Dokumente, von Gestaltungsplänen bis zu geografischen Daten.

In Netzwerkumgebungen wird eine fehlende Übereinstimmung der Druckmedien erkannt. Diese Funktion wird über die Festplatte zur Verfügung gestellt. Wenn ein Druckauftrag mit einem anderen als dem eingelegten Druckmedium gesendet wird, wird der Benutzer über das Bedienfeld darüber informiert. Er hat die Möglichkeit, den Druckauftrag abzubrechen, ihn trotzdem auszuführen oder das richtige Druckmedium einzulegen. In der Zwischenzeit führt der iPF755 die anderen Druckaufträge in der Warteschlange aus, sodass keine Zeit verloren geht.

Er besitzt ein Reactive Ink-System für fünf farbstoff- und pigmentbasierte Tinten. Die "HotSwap"-Tinkentanks können während des laufenden Betriebs ersetzt werden.

Er druckt mit einer Genauigkeit von ±0,1 % und einer minimalen Strichbreite von 0,02 mm. Druckköpfe mit 15.360 Düsen ermöglichen die Wiedergabe von Bildern mit 2400 x 1200 dpi für eine größtmögliche Wirkung.

Das Gerät ist mit HP-GL/2 und HP-RTL kompatibel und bietet verschiedene Einstellungen für Palette und Stift. Neben einem HDI-Treiber für AutoCAD- und Microsoft Office-Benutzer gibt es auch ein Plug-In für den Druck von Word, Excel und PowerPoint direkt von der Anwendung aus.

www.canon.at

weitersagen: drucken
Termine

18. Juni - 22. Juni

In ganz Österreich

SAP Mittelstandstage

Print-Archiv
Folgen Sie uns
Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum