Über 25 % der heimischen Unternehmen nutzen oder planen Cloud Computing. Weitere 27 % setzen sich mit dem Thema auseinander. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 160 österreichischen CIOs.
Cloud-Computing bedeutet einen Paradigmenwechsel hinsichtlich der Art und Weise, wie IT und IT-gestützte Services von Unternehmen bereitgestellt und in Anspruch genommen werden. Durch einen hohen Standardisierungs- und Automatisierungsgrad und den Einsatz von Virtualisierungstechnologien können Unternehmen Investitionen in Hardware reduzieren, laufende Betriebskosten senken und die Service-Qualität steigern.
Bereitgestellt werden Leistungen aus der „Cloud“ über Self-Service-Portale, was eine sehr flexible Nutzung von IT-Kapazitäten erlaubt. Der Einsatz von Clouds ermöglicht damit eine bisher nicht gekannte rasche Anpassung an den Bedarf und die Anforderungen der Nutzer und trägt dazu bei, die Kosten für viele Workloads zu reduzieren. Die Kosten sind übrigens ein zentrales Argument für Unternehmen, sich mit dem Thema Cloud zu beschäftigen, so ein Ergebnis der Studie.
Der große Wachstumsschub bei Cloud Computing ist nicht vor 2012 zu erwarten. Auch das zeigt die IDC Studie. Der Trend zur Serviceorientiertheit der IT ist aber unübersehbar. Johannes Koch, Leiter IT Services, IBM Österreich: „Die IT war lange Zeit ausschließlich auf eine eigene Infrastruktur und interne Ressourcen angewiesen. Heute akzeptieren immer mehr Unternehmen IT als eine Serviceleistung, die bereitgestellt wird und schaffen die Voraussetzungen dafür."
Der Bezug von Services und Leistungen aus der Cloud baut auf Technologien und Prozesse wie Virtualisierung, Software-as-a-Service (SaaS), SOA oder Business Processes auf. Während sich diese Computing-Modelle auf die flexible Bereitstellung von Ressourcen oder Anwendungen konzentrierten, geht Cloud einen Schritt weiter in Richtung Standard-Lösungen für Infrastrukturen, Plattformen und Anwendungen, die Services zu jeder Zeit und von jedem Ort aus zugänglich machen.
Interessantes Detail der Studie dazu: Unternehmen, die ihre Server virtualisiert bzw. IT Workload outgesourct haben – also IT schon als Service bereitstellen oder nutzen - sind mit dem Thema Cloud vertrauter als anderen Unternehmen. Johannes Koch: „Das Ergebnis stimmt mit unseren Erfahrungen überein. Virtualisierung oder Outsourcing werden von Unternehmen dazu genutzt, die Standardisierung, Automatisierung und Flexibilisierung voranzutreiben.“
Was die Studie ebenfalls zeigt: Die Themen Sicherheit und Integration von Cloud Computing in bestehende Infrastrukturen stehen bei den befragten Unternehmen ganz oben bei den kritischen Faktoren. Beide Themen werden beim Aufbau einer Private Cloud - also der Einbettung von Services aus der Cloud in die unternehmenseigene Umgebung - als einfacher lösbar betrachtet als bei der Nutzung von Services aus einer Public Cloud.
Eine zentrale Rolle spielt in jedem Fall der Standort des Rechenzentrums. Laut Studie ist für 37 % der befragten Unternehmen der Standort Österreich wichtig. Für weitere 25 % muss der Standort zumindest in einem EU Land sein.
Der Standortfaktor kommt besonders dann zum Tragen, wenn es um unternehmens- kritische Kunden-Daten bzw. hohe Business Compliance Standort-Anforderungen geht.


1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 