Die Studie zeigt, dass das Internet im ländlichen Raum einen sehr großen Stellenwert hat: So haben 73% der Bevölkerung, 91% der Unternehmen und 77% der Landwirte Zugang zum Internet. Der Zugang ist sehr stark generationsabhängig, so haben 94% der unter 30-jährigen Befragten Zugang zum Internet, im Gegenzug nutzen nur 55% der über 50-jährigen das Internet.
Privathaushalte, KMU und Landwirte fühlen sich benachteiligt
Auch wenn die Internetnutzung im ländlichen Raum tendenziell sehr hoch liegt, so fühlt sich ein Großteil der Bevölkerung am Land im Vergleich zur Stadt benachteiligt: 36% der Bevölkerung (das entspricht ca. eine Million Menschen), 41% der Unternehmen (ca. 39.000 Unternehmen) und 37% der Landwirte (ca. 85.000 Landwirte).
50% der befragten Betriebe im ländlichen Raum kritisieren den mangelnden Ausbau und die langsame Verbindung des Internets und würden einen deutlichen Wettbewerbsnachteil attestieren wenn sie keinen Internetzugang hätten.
„Unsere Studie zeigt, dass die Menschen im ländlichen Raum das Internet als Wirtschaftsfaktor wahrnehmen, aber auch großes Potential für Aus- Weiter- und Fortbildung sehen. Wir müssen uns die Bedürfnisse der Menschen am Land genau ansehen und Akzente setzen, dass die Landflucht verlangsamt wird. Hier ist die Politik aber auch die Regulierung gefragt“, so DI Robert Chvátal, Vorsitzender der Geschäftsführung T-Mobile Austria. „Aus diesem Grund plädieren wir dafür, dass die Frequenzen der Digitalen Dividende so schnell wie möglich zur Versteigerung freigegeben werden, so dass vor allem der ländliche Raum noch mehr vom digitalen Zeitalter partizipieren kann und das Stadt-Land Gefälle nicht zunimmt.“
Neue Mobilfunkgeneration als Lösungsansatz
Die neue Mobilfunkgeneration LTE eignet sich laut T-Mobile vor allem für die Nutzung im ländlichen Raum. T-Mobile führt derzeit intensive LTE Tests auf verschiedenen Frequenzen - die das BMVIT für Testzwecke zur Verfügung gestellt hat - durch. So wird in Niederösterreich derzeit LTE in Berndorf auf der Frequenz 800 MHz getestet und in St. Pölten und Wien werden Tests auf der 1800 MHz Frequenz durchgeführt.
„Es ist erfreulich zu sehen, dass die Menschen im ländlichen Raum dem Internet diesen Stellenwert einräumen. Umso wichtiger ist es, den weiteren Ausbau zu fördern. Das heißt, dass der Mobilfunk im Gegensatz zum Festnetz nicht weiter benachteiligt werden darf“, sagt Chvátal.
Möglichkeit für Ausbau einer gemeinsamen Infrastruktur
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Erschließung der letzten weißen Flecken in Österreich. Diese Flecken zu erschließen ist kostenintensiv und die derzeitigen regulatorischen Rahmenbedingungen erlauben keine gemeinsame Nutzung bzw. keinen Ausbau der Infrastruktur. Vorteilhaft wären flexible Modelle, wie sie seit Monaten für die Festnetzindustrie diskutiert werden, welche es ermöglichen, dass Infrastruktur gegebenenfalls gemeinsam in Gebieten ausgebaut wird, in denen ein Betreiber alleine mangels Kostendeckung nie ausbauen würde.


1/2012
8/2011
7/2011


Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 