Newsfeed abonnieren

Klimatisierung von Rechenzentren

Regenerative Energien senken PUE-Wert

Regenerative Energien sind nachhaltig und unbegrenzt verfügbar. Das macht sie für die Klimatisierung von Rechenzentren besonders interessant. Sie helfen, den Stromeinsatz für die Kühlung auf ein Minimum zu reduzieren und es wird möglich, bisher kaum erreichbare Effizienzgrade zu realisieren.

Edgar Strommer, IT-Leiter von Leitz, freut sich über deutlich reduzierte Energiekosten. Das Rechenzentrum des Werkzeugbauers erreicht mit einer freien Kühlung einen PUE-Wert von 1,28. (Bild: Rittal)

Während in herkömmlichen Data Centern rund die Hälfte der benötigten Energie auf die IT-Infrastruktur entfällt, meldet Rittal durch den Einsatz freier Kühlung diesen Wert auf unter 25 % drücken zu können. Mit geothermischer Kühlung kommen sogar bis zu 90 % des Stroms bei den Servern an.

Energieeffizienz ist eine wesentliche Maßnahme, um die Kosten im Rechenzentrum in den Griff zu bekommen. Gemessen wird der Effizienzgrad dabei in der Regel mit dem PUE-Wert (Power Usage Effectiveness). Er stellt den Gesamtverbrauch eines Data Center in Bezug zum Verbrauch der IT-Geräte. Ein PUE-Wert von 2 – üblich für herkömmliche Rechenzentren – bedeutet, dass für jedes Kilowatt Strom, das die Server benötigen, zwei kW in das Rechenzentrum eingespeist werden müssen. Dieses zweite Kilowatt verbraucht die IT-Infrastruktur, allen voran die Klimati­sierung. Alternativen zur strombetriebenen Kühlung bieten Technologien, die Kaltwasser mithilfe regenerativer Energien erzeugen. Mit ihnen lässt sich der PUE drastisch senken, wie zwei Beispiele mit freier Kühlung und Geothermie zeigen.

Bei der Firma Leitz erzeugt eine Freikühlanlage mit vergrößertem Wärmetauscher das Kaltwasser bis zu einer Außentemperatur von 20 Grad Celsius. Rittal stattete das Data Center außerdem mit dem kabellosen Überwachungssystem CMC-TC aus. Die Sensoren erfassen die Temperatur an den Servern und senden diese an eine Management-Software, die für die intelligente Regelung verantwortlich ist. Die Software steuert die Klimatisierung, indem sie etwa die Vorlauftemperaturen absenkt oder die Pumpleistung erhöht. Je nach Außentemperatur kann die Anlage innerhalb von zehn Minuten zwischen freier Kühlung und Chiller umschalten. Selbst in Sommernächten ist teilweise kein Chiller-Einsatz mehr nötig, was die Kosten um 70 % reduziert hat. Das Data Center erreicht mit der freien Kühlung einen PUE-Wert von 1,28.

Einen anderen Weg gingen die Ingenieure bei der Celler Brunnenbau GmbH & Co. KG. Die geothermische Anlage dort pumpt ein Wasser-Glykol-Gemisch in die Erde, aus der es mit der passenden Temperatur wieder hervorkommt. Diese kalte Flüssigkeit speist direkt den Kühlkreislauf der flüssigkeitsbasierten Kühlmodule Liquid Cooling Packages (LCP) von Rittal. Die Geräte verfügen über eigene Temperaturfühler sowie Steuerungssysteme und sind über Simple Network Managing Protocol (SNMP) mit einer Management Software vernetzt. Anhand der Daten der LCPs regelt diese die Pumpe am Bohrloch: Ist es ausreichend kühl im Rack, fährt die Pumpleistung zurück, bei steigenden Temperaturen wird dem Kühlmodul mehr Kühlflüssigkeit zugeführt. Damit konnte ein PUE-Wert von weniger als 1,1 realisiert werden. Lediglich die Pumpe und die LCPs in Celle verbrauchen noch Strom.

www.rittal.at

weitersagen: drucken
Green IT

Green IT - IKT verursacht laut Gartner zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und steht damit als Treibhaus-Sünder auf einer Stufe mit dem Flugverkehr. Rechenzentren verbrauchen bis zu 100 Mal mehr Energie als normale Büroflächen. Technologischer Fortschritt und Raumnot bringen eine immer höhere Packungsdichte bei Prozessoren und Speichern. Im Schnitt werden bereits zwei Drittel des Energieverbrauchs allein von der (sehr oft inneffizienten) Kühltechnik gefressen.

maximize
Print-Archiv
Folgen Sie uns
Termine

14. Februar

AIRO Tower, 1010 Wien

Vmware KMU-Roadshow 2012

16. Februar

All seasons Hotel, 4020 Linz

Vmware KMU-Roadshow 2012

21. Februar

Hotel Salzburg West, 5073 Salzburg-Wals

Vmware KMU-Roadshow 2012

22. Februar

Hotel Grauer Bär, 6020 Innsbruck

Vmware KMU-Roadshow 2012

28. Februar

Hotel Mercure Graz Messe, 8010 Graz

Vmware KMU-Roadshow 2012

1. März

Wirtschaftskammer Österreich

E-Day 2012

6. März - 10. März

Hannover

CeBIT 2012

Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum