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Green IT

Interview mit Detlef Herb, Kyocera Mita Detschland

Grünes Drucken

Detlef Herb, Umweltbeauftragter Kyocera Mita Deutschland, erläutert im MONITOR-Gespräch aktuelle "grüne" Trends im Druckerumfeld.

„Nachhaltige IT im Druckerumfeld darf sich nicht nur auf den Stromverbrauch beschränken.” Detlef Herb, Umweltbeauftragter Kyocera Mita Deutschland

Noch vor zwei Jahren war "Green IT" ein großes Branchenthema. Inzwischen hört man wieder weniger davon. Warum?

Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. Der erste Hype ist vorüber und viele grüne Marketingblasen sind bereits geplatzt. Die Unternehmen, die sich in den letzten vier Jahren einen grünen Anstrich gegeben haben, müssen nun ernste Nachweise zu ihren nachhaltigen Produktkonzepten erbringen. Selbst der Erfinder des Begriffs Green-IT, Simon Mingay, Research Vize Präsident von Gartner, distanziert sich mittlerweile von dem Begriff und spricht von "Nachhaltiger IT".

Dass Begriff Green IT nicht mehr so häufig fällt, bedeutet aber nicht, dass das Konzept für nachhaltige Informationstechnologie deshalb weniger wichtig wäre. Ganz im Gegenteil. Mittlerweile fragt der Kunde selbst in Ausschreibungsprozessen Nachhaltigkeitskriterien ab. Die katastrophale globale Umweltsituation fordert einen drastischen Paradigmenwechsel. Die Zukunft liegt in ökologischen und nachhaltigen Produkten. Die Verbraucher sind immer sensibler in Bezug auf die Gesamtkosten für Umwelt und Klima und fordern eine internationale Standardisierung.

Für Kyocera war Ökologie schon bei der Gründung 1959 ein wichtiges Thema?

Wir blicken auf eine lange, ehrliche Nachhaltigkeits- und Umwelthistorie als Konzern und als europäische Vertriebsorganisation zurück. Unser Firmengründer Dr. Kazuo Inamori hat einen Konzern aufgebaut, der sich mit der Entwicklung von nachhaltigen Produkten befasst. "Respect the Divine and Love People" das Firmenmotto des Kyocera Konzern spiegelt diese Nachhaltigkeitsstrategie wieder.

In Deutschland arbeiten wir seit 23 Jahren mit der Deutschen Umwelthilfe zusammen und fördern vielfältige Renaturierungsmaßnahmen an Rhein und Elbe. Vor 18 Jahren war Kyocera Vorreiter der grünen Druckerbewegung mit der Einführung der ressourcenschonenden, langlebigen Ecosys-Technologie, die die Abfallmenge um 75% reduziert.

Wie sieht es mit Green IT im Druckerumfeld aus, gibt es hier für Anwender und Hersteller noch viel zu tun?

Derzeit endet das Thema Green IT im Druckerumfeld beim Stromverbrauch. Der TECwert beschreibt den durchschnittlichen Stromverbrauch eines jeden Systems. Green IT oder nachhaltige IT im Druckerumfeld muss aber weit darüber hinaus gehen. Es muss einen internationalen Standard geben, der eine gesamtheitliche Betrachtung von der Entwicklung, Produktion, Verpackung bis hin zum Verkauf sowie Entsorgung beinhaltet. Der Carbon Footprint ist ein guter Ansatz, hier muss es jedoch eine Standardisierung geben.

Für Kyocera ist neben dem Stromverbrauch der Systeme, auch das Thema Abfall und Entsorgung und Verpackung wichtig. Die Ecosys-Technologie ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Maßgebend dafür ist eine Fotoleitertrommel mit einer Beschichtung aus amorphem Silizium. Ihre keramischen Bestandteile sind so widerstandsfähig, dass sie eine bis zu 29 Mal längere Lebensdauer als die mit schnell verschleißenden Kunststofffolien überzogenen Druckertrommeln anderer Hersteller ermöglichen. Kyocera Druckertrommeln halten in der Regel ein ganzes Druckerleben. Für den Nutzer bedeutet dies, dass bei einem Tonerwechsel nicht die gesamte Kartusche inklusive der Fotoleitertrommel ausgetauscht werden muss, sondern lediglich der Toner. Bei unserer Tonerbox muss der Anwender vier Komponenten entsorgen während es beim Wettbewerb 60 Komponenten sind. Wir haben auch schon früh auf umweltfreundliche Verpackungen Wert gelegt.

Welche grünen Impulse setzt Kyocera auf der Produktseite für 2010?

Die umweltfreundliche Ecosys Technologie ist nach wie vor einzigartig im Druckermarkt. Diese Technologie und auch der Toner für die langlebige Trommel werden kontinuierlich nach umweltfreundlichen Gesichtspunkten weiterentwickelt, zum Beispiel im Bereich des Stromverbrauchs, des Toners, sowie der verwendeten Bauteile.

Zahlreiche neue Modelle verwenden das von Kyocera entwickelte Mikropartikel-Toner-System. Hierdurch werden Toner- und Energieverbrauch um 30 bzw.15 % reduziert. Ein Farbdrucker FS-C5300DN der aktuellen Produktpalette hat einen TEC Wert (Typical Electricity Consumption) von 3.763kWh pro Woche, gegenüber einem Vorgängermodell mit einem TEC Wert von 5.020 kWh pro Woche. Die Gerätegehäuse der Systeme enthalten außerdem keine schädlichen Halogene wie Chlor, Fluor, Jod oder Brom. Hauptplatine und Verkabelung werden vollständig bleifrei verbaut.

Kyocera vergibt auch einen Umweltpreis?

Kyocera hat dieses Jahr im April zum zweiten Mal den Kyocera Umweltpreis dotiert mit 100.000 Euro an mittelständische Unternehmen verliehen. Der Preis war diesmal auch in Österreich ausgeschrieben. Hauptziel der Initiative ist es, CO2 reduzierende Projekte in mittelständischen Unternehmen anzustoßen und nachhaltig zu fördern.

Auch ein österreichisches Projekt der Stadtverwaltung Weiz ist in die sehr enge Auswahl gekommen und erhält deswegen eine Auszeichnung im Rahmen des Kyocera Umweltpreises. Als nachhaltiges Unternehmen beweisen wir auch hier Kontinuität und werden den Preis auch in 2012 wieder verleihen. Wir freuen uns auch auf viele österreichische Bewerbungen.

www.kyoceramita.at

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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