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Schnell und hell

Epson: Wege abseits des klassischen Druckermarkts

Epson positioniert sich im hart umkämpften Druckergeschäft neu. MONITOR sprach mit Hennig Ohlsson, Geschäftsführer der DACH-Region bei Epson.

Alfred Bankhamer

Hennig Ohlsson, Geschäftsführer der DACH-Region bei Epson (Bild: Epson)

„Cross-Selling“. Dies war auf der Partnerkonferenz von Epson, die am Firmenstandort in Meerbusch stattgefunden hat, das meist propagierte Wort. Damit soll der Handel auch in schlechten Zeiten mehr Umsatz, eine stärkere Kundenbindung und neue Geschäftsfelder generieren, was freilich zugleich auch dem Produzenten zu Gute kommt. Epson versucht derzeit, seine Fühler verstärkt abseits des klassischen Printer-Marktes auszustrecken. Als typisches Cross-Selling-Beispiel nennt Hennig Ohlsson, Geschäftsführer der DACH-Region bei Epson, eine größere Arztpraxis, die einen leistungsfähigen Businessdrucker benötigt. Dank der Beratung wird zur Archivierung der Patientendaten gleich noch ein Discproducer mitbestellt. Aber auch Kunden, die eigentlich nur einen Projektor benötigen, lassen sich mitunter einen neuen Drucker andienen.

Rund um die Fußball-WM waren Beamer das heiße Thema. "Projektoren machen mittlerweile rund zehn Prozent des gesamten Geschäftes aus", erklärt Hennig Ohlsson, im Monitor-Gespräch, "und dieser Bereich wächst weiterhin stark." Dabei geht es neben dem Konsumentengeschäft besonders um Firmenlösungen sowie um die neuen interaktiven Anwendungen, die aus normalen Whiteboards sogenannte "Active Whiteboards" machen. Z

ielgruppe ist hier besonders der Bildungsbereich. Das Ende der klassischen Tafel ist demnach nahe. Die neuen Ultra-Kurzdistanz-Beamer der EB-4 Serie werfen aus einer Distanz von 16 Zentimetern ein Bild mit einer Diagonale von rund 1,8 Metern an die Wand. Lästiger Schattenwurf durch Vortragende wird dadurch weitgehend verhindert. Bedient wird das Ganze mit einem digitalen Stift, der als Navigations- und Malinstrument dient. Die Bewegungen werden registriert und der Strich gleich über den Beamer projektiert. Die Oberfläche samt den Bedienelementen erinnert stark an Microsoft Paint. Herumkritzeln müssen die "Schüler" selbst nicht mehr. Die Screenshots von der Tafel können gleich gespeichert werden.

Mehr Business im Business

In Europa beansprucht Epson im Beamer-Geschäft, der Technologiekonzern gilt als weltweit größter Projektoren-Hersteller, einen Marktanteil von 21 Prozent. Bei den Großformat-Druckern sollen es 47 Prozent, bei den SIDM-Printer (Kassendrucker) gar 65 Prozent und bei den Inkjet- und Multifunktionsdruckern 21 Prozent sein. Rund 50 Prozent des Umsatzes macht der Consumer-Markt aus. Den Rest teilen sich zu gleichen Teilen Büro und Industrie.

Von Deutschland aus wird mit insgesamt 200 Mitarbeitern auch der weniger bekannte Bereich Factory Automation für die EMEAR-Region und Indien betreut. Epson ist nebstbei auch sehr aktiv im Bereich der Quarze (Seiko), Mikro Piezo (Textil- oder auch Halbleiterdruck), 3LCD und diverser Sensoren wie beispielsweise Kreiselsensoren (Gyro-Sensoren) für GPS-Systeme, die sich im neuen I-Phone und anderen Geräten finden.

Bekannt ist Epson aber für Drucker und Beamer. "Das Business-Segment und der vertikale Bereich wird wachsen, der Consumer-Bereich wird prozentual zurückgehen", prognostiziert Ohlsson. Die Wertschöpfung ist im Business-Bereich sowieso viel höher.

Renaissance der Tinte

Im Druckerbereich möchte Epson nun den Inkjet verstärkt im Business-Segment positionieren. Die Zielgruppe sind besonders kleinere Unternehmen bis hin zu Kleinstbetrieben mit ein paar Mitarbeitern. Dazu wurde gleich der schnellste Inkjet Multifunktionsdrucker der Welt (Epson Stylus Office BX645FWD....xxx Bild?) präsentiert, der 15 Seiten pro Minute bzw. 7,9 Seiten pro Minute im Duplex-Bertrieb schafft.

"Im Verbrauch kostet ein Tintenstrahldrucker ein Siebtel im Vergleich zu einem Laser", erklärt Ohlsson. Geringe Druckkosten, niedriger Stromverbrauch und hohe Zuverlässigkeit, Druckqualität und Medienflexibilität sollen besonders kleine Unternehmen ansprechen. "Wir haben hohe Erwartungen bei den neuen Small Office Produkten", so der Epson-Manager. Der Verkauf soll sich künftig stärker vom Consumer zum lukrativeren Office Bereich verlagern.

Druck-Dienste

Ein Schwerpunkt sind nun - wie bei vielen Herstellern - Managed Services. Die Druckkosten machen bei europäischen Unternehmen laut Gartner immerhin ein bis drei Prozent des Umsatzes aus, nur ein Fünftel davon sind die Anschaffungskosten. Dazu kommt noch, dass 40 bis 65 Prozent der Help-Desk -Anrufe Druckprobleme betreffen und freilich Kosten verursachen.

"Mit Epson Managed Print Services sparen sich Kunden mindestens zehn Prozent ihrer Druckkosten", verspricht Andreas Asel, Business Development Manager bei Epson. Dabei wird die Analyse der Druckerlandschaft beim Kunden gratis angeboten. Danach stellen die Epson-Partner ein Angebot und sorgen sich dann komplett um die Implementierung, das Management und die Wartung. So ab 20 Druckern und drei Jahren Laufzeit soll sich dieser Dienst auf alle Fälle lohnen. 

www.epson.at

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