Der Studie zufolge tragen IKT inzwischen erheblich zur Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt bei und schaffen neue Lösungsmöglichkeiten, um die dringendsten Aufgaben zu bewältigen.
Dazu zählen Themen wie Verkehrssteuerung, Umweltschutz oder die Optimierung der städtischen Infrastruktur. Durch moderne IKT können zudem Bürger aktiv an der Entwicklung von Lösungen mitwirken, um diese urbanen Herausforderungen zu meistern. An der Befragung nahmen nahezu 2.800 Bürger und Vertreter von Behörden sowie Unternehmen aus 15 Städten in zwölf Ländern teil.
Die Studie „IKT für Städtemanagement“ zeigt auf, dass eine gut ausgebaute Internet-Infrastruktur und Mitarbeiter der Stadtverwaltungen mit fundierten IT-Kompetenzen inzwischen unentbehrlich für die Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt sind. Rund 77 % der befragten Unternehmen gaben an, dass ein verbessertes Breitbandnetz beträchtliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt hätte. Somit ist dies der wichtigste IKT-Faktor, um privatwirtschaftliche Investoren anzuziehen.
Ein weiteres Ergebnis ist, dass sich IKT auf das Verhalten der Bürger und Unternehmen in puncto Umweltschutz auswirken können, wenn sie mehr Informationen über die Nutzung von Ressourcen wie Energie und Wasser erhalten. Weltweit gaben 74 % der Bürger und 61 % der Unternehmen an, dass sich ihre Verbrauchsmuster ändern würden, hätten sie genauere Daten über ihren eigenen Verbrauch vorliegen. Gleichzeitig ergänzten sie, dass zusätzliche finanzielle Anreize gegeben sein müssten, um ein umweltfreundliches Verhalten weiter zu fördern.
„Eines der bemerkenswertesten Ergebnisse ist die Tatsache, dass die IKT für sämtliche Städte zur Grundversorgung zählen – wie Wasser oder Strom“, sagte Klaus Heidinger, Leiter des globalen Kompetenzzentrums für City Management bei Siemens IT Solutions and Services in Singapur. „Die Studie zeigt auch auf, dass ein erhebliches Potenzial für aufstrebende Technologien wie Smart Grid vorhanden ist. Smart Grid wird Verbraucher – Bürger und Unternehmen – in die Lage versetzen, ihren Stromverbrauch zu optimieren, und somit die Energieeffizienz insgesamt verbessern.“
E-Government-Initiativen
Darüber hinaus geht aus der Studie hervor, dass Unternehmen und Bürger gleichermaßen E-Government-Initiativen als Chance für einen besseren Dialog mit ihrer Stadtverwaltung betrachten. Über 89 % der Unternehmen erwarteten sich durch IKT vor allem mehr Effizienz bei der Erbringung öffentlicher Dienstleistungen. Die Bürger waren der Meinung, dass sich E-Government-Initiativen positiv auf ihre Lebensqualität auswirken würden.
Auch wenn die Vorteile von E-Government-Initiativen offensichtlich sind, sehen alle Beteiligten unterschiedliche Hürden bei deren praktischer Umsetzung. Die Unternehmen führten an, dass die öffentliche Verwaltung mehr Dienstleistungen als Online-Services anbieten sollten. Die Mehrzahl der befragten Bürger hingegen wünschte sich eine schnellere Reaktion seitens der Behörden auf ihr Online-Feedback. Demgegenüber nannten die Behörden als eine der größten Herausforderungen bei E-Government die generelle Zurückhaltung der Bürger bei der Nutzung von Online-Services.
Motivation der Bürger zur Entwicklung städtischer Lösungen
Ein Trend, den die Studie identifiziert hat, ist die steigende Zahl von unterschiedlichen Anwendungen für mobile Endgeräte: Dafür nutzen die Bürger vermehrt Daten aus offiziellen Quellen, Videos und sonstige Informationen und entwickeln daraus neue Smartphone- und andere mobile Anwendungen. Diese helfen, das Leben in der Stadt zu erleichtern und schöner zu machen. Die Behörden sollten sich deshalb näher damit befassen, wie sie mittels IKT ihre Bürger an der Gestaltung ihrer Städte aktiv beteiligen können.
So hat beispielsweise ein iPhone-Benutzer in New York City auf Grundlage einer behördlichen Zählung von mehr als einer Million Bäume ein App entwickelt, das es anderen iPhone-Benutzern ermöglicht, Größe und Art jedes beliebigen Baumes zu erfahren, indem sie ihre iPhone auf einen Baum richten und das App starten. In der Stadt Portland im USBundesstaat Oregon haben städtische Behörden einen Wettbewerb mit dem Titel „CivicApps“ veranstaltet. Hier wurden die Einwohner aufgerufen, aus vorhandenen Informationen zu Parks, Verkehrsnetz oder Baugenehmigungen Applikationen für ihre Mitbürger zu entwickeln.
Die Studie „IKT für Städtemanagement“ wurde von der EIU von März bis April dieses Jahres durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 240 Behördenvertreter, 2.250 Bürger und 300 leitende Angestellte von Unternehmen in 15 Städten in zwölf Ländern: Abu Dhabi, Berlin, Buenos Aires, Delhi, Dubai, Istanbul, Kopenhagen, London, Madrid, München, Mumbai, New York, Shanghai, Singapur und Wien.
Die Ergebnisse der Studie sind auf folgender Website zu finden: www.siemens.com/city-of-the-future


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Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 