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Lernende Organisation 2.0

Unternehmerischer Erfolg durch Web-2.0-Technologien

Rund hundert Interessierte, IT-Manager, E-Learning-Expert/-innen, Medienpädagog/-innen und Fachleute aus Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft nahmen an der zweitägigen interdisziplinären EduMedia Fachtagung zum Thema „Die lernende Organisation 2.0: Vom Web-2.0-Solisten zur Web-2.0-Jazzband“ teil.

(V.l.n.r.) Mag. Michaela Luckmann (Bildungs- und Konferenzzentrum St. Virgil), Prof. DDr. Dion Hinchcliffe (Dachis group) und Veranstaltungskoordinatorin Mag. Veronika Hornung-Prähauser freuen sich über die zahlreichen Besucher. (Bild: Salzburg Research)

Die zum sechsten Mal von der Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research und dem Bildungs- und Konferenzzentrum St. Virgil organisierte Fachtagung, informierte über neue Trends und Entwicklungen im Bereich Web 2.0. Grundtenor dieser Tagung war, dass das Unternehmen der Zukunft – die Organisation 2.0 – sich der Integration von Web-2.0-Technologien und Social media nicht verschließen kann.

Wissensmanagement und Enterprise-2.0-Experten wie Prof. Klaus, Prof. DDr. Dion Hinchcliffe, Prof. Michael Heiss und Prof. Werner Sauter gaben internationale praxisnahe Einblicke zu den Themen Management und Führung 2.0, Kompetenzmanagement 2.0, Personal- und Changemanagement 2.0. Darüberhinaus gab es für Unternehmen auch die Möglichkeit neue Social media Business Modelle, Bildungskonzepte und Web-2.0-Tools am Enterprise-2.0-Marktplatz vorzustellen. Darunter unter anderem die Driver Instructor Education 2.0, das DailyDeal – Österreichs Couponing-Portal, der DialogOn oder die Initiative zu Enterprise 2.0 der Wirtschaftskammer Österreich.

Effektiver Einsatz von Web 2.0 in Wirtschaft und Bildung

Viele Mitarbeiter/-innen verwenden privat Social-Media-Werkzeuge und Netzwerke wie Facebook und XING. Doch wie können Unternehmen und Bildungsinstitute dieses Know-how für sich nutzen? Der amerikanische Enterprise-2.0-Spezialist Prof. DDr. Dion Hinchcliffe, Dachis Group - Social media Business Design, gab Antwort. In seinem Knowledge Camp zeigte er auf, was Enterprise 2.0 ist, in welchen Geschäftsprozessen veränderte Kommunikation wirkt und wie Unternehmen Social media optimal in tägliche Arbeitsprozesse integrieren können.

Diskutiert wurde dabei die Notwendigkeit der aktiven Beteiligung der Mitarbeiter als auch die Miteinbeziehung bestehender Kunden in Web 2.0 Prozesse. Beispielsweise können Innovationsprozesse, Designentwicklung, Marketing und Kundenbeziehungen schneller, direkter und in größerer Anzahl mit unterschiedlichen Kund/-innen und Mitarbeiter/innen erfolgen. So betreibt z.B. der Flughafen Frankfurt eines der größten Informationsportale als Wiki. Die Schokothek in Wien nutzt die eigene Facebookseite zur Entwicklung neuer Geschmacksrichtungen oder bietet spezielle Aktionen an.

Interessant war auch die Frage, welche Fehler zu vermeiden sind und woran der Erfolg von Web 2.0 und Social media gemessen werden kann. „Können wir mit sozialen Web-2.0-Technologien einen Effekt bei den harten Zahlen, zum Beispiel beim ROI des Unternehmens bewirken? Ja, es gibt bereits erste Studienergebnisse, die auf Steigerung an Innovationen, Verkaufszahlen und Profiten von Web 2.0 aktiven Organisationen hinweisen“, so Hinchcliffe. Der wichtigste Erfolgsfaktor ist jedoch die einfache Umsetzung von Web 2.0 Strategien und deren Tools. „Komplexität verhindert Beteiligung“, so Hinchcliffe. Ebenso betont der Experte die Notwendigkeit eines „community managers“ „Die Technologie alleine reicht nicht aus, es braucht jemanden der den Entwicklungsprozess hin zum Enterprise 2.0 managt und den Mitarbeiter/-innen die nötige Unterstützung bietet“, weiß der Experte Hinchcliffe.

Was bin ich wert im Web?

Das Internet und die damit verbundene Anonymität sowie die Vielzahl von Anbietern, Dienstleistern und Angeboten erhöht den Bedarf nach Informationen über Ansehen oder Ruf von Personen, Organisationen und Unternehmen. Dr. Sandra Schaffert und Mag. Diana Wieden-Bischof, Wissenschafterinnen der Abteilung für Information Society Research bei Salzburg Research, berichteten in ihrem Vortrag über Reputationssysteme im Web, wie sie beispielsweise auf den Websites energiesparen.at (Erfahrungen mit Bauunternehmen) oder tripadvisor.de (Hotelbewertungen) eingesetzt werden.

„Mit ihrer Hilfe kann zum Beispiel besser eingeschätzt werden, ob einem Ratschlag Glauben geschenkt werden kann, ob ein potentieller Arbeitnehmer passende Kompetenzen und Referenzen aufweist oder wie zuverlässig ein Online-Händler ist“, erklärt Dr. Schaffert. Reputationssysteme können auch Einblicke über Interessen, Kompetenzen und Rollen von Mitlernenden, von Mitspieler/-innen oder Community-Mitgliedern gegeben. „Reputationssysteme haben, wie Feedbacksysteme oft die Aufgabe ein gewünschtes Verhalten zu erreichen, nämlich das Kaufen und die Motivation zur weiteren Nutzung des Systems aufrechtzuerhalten“, so Mag, Wieden-Bischof über die bereits vielfach im Einsatz zu findenden Reputationssysteme.

Plane die ungeplante Kommunikation

Michael Heiss von Siemens IT Solutions and Services in Österreich zeigte in seinem Vortrag: „Interne Veränderungen und Nutzen von Web 2.0 für Innovationen“, dass im Unternehmen 2.0 interne Organisationsformen Einfluss auf die Innovationsfähigkeit haben. So sprach er unter anderem von den Organisationsformen „one man show“, in der der CEO das allwissende Genie ist, oder „Chaos“, in der jeder versucht ein genialer Innovator zu sein. Im Unternehmen 2.0 sollte jedoch ein dynamisches Zusammenspiel unterschiedlicher Organisationsformen, hin zum Netzwerk stattfinden.

„Das Unternehmen der Zukunft wird lernen müssen, unterschiedliche Organisationsformen je nach Phase des Innovationsprozess geeignet anzuwenden. Das bedingt einer Weiterentwicklung des Führungsverhaltens und bei verteilten Unternehmen den Einsatz von Enterprise 2.0 Lösungen“, so Heiss. Anhand SiemensTechnoWeb demonstrierte Heiss, wie das Unternehmen 2.0 Innovation positiv unterstützt. Dieses Tool stellte zu Beginn weltweit businessrelevante Inhalte zur Verfügung, heute gibt es von insgesamt 672 globalen Wissensnetzwerken bei Siemens 121 Netzwerke zu Themen, die für alle Sektoren von Interesse sind. Das zeigt, dass durch die Förderung der geplanten Kommunikation und Ergänzung der ungeplanten Kommunikation, Innovation entsteht und dadurch Unternehmenserfolg.

www.salzburgresearch.at

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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