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Nachrichtentechnisches Kolloquium

Energieeffiziente Kommunikationsnetze

Energieeffizienz wurde bislang als Gestaltungskriterium für Kommunikationsnetze kaum beachtet. Die Informations- und Kommunikationstechnik bietet jedoch durch optische Netzlösungen und neuartige, effiziente Netzstrukturen ein erhebliches Potential zur Energieeinsparung.

Computer-, Netzwerk-, Nachrichten- und Informationstechniker aus Europa präsentierten ihre Forschungsinitiativen zur energieeffizienten Informations- und Kommunikationstechnik beim 6. Nachrichtentechnischen Kolloquium (Bild: OVE)

Diesem brandaktuellen Thema widmete sich das jüngste Nachrichtentechnische Kolloquium an der TU Wien. Bereits zum sechsten Mal traten der Österreichische Verband für Elektrotechnik (OVE), die Technische Universität Wien und das Forschungszentrum Telekommunikation Wien (FTW) gemeinsam als Veranstalter dieser hochkarätigen Vortragsreihe auf. Computer-, Netzwerk-, Nachrichten- und Informationstechniker aus Europa präsentierten in sechs Vorträgen ihre interdisziplinären Forschungsinitiativen an Universitäten, Forschungsinstituten und der Industrie zur Entwicklung von Lösungen für energieeffiziente Informations- und Kommunikationstechnik.

Der Bedarf der Informations- und Kommunikationstechnik an elektrischer Energie hat in Industriestaaten den beträchtlichen Anteil von 10 % am Gesamtstromverbrauch, mit jährlichen Steigerungsraten von 16 % bis 20 % erreicht. Dazu kommt die Forderung nach extrem hoher Verlässlichkeit bei der Energiebereitstellung. In Mobilnetzen steigt der Energieverbrauch deutlich schneller als in der Informations- und Kommunikationstechnik insgesamt. Bereits heute zählen Mobilfunknetzbetreiber zu den Hauptabnehmern elektrischer Energie. Insbesondere unter Kosten- und Klimaschutzaspekten wird es umso wichtiger, den Energieverbrauch im gesamten Lebenszyklus der Systeme und Komponenten zu reduzieren und die Energieeffizienz zu steigern.

In Mobilnetzen bestehen große Energieeinsparungspotentiale, etwa durch Ausnutzung der nicht gleichmäßig verteilten Kommunikationslast in mobilen Netzen. So könnten intermittierende Verbindungen energetisch optimiert werden, bei spezifizierbarer Latenz und Zuverlässigkeit. Bei mobilen elektronischen Geräten und kontaktlosen Smart Cards ist energieeffiziente Software ein neuer Schlüssel zu Energieeffizienz.

Im Festnetz werden in Europa in den nächsten zehn bis 15 Jahren weiterhin Analog- und ISDN-Telefone im Einsatz sein, wenngleich der Ersatz traditioneller Vermittlungssysteme durch IP-basierte Echtzeitsysteme mit Standard-PCs voll im Gang ist. Als nächste Schritte sind dabei Performancesteigerungen um den Faktor drei durch Virtualisierung und mit Multi Core Architectures sowie eine Reduktion des Energieverbrauchs um 65 % mit neuer Hardware zu sehen.

Im Access werden Teilnehmeranschlüsse durch passive optische Systeme sehr energieeffizient implementierbar, Schlagwort: Green DSL. Für heute im Feld befindliche Systeme wird eine Reduktion des Energieverbrauchs um 25 % möglich. Durch Einsatz von Next Generation Hardware und Signalprocessing ist eine Halbierung des Energieverbrauchs zukünftiger DSL-Systeme in Aussicht.

Den Organisatoren ist es auch in diesem Jahr wieder gelungen, dank der Unterstützung durch Sponsoren die Veranstaltung kostenfrei für die insgesamt 120 Teilnehmer, die der Einladung in das Elektrotechnische Institutsgebäude der TU Wien folgten, anzubieten. Univ.-Prof. Dr. Lothar Fickert, Vorstand des Instituts für Elektrische Anlagen an der TU Graz, führte durch das Programm und moderierte die intensiv geführten Diskussionen.

Das nächste Nachrichtentechnische Kolloquium ist für das Frühjahr 2011 zum aktuellen Thema „Verkehrstelematik“ geplant.

www.ove.at

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Green IT - IKT verursacht laut Gartner zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und steht damit als Treibhaus-Sünder auf einer Stufe mit dem Flugverkehr. Rechenzentren verbrauchen bis zu 100 Mal mehr Energie als normale Büroflächen. Technologischer Fortschritt und Raumnot bringen eine immer höhere Packungsdichte bei Prozessoren und Speichern. Im Schnitt werden bereits zwei Drittel des Energieverbrauchs allein von der (sehr oft inneffizienten) Kühltechnik gefressen.

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Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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