Mehr Themen, ansprechender präsentiert, leichter zu finden, multimedial aufbereitet - der Relaunch einer Webplattform war eine Herkulesarbeit. Die redaktionelle und konzeptionelle Arbeit erbrachte der Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien. Technischer Dienstleister war vor allem die MA 14 - ADV. Zum Teil hat man aber auch auf die Unterstützung externer Dienstleister gesetzt. Michael Rederer, Leiter von wien.at online: "Den grafischen Pitch hat die Agentur sternwerk gemacht. HTML/CSS kommen von Tomas Caspers. Und in Sachen Barrierefreiheit hat die Firma web-tech beraten."
Als öffentliche Behördenwebseite hat wien.at Inhalte barrierefrei zugänglich zu machen. Die Barrierefreiheit ist ein zentrales Anliegen der Stadt. Das gesamte Angebot muss von allen Menschen genutzt werden können, unabhängig von deren technischer Ausstattung, Sicherheitseinstellungen oder persönlichen Handicaps. Dafür hat die Webseite seit vielen Jahren einen exzellenten Ruf.
Einfache Bedienung

„Der wien.at-Stadtplan zählt zu den meistbesuchten Seiten im Internetangebot der Stadt. 100.000 Abfragen täglich zeigen, wie gut dieses Service angenommen wird.” Rudi Schicker, Stadtrat für Stadt- entwicklung und Verkehr (Bild: Peter Rigaud)
Diese wurden durch regelmäßig durchgeführte Tests zu Usability (Bedienbarkeit) und Barrierefreiheit erhalten. Michael Rederer: "Die User-Tests haben wir streng nach Lehrbuch bereits ab Beginn des Projekts durchgeführt. Der Funktionsumfang der Seite ist stark gestiegen, was speziell für Screenreader-Nutzer eine gewisse Umstellungsphase zur Folge haben könnte."
Schwerpunktmäßig geprüft wurde das neue Navigationskonzept, die Funktionalität (Stichwort Stadtplan), aber auch der subjektive Gesamteindruck der Testpersonen. So hat sich zum Beispiel eine beeindruckende Mehrheit für die letztlich zum Einsatz gekommene Farbgebung im Kopfbereich entschieden.
Video/TV-Portal
Das Video/TV-Portal nimmt beim Relaunch einen wichtigen Stellenwert ein. Die moderne Player-Technologie lässt keine Wünsche offen. Einfache Bedienung, darüber hinaus auch die Möglichkeit, Videos downzuloaden bzw. laufende Bilder auch in statische Internettextseiten zu integrieren - das alles ist mit dem Flash Player möglich. Dieser gehört zum guten Ton im Video/TV-Internetbereich. Um die Inhalte auch Menschen mit Behinderungen zugänglich zu machen, gibt es Videos in Österreichischer Gebärdensprache, Transkriptionen und Beiträge mit Untertitel.Damit ist gewährleistet, dass eine möglichst breite Userschaft die Filmbeiträge abrufen kann. Neben den eigens für wien.at produzierten Beiträgen ist es natürlich auch möglich, Content von Partnern zu übernehmen.
Beispielsweise finden sich im Videoportal auch w24-Beiträge, Filme, die von Magistratsabteilungen produziert wurden, usw. In weiterer Folge sollen auch Filmdokumente aus längst vergangener Zeit, als die Bilder laufen lernten, den Weg ins wien.at-TV-Portal finden, damit diese filmischen Zeitdokumente für nachfolgende Generationen erhalten bleiben.
Aber trotz Hang zum Perfektionismus: "Beim Aufarbeiten eines jahrealten Video-Bestands stößt man hier aber mitunter an die Grenzen der Ressourcen: Filme sind zu untertiteln, eine vollständige Transkription ist erforderlich, zusätzliche Audiospuren sind ebenso gefordert. Wir haben zurzeit etwas mehr als die Hälfte der fast 700 Clips transkribiert und untertitelt", so Michael Rederer. Auch in die Technik wurde investiert: Der zum Einsatz kommende Flash Player ist eine individuelle Weiterentwicklung, der die Verknüpfung von Untertiteln und Transkripten erlaubt, und zudem vollständig mit der Tastatur zu bedienen ist.
Wie kommen die Seiten ins Netz?
Mehr als 150 Fachleute aus den jeweils zuständigen Magistratsabteilungen sind für die Inhalte von wien.at verantwortlich. Ihre Fachtexte werden von den Öffentlichkeitsarbeitern der jeweiligen Abteilung für ein breites Publikum aufbereitet und schließlich von der wien.at-Redaktion lektoriert, auf internetgerechte Aufbereitung geprüft und mit anderen themenverwandten Inhalten auf wien.at verknüpft. Informationen werden in erster Linie nach Themen und nicht nach der Organisationsstruktur des Magistrats aufbereitet.
Dieses System hat sich bewährt: Die Verständlichkeit der Inhalte wird von den Lesern in einer aktuellen Umfrage positiv bewertet.
Für die technische Infrastruktur der Plattform wien.at ist das Rechenzentrum der Wiener Stadtverwaltung (MA 14) verantwortlich. Dazu gehören beispielsweise die Wartung der Server-Landschaft und die Bereitstellung der technischen Arbeitsmittel für die Mitarbeiter von wien.at. Die Entwicklung, Einrichtung und technische Wartung der elektronischen Services auf wien.at fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich der MA 14. Dazu zählen geografische Angebote wie der elektronische Stadtplan, Online-Datenbanken oder E-Government-Anwendungen wie das elektronische Bezahlen. Dabei wird besonders auf Hersteller-Unabhängigkeit geachtet, wobei auch auf Open-Source-Lösungen gesetzt wird.





1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 