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Strategien

ÖCI-BARC-Tagung

Top-Trend BI: Wissen, wie es im Unternehmen läuft

Auch die fünfte ÖCI-BARC-Tagung mit den Schwerpunktthemen Planung und Reporting Ende April war gut besucht. Das zeigt, dass das Thema Business Intelligence (BI)-Software nach wie vor Dauerbrenner in den Unternehmen ist.

Zwölf BI-Anbieter präsentierten - jeweils nach einer Kurz-Charakteristik von BARC-Geschäftsführer Carsten Bange - ihre Lösungen dem Publikum und standen in Ausstellungsständen den Teilnehmern für Gespräche zur Verfügung. (Fotos: ÖCI).

"Der Markt für Business Intelligence (BI) ist nach wie vor in Bewegung, große Anbieter kaufen stark zu. Die großen Drei IBM, Oracle und SAP haben im Zeitraum 2007/08 im BI-Segment 15 Mrd. US-Dollar ausgegeben. Aber auch die kleinen Anbieter bewegen sich", betonte Carsten Bange, Geschäftsführer und Gründer des BARC-Instituts (Business Application Research Center) in seinem Referat.

Nicht nur die Vergangenheits- und die Zukunfts-Perspektive seien relevant, "im Moment ist die Gegenwarts-Sicht der Top-Trend, vor allem auch wichtig im operativen Reporting", stellte Bange fest. Der Markt für Business-Intelligence-Lösungen (BI) ist nach wie vor sehr breit, rund 150 Anbieter gibt es am Markt, der weiter wächst. Dabei habe der Marktführer weniger als 20 % Marktanteil, rund 40 bis 50 Anbieter bilden quasi den "Mittelbau".

Wir haben einen sehr breiten, bunten Markt", kommentierte Bange die gegenwärtige Situation. Er riet dem Publikum vor allem zu einer anforderungsorientierten Auswahl, falsch sei es zu schauen, was ein Anbieter im Angebot habe. Bange präsentierte im Anschluss BI-Trends in drei Facetten: fachlich, technisch sowie organisatorisch. Fachlich auffällig seien etwa eine Zunahme der User (Ausweitung auf mehr Fachbereiche), ein immer mehr ganzheitlicher Ansatz (eine Lösung für Planung und Reporting gemeinsam), der Wunsch nach Dashboards und Cockpits, auch auf Mobil-Smartphones - um in einem zentralen Überblick Erfolge und Ergebnisse zeigen zu können, sowie auch eine strategische Komponente: BI wird gerne für eine längerfristige Sicht genutzt.

Auch die Wirtschaftskrise hat einiges bewirkt: "Die Unternehmen haben gelernt, dass die Planung oft verändert und angepasst werden muss", so Bange. Für die BI-Lösung bedeutet das, dass die Sammlung und Validierung von Daten vermehrt automatisiert werden muss. Insgesamt geht es weiters um eine interne, strukturelle Verbesserung bei den Unternehmen durch eine prozessorientierte BI-Sichtweise sowie Datenqualitätsmanagement.

Web regiert die Zukunft

Technisch gibt es wenig Neues: Der Trend hin zu webbasierten Applikationen und Oberflächen besteht bereits länger. Das bedeutet de facto ein zentralisiertes Konzept, dezentral ist nur der Browser beim User installiert. Neu ist die Ausweitung der Clients um die mobile Komponente. Web ist mittlerweile ein Must: Alle Anbieter liefern webbasierte Clients. Das Web spielt auch beim Trend Software as a Service (SaaS) eine Rolle.

Obwohl viele Unternehmen in Mitteleuropa noch aus Sicherheitsbedenken zögern: "In Amerika ist SaaS bei BI-Lösungen auch bei mittelständischen Unternehmen schon absolut Usus", erklärte Bange. Außerdem geht es eindeutig weg vom Konzept der relationalen Datenbanken. Gefragt und immer mehr angeboten werden sogenannte In-Memory-Datenbanken, die erstens schneller sind und überdies Interaktivität erlauben. Organisatorisch ortete Bange einen "Wunsch nach dezentraler Flexibilität bei zentraler Kontrolle", in der Realität eine Gratwanderung innerhalb der Unternehmen.

Außerdem fordern die Unternehmen flexible Lösungen, die die ständigen internen Veränderungen (neue Mitarbeiter, neue Anforderungen, neue Applikationen) mitmachen bzw. im Griff haben. Als Top-Trend der Gegenwart und Zukunft mit massiven Auswirkungen nannte Bange die Internet-Technologie im allgemeinen: Anwenderschnittstellen seien visuell attraktiver geworden und ermöglichen mehr Interaktivität. Soziale Netzwerke beeinflussen auch das Business-Leben. In dem Zusammenhang meinte Bange, dass "auch die E-Mail bald der Vergangenheit angehören wird, die nach 1980 geborene Generation nutzt soziale Netzwerke". Drittens sei der schnelle, allgegenwärtige Informationszugriff durch das Internet selbstverständlich geworden.

Dominanz Microsofts

"Von Excel werden wir uns so schnell nicht wegbewegen", resümierte Mirko Waniczek von Contrast Management Consulting, der Ergebnisse einer Studie zum Thema Planung und Reporting, beauftragt vom Österreichischen Controller Institut (ÖCI), präsentierte. Mehr als die Hälfte der 100 befragten Unternehmen wollen demnach Planungswerkzeuge einführen oder optimieren. Außerdem wollen die Unternehmer ein schlagkräftigeres Reporting (51 %), den Planungszeitraum verkürzen (36 %) und die Planung dezentralisieren (29 %).

Insbesondere beim Reporting gibt es große Wünsche, vor allem die optische Verbesserung der Reports (59 %), aber auch die breitere Kommentierungsmöglichkeit (46 %). Angesichts der wirtschaftlich angespannten Lage ortete Waniczek eine "Renaissance der integrierten Planungswerkzeuge", Lösungen etwa wie Corporate Planner, Professional Planner sowie Co-Planner seien dafür die richtige Wahl. Um sich einen guten Überblick zu verschaffen war die Tagung ideal.

www.oeci-barc-tagung.at

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