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Studie

Erobern E-Reader den Massenmarkt?

Laut einer Studie der internationale Management­beratung Boston Consulting Group (BCG) will jeder zweite Verbraucher weltweit in den nächsten drei Jahren ein elektronisches Lesegerät kaufen, in Österreich rund jeder Dritte.

Sind E-Reader und Flachcomputer (Tablet PCs) auf dem besten Weg ein Massenprodukt zu werden? Rund jeder vierte Verbraucher weltweit plant, innerhalb des nächsten Jahres eines dieser flachen, kompakten Lesegeräte zu kaufen.

Die krisengeschüttelte Verlagsbranche hat damit einen neuen Hoffnungsträger. Denn optimierte Inhalte für diese Geräte könnten sich als neue Ertragsquelle im Online-Geschäft etablieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Boston Consulting Group (BCG) unter rund 13.000 Verbrauchern in 14 Ländern, darunter Österreich, Deutschland, Großbritannien, USA, Indien und China.

28 % aller Umfrageteilnehmer weltweit wollen sich einen E-Reader oder Tablet PC innerhalb des nächsten Jahres zulegen; mittelfristig – also innerhalb der kommenden drei Jahre – sind es sogar 49 %. Auch in Österreich ist das Interesse an diesen Geräten groß: 17 % der befragten Österreicher überlegen einen Kauf innerhalb der nächsten 12 Monate, 37 % innerhalb der nächsten drei Jahre. 2 % der Österreicher besitzen heute schon ein solches Gerät.

Dennoch scheint eine breite Akzeptanz von E-Readern und Flachcomputern erst dann gewährleistet, wenn die Preise erheblich sinken. Österreichische Verbraucher sind bereit bis zu 148 Euro für ein reines Lesegerät, sowie maximal 200 Euro für ein multifunktionales Gerät, wie das iPad auszugeben.

Wie die Umfrage zeigt, sind es vor allem für Multifunktions-Geräte, die die Konsumenten begeistern: 71 % der Befragten in Österreich möchten ein vielseitig einsetzbares Gerät – zum Lesen und Surfen im Netz, Mailen und Anschauen von Fotos und Videos – kaufen. Für ein Standalone-Gerät zum Lesen digitaler Bücher würden sich hingegen nur 19 % der Verbraucher entscheiden. Ein wichtiger Aspekt für den Erfolg der Geräte: Die Konsumenten wollen Content von unterschiedlichen Anbietern erwerben und nicht auf eine "Quelle" angewiesen sein.

Wie die Befragung der BCG ergab, sind die Verbraucher durchaus bereit, für digitale Nachrichten und Bücher zu bezahlen: Für ein digitales Monatsabonnement einer Tageszeitung würden die österreichischen Leser zwischen 5 und 9 Euro ausgeben – und rangieren damit im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Zwar ist ihre Zahlungsbereitschaft für digitale Nachrichten geringer als für ein vergleichbares Printabonnement, doch die digitale Version ist auch günstiger in der Produktion. Für elektronische Bücher würden die heimischen Konsumenten 5 bis 10 Euro auslegen – und liegen damit im Rahmen des von Verlagen anvisierten Preises.

Im internationalen Vergleich eher knausrig zeigen sich die befragten Österreicher bei digitalen Magazinen: Nur 1 bis 2 Euro wären sie bereit, für eine Ausgabe zu bezahlen. In den USA gäbe man dafür umgerechnet 1 bis 3 Euro aus, in Finnland sogar bis zu 5 Euro pro Ausgabe – und damit ähnlich viel, wie für ein gedrucktes Heft. 

Bei den digital konsumierten Angeboten halten sich E-Books und Online-News die Waage: Über 90 % der Befragten österreichischen Konsumenten, die in den kommenden drei Jahren ein solches Gerät kaufen wollen, möchten vorwiegend digitale Bücher lesen und über 80 % Online-Nachrichten von Zeitungen und Magazinen auf ihrem mobilen Gerät verfolgen – sie befinden sich damit im internationalen Trend.

Die Online-Umfrage wurde im März 2010 unter 12.717 Internetnutzern in 14 Ländern durchgeführt, darunter knapp 700 in Österreich.

www.bcg.at

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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