Alleine in Österreich wurden Programme im Wert von 142 Millionen Euro raubkopiert, weltweit sogar im Wert von 51,4 Mrd. US-Dollar (USD). Die Softwarehersteller werden von diesem gestiegenem Anteil an Raubkopien in Zeiten der Rezession besonders hart getroffen, denn auch der Gesamtmarkt für Software schrumpfte im Krisenjahr. Österreich ist eine der wenigen Industrienationen, die einen Anstieg zu verzeichnen hat – von 24 % im Jahr 2008 auf 25 % 2009. Der Wert dieser illegalen Programme beträgt 142 Millionen Euro – umgerechnet 212 Mio. US-Dollar (USD).
Die Piraterierate in der Europäischen Union bleibt auch 2010 bei 35 %, was Software im Wert von 8,3 Mrd. Euro entspricht. Die niedrigste Rate in der EU hat Luxemburg mit 21 %, die höchste Griechenland mit 58 %. Die IDC untersuchte die Verbreitung illegaler Software in über 100 Ländern weltweit.
„Die Studie zeigt, dass noch viel Arbeit der BSA bei der Bekämpfung der Piraterie nötig ist“, so Georg Herrnleben, Director Zentral- und Osteuropa,der BSA. „Am Ende der schlimmsten Rezession seit zwanzig Jahren müssen wir die Regierungen, Unternehmen und Endanwender verstärkt über die Risiken und Nachteile des Softwarediebstahls aufklären, vor allem auch auf die verheerenden Auswirkungen auf die örtliche Wirtschaft.“
Ost- und Mitteleuropa können den positiven Trend vergangener Jahre fortsetzen: der Anteil von Raubkopien sinkt auf 64 %. Im Gegensatz dazu steigt der Anteil in Westeuropa von 33 % auf 34 %. Russland ist weltweit das Land mit dem dritthöchsten Marktwert raubkopierter Programme (2,6 Mrd. USD), Georgien hat den höchsten Prozentsatz (95 %). Die EU-Länder Bulgarien (67 %), Rumänien (65 %), Polen (54 %), Slowenien (46 %), Ungarn (41%) und die Tschechische Republik (37 %) konnten ihre Piraterierate jeweils um einen oder zwei (Polen) Prozentpunkte senken.
Obwohl die Mehrzahl der untersuchten Länder ihre Piraterierate senken konnte, bewirkte die fortgesetzte Verlagerung des Softwaremarktes in die Schwellenländer Asiens und Südamerikas, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil unlizenzierter Software haben, einen Anstieg des globalen Durchschnitts auf 43 %. Dies schlug sich auch darin nieder, dass der Wert der raubkopierten Software in allen übrigen Regionen und weltweit zurückging, in den Regionen Lateinamerika (6,2 Mrd. DU) und Asien (16,5 Mrd. USD) aber anstieg.
Die IDC kommt zum Schluss, dass 2009 pro 100 USD, die für Software ausgegeben wurden, Software im Wert von 75 USD raubkopiert wurde. Dies betrifft aber nicht nur den Umsatz der Softwarebranche. Schon jetzt stößt jeder Euro, der für Software ausgegeben wird, einheimische Umsätze von drei bis 4 Euro im Dienstleistungs- und Vertriebssektor an. Nicht zuletzt setzt die Verwendung raubkopierter Programme den Anwender erheblichen Sicherheitsrisiken durch fehlende Updates und möglicherweise eingeschleuste Schadsoftware aus.
Die Pirateriestudie „Global PC Piracy Study“ der BSA und IDC deckt alle Software ab, die auf PCs läuft, darunter Desktops, Laptops, Ultra-Portables und Netbooks. Sie umfasst Betriebssysteme, Anwendungen und Systemprogramme wie Datenbanken oder Sicherheitsanwendungen. Legale, kostenlose und Open Source-Software werden in der Studie berücksichtigt. Nicht Teil der Untersuchung sind Programme auf Servern und Mainframes. Die IDC verwendet geschützte Daten zu Software- und Hardwareverkäufen und beschäftigt Analysten in über 60 Ländern, um die regionale Marktsituation und den Anteil unlizenzierter Software zu prüfen.
Die komplette Studie in englischer Sprache ist unter www.bsa.org/globalstudy erhältlich.


1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 