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IKT-Fachmessen & Events

Interview mit Ernst Raue, CeBIT-Vorstand bei der Deutschen Messe AG

CeBIT: "Interesse ungebrochen"

Wie sieht man bei der CeBIT, dem Flaggschiff der IKT-Messen, die aktuelle Entwicklung? MONITOR sprach darüber mit Ernst Raue, CeBIT-Vorstand bei der Deutschen Messe AG in Hannover.

„Österreich zählt nach Deutschland und den Niederlanden zu den stärksten Besucher­nationen.” Ernst Raue, CeBIT-Vorstand bei der Deutschen Messe AG

Wie viele Besucher und Aussteller haben dieses Jahr die CeBIT besucht?

An der CeBIT 2010 haben sich 4.157 Aussteller aus 68 Ländern beteiligt. Insgesamt wurden an den fünf Veranstaltungstagen 334.000 Besucher auf dem Messegelände in Hannover begrüßt. Bis zum Samstagabend der CeBIT 2009 hatten 322.000 Menschen die Veranstaltung besucht. Damit stieg die Zahl der Besucher im Fünftagesvergleich um 3,7 %.

Einige Kritiker bringen die mangelnde Mittelstandsorientierung der Messe in die Diskussion, trügt der Eindruck, dass die Konzerne die Szenerie dominieren und wird der IT-Mittelstand auf der Messe in der Öffentlichkeit unterschätzt?

Die CeBIT 2010 hat mit ihrem Angebot die Anforderungen des Marktes und des Mittelstandes sehr genau getroffen. Wir haben das bisherige Konzept für den Mittelstand weiterentwickelt. Im Studio Mittelstand 2010 konnten Interessierte die Aussteller nicht nur wie bisher direkt am Stand ansprechen, sondern auch über das Internet ihre Fragen stellen.

Rund 60.000 Nutzer verfolgten zur CeBIT 2010 die Streaming-Angebote live aus dem Studio Mittelstand. So wurden aus Besuchern Mitmacher. In einhundert Live-Sendungen rund um die Themen "IT" und "Management" speziell im Mittelstand bot sich dabei eine Vielzahl von Möglichkeiten, vor Ort und online am Wissen sowie an den Erfahrungen und Empfehlungen der Akteure zu partizipieren. Auf Aussteller- wie Besucherseite ist der Mittelstand auf der CeBIT stark vertreten und nutzt aktiv die Möglichkeiten zum Austausch und Wissenstransfer sowie zur Geschäftsanbahnung. Die CeBIT ist und bleibt mit ihrem Angebot die stärkste Mittelstandveranstaltung in Europa.

Wie fällt die Bilanz zu den avisierten Leitthemen Software-as-a-Service bzw. Cloud Computing aus oder haben andere klassische Kernthemen aus der Unternehmens-IT mehr Interesse auf sich gezogen?

Das Interesse an den auf der CeBIT gezeigten IT-Business-Lösungen war auch in diesem Jahr ungebrochen. ERP-, ECM- und CRM- Systeme wurden ebenso intensiv nachgefragt wie moderne Virtualisierungs- oder Storage-Technologien. Gleichzeitig hat sich der Siegeszug von SaaS und Cloud Computing auf der diesjährigen CeBIT fortgesetzt. Insgesamt wurden auf der CeBIT 2010 Investitionen im Volumen von mehr als zehn Milliarden Euro angeschoben. Zahlreiche IT-Projekte, die in den letzten 18 Monaten auf Eis lagen, werden von den Firmen jetzt wieder in Angriff genommen. Das stimmt uns positiv für die Zukunft.

Wenn man sich durch die Hallen bewegte, fiel auf, dass das jüngere Publikum sich stark von dem auch optisch etwas lockerer gestalteten Bereich der Webciety angezogen fühlte.

Die Webciety haben wir im vergangenen Jahr erstmals ins Leben gerufen, um der Internetwirtschaft eine neue Heimat zu geben. Das Konzept kam sehr gut an, weil es exakt auf die Bedürfnisse der Internet-Community zugeschnitten ist. Bereits zur CeBIT 2010 konnten wir ein Wachstum von mehr als 30 % verzeichnen und wir gehen davon aus, dass die Webciety weiter zulegen wird.

Wie sieht denn die Bilanz bezogen auf die einzelnen Zielländer aus, welches Land stand von Ausstellern und Besuchern her besonders im Fokus?

Die CeBIT ist weltweit die bedeutendste Plattform der IT-Industrie. Von den 4.157 Ausstellern kam jeder Zweite aus dem Ausland. Bei den Besuchern lag der Auslandsanteil bei rund 20 %. Im Vergleich zum letzten Jahr kamen deutlich mehr Besucher aus Asien nach Hannover. Auch bei den osteuropäischen Staaten konnten wir einen Besucherzuwachs verzeichnen. Österreich zählt nach Deutschland und den Niederlanden zu den stärksten Besuchernationen.

Wie wird die nächste CeBIT 2011 aussehen?

Wir werden die CeBIT für das kommende Jahr weiterentwickeln. 2011 wird es unter dem Dach der CeBIT vier anwenderorientierte Plattformen geben. Mit der "CeBIT pro" werden die professionellen Anwender von Informationstechnologie und Telekommunikation angesprochen. Die "CeBIT gov" adressiert die Anwender aus Behörden und öffentlichen Einrichtungen. Die "CeBIT lab" ist der Anlaufpunkt für internationale Forschungsinstitute und Universitäten. Die "CeBIT life" wird die neue Plattform für hightechbegeisterte Verbraucher.

Außerdem werden wir unseren Kongress-Bereich ausbauen und neue Beteilungsformen wie Corporate Events, anbieten. In diesem Jahr hatte SAP erstmals ihre Kundenveranstaltung SAP World Tour in den Hallen 19 und 20 parallel zu ihrem CeBIT-Auftritt ausgerichtet. Die Resonanz darauf war sowohl bei SAP als auch bei den Besuchern sehr positiv.

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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