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IT-Standort Österreich

VÖSI ortet Handlungsbedarf

Für den Verband Österreichischer Software Industrie hat der IT-Standort Österreich dringenden Handlungsbedarf auf zahlreichen Ebenen. Zur Umsetzung einer zukunftsweisenden IT-Standortpolitik gehören demnach die Themen IT-Ausbildung, Investitionsklima, Unternehmensgründungen und ein funktionierender Kapitalmarkt für IKT-Strukturen.

Im „Global Information Technology Report“ Ranking des World Economic Forum ist Österreich von Platz 9 im Jahr 2001/2002 auf Platz 20 im jüngsten Ranking 2009/2010 zurückgefallen. Für die VÖSI ist das kein Zufall, sondern ein Mix aus politischem Desinteresse, mangelndem Kapitalmarkt sowie zuwenig Maßnahmen in der Aus- und Weiterbildung im IT-Bereich.

In den letzten fünf Jahren hat die ABA (Austrian Business Agency) mehr als hundert IT-Unternehmen bei der Niederlassung in Österreich - die meisten davon KMU – betreut. Jedoch sieht die ABA auch Potential für die Standortstärkung weiterhin bei den Zuwanderungsbedingungen für qualifizierte Arbeitskräfte (Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen für Schlüsselarbeitskräfte) die nach Österreich kommen sowie bei der laufenden Modernisierung der Ausbildung.

Was Österreich fehlt sind aber auch zumindest ein paar „nationale Leitbetriebe“ als Innovationsverstärker, in deren Umfeld sich IT-Lösungsanbieter weiterentwickeln können, so die VÖSI in ihrer gestrigen Jahrespresekonferenz.

Außerdem sei es Faktum, dass die Risiko-Kapitalbilanz der Gesamtbranche auf ein Negativrekordniveau gesunken sei. Österreich ist Schlusslicht in der Risikofinanzierung neuer Unternehmen. Das sei in Anbetracht des überdurchschnittlichen Reichtums des Landes ein unverständlicher Umstand. Eine Belebung des Kapitalmarktes z.B. durch Bereitstellung von Venture Kapital unter besseren Bedingungen müsse möglichst rasch umgesetzt werden.

Durch den steigenden Einsatz von IT in allen Bereichen wird das IT-Wissen zum unabdingbaren privaten und unternehmerischen Erfolgsfaktor. Der Standort Österreich müsse laut VÖSI intensiv und erkennbar in die IKT-Ausbildung auf allen Ausbildungsstufen investieren. Dabei müssed die Anzahl an Absolventen mit einem IKT-Abschluss in den nächsten Jahren mindestens verdoppelt werden.

Der VÖSI wünscht sich die effiziente und rasche Umsetzung sienes 7 Punkte Forderungskataloges. Dabei kann das Vorhaben einer Standesvertretung die Rahmenbedingungen für die IT-Wirtschaft nachhaltig zu verbessern, nur behilflich sein. „Es ist einfach zu wenig, dauernd von der Wissensindustrie zu schwärmen und gleichzeitig untätig zuzuschauen, wie die österreichische Softwareindustrie zu Schnäppchenpreisen an ausländische Investoren verramscht wird, nur weil sich im eigenen Land niemand für die Folgen des Abdriftens der Entscheidungszentralen dieser wichtigen Branche interessiert“, so VÖSI-Präsident Prof. Ing. Peter Kotauczek.

www.voesi.or.at

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MONITOR-Autoren
Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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