"Mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen bedeutet weniger menschliches Leid. Daher ist es umso erfreulicher, heimische Projekte auszeichnen zu können, die einen besonderen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leisten", so Bures. Neben innovativen Lösungen zur Unfallvermeidung wurden auch intelligente Lösungen, die Gefahrenquellen ausforschen, prämiert.
Der Staatspreis der Kategorie A ging an die Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH. Prämiert wurde eine Softwarelösung zur automatisierten, videobasierten Detektion von Geisterfahrten.
Die grundlegende Idee des vorliegenden Systems ist es, die bereits vorhandene videobasierte Kamerainfrastruktur bei österreichischen Straßenbetreibern zu nutzen, um gefährliche Situationen, die durch Geisterfahrten verursacht werden, robust und frühzeitig zu erkennen. Der Prototyp erlaubt nun erstmalig Geisterfahrten im Freiland unter nicht kontrollierbaren Umweltbedingungen zu erkennen, wobei die Fehlerrate äußert gering gehalten werden kann. Der Prototyp besteht im Wesentlichen aus einem handelsüblichen PC, der die Bilder von einer Videokamera aufnimmt, und der darauf laufenden Auswertesoftware, die die Videobilder analysiert.
Die Auswertesoftware errechnet in einem ersten Schritt aus dem Kamerabild Punkte, die sich durch robuste Bildmerkmale auszeichnen und damit leicht verfolgbar sind. Die Bewegung dieser Merkmalspunkte wird von einem zum nächsten Bild errechnet und über einen längeren Zeitraum zu Trajektorien zusammengefasst. Aus der Trajektorienmenge werden in einem ersten Schritt jene aussortiert, die keine sinnvolle Bewegung repräsentieren, die verbleibenden Trajektorien werden an einer Meßlinie mit einer vorgegebenen Richtung verglichen.
Verläuft die Richtung der Trajektorien entgegen der normalen Fahrtrichtung wird ein Warnhinweis erzeugt. Die Auswertesoftware benötigt kein a-priori Wissen über das Aussehen von Fahrzeugen und erweist sich auch deshalb als sehr robust. Die Herausforderung liegt darin eine möglichst geringe Fehlerrate bei der Auswertung der geisterfahrerrelevanten Bewegungsmuster zu erzielen, und dabei robust gegen Störungen von Schneefall, Regen, Scheinwerferkegel oder Drehleuchten zu sein. Die Auswertung der Videobilder erfolgt in Echtzeit, die Verzögerung bis zur Auslösung eines Alarms beträgt in etwa eine Sekunde. Bei Detektion eines Geisterfahrers an einem bestimmten Streckenabschnitt können deshalb unmittelbar Sofortmaßnahmen ergriffen werden.
Die erreichte geringe Fehlerrate stellt den entscheidenden Vorteil der entwickelten Lösung dar, da eine hohe Anzahl von falschen Warnhinweisen mit der Zeit keine Beachtung bei den Nutzern finden und eine zu geringe Anzahl von Warnhinweisen der Intention des Systems widersprechen würde.
Der Staatspreis Kategorie B ging an Firma EBE Solutions GmbH, die ein Intelligentes System zur Identifikation und Signalisierung an Eisenbahnkreuzungen mittels Wechselverkehrszeichen entwickelt hat. Das ISIS Wechselverkehrszeichen (WVZ) stellt eine kostengünstige Alternative zur Erhöhung der Verkehrssicherheit an Eisenbahnkreuzungen dar. Es bildet das Gefahrenzeichen Bahnübergang ohne Schranken, sowie eine Entfernungsangabe ab.
Staatspreisträger 2009 Kategorie A: Konzeption bzw. Entwicklung von Prototypen / Systemlösungen
JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH ausgezeichnet für Geisterfahrer Monitoring – GeMon
Staatspreisträger 2009 Kategorie B: Am Markt einsetzte Produkte / Systemlösungen
EBE Solutions GmbH ausgezeichnet für Intelligentes System zur Identifikation und Signalisierung an Eisenbahnkreuzungen mittels Wechselverkehrszeichen (WVZ) oder Lane Lights (LL)
Sonderpreisträger 2009 für kreative Verkehrslösungen:
Universität für Angewandte Kunst Wien Industrial Design 2 ausgezeichnet für Intelligent Traffic Signs ITS
Jurypreisträger 2009:
AIRpipe Bauregger GmbH ausgezeichnet für AIRpipe Enteisungsanlage für LKW-Planendächer



1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 