„Unsere aktuelle Studie zeigt, dass erst wenige heimische Großunternehmen die Chance nutzen, mit Medienvertretern und Konsumenten schneller und direkter als bisher in Kontakt zu treten“, so Helga Eder, Leiterin Medienanalysen bei Meta Communication International. Xing, Facebook, Twitter, Myspace – die Liste der Sozialen Netzwerke und Netzgemeinschaften, die sich in den vergangenen Jahren im Internet entwickelt haben, ist lang. Schnelligkeit, Themenvielfalt und ein großes Informationsvolumen sind die Haupteigenschaften der Plattformen.
„Social Media ist eine völlig neue Form der Kommunikation, die neben „normalen“ Massenmedien zunehmend an Bedeutung gewinnt. Unternehmen, die neue Trends und Entwicklungen frühzeitig erkennen und die ein genaues Bild über ihre Reputation haben wollen, sollten sich damit auseinandersetzen“, so Eder weiter.
Untersucht wurde die Nutzung der fünf beliebtesten social Media Plattformen der Österreicher bei 20 ATX Konzernen und 16 weiteren umsatzstarken Großunternehmen in Österreich. Kaum eines der 36 Großunternehmen kommuniziert aktiv über Twitter oder YouTube, wie die Studie zeigt.
Die meisten der hier vertretenen Konzerne erzielen nur eine sehr geringe Reichweite. Einzig der Getränkehersteller Red Bull kann auf über 80.000 YouTube-Abonnenten und mehr als 35.000 Follower bei Twitter verweisen und lässt damit alle anderen Konzerne weit hinter sich. Ähnlich konsequent wird Twitter nur von Swarovski und Bwin Interactive genutzt, um auf aktuelle Events und interessante Neuigkeiten hinzuweisen. Die häufigsten YouTube-Zugriffe verzeichnen neben Red Bull Bwin und Raiffeisen. „Die neuen Medien bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Präsenz auf direktem Weg vor allem in der Wahrnehmung einer jüngeren Konsumentenschicht zu verstärken. Kaufentscheidungen werden in zunehmendem Maß durch den Einfluss neuer digitaler Medien mitbestimmt. Unternehmen, die sich diesem Trend entziehen, werden mittelfristig im Nachteil sein“, so Eder weiter.
In den populären Social Networks Facebook, StudiVZ/Mein VZ oder Xing sind bis auf wenige Ausnahmen fast alle Konzerne mit Fanseiten bzw. Gruppen vertreten. International agierende B2C Unternehmen wie Red Bull, bwin und Swarovski sind auch hier am präsentesten. Unter den österreichischen B2C Unternehmen hat die Drogeriemarkt Kette Bipa eine der größten Fangemeinden auf Facebook.
Auf Xing nutzen Unternehmen die Möglichkeit, sich professionell in Szene zu setzen, mit potenziellen Geschäftspartnern in Kontakt zu treten, Stellenangebote zu veröffentlichen oder mit Experten zu kommunizieren. Das Gros der Konzerne findet sich aber meist in fremd initiierten Gruppierungen wieder und die Möglichkeiten der direkten Kundenkommunikation und Imagepflege bleiben meist ungenutzt. B2B Unternehmen wie Magna oder nur in Österreich tätige Unternehmen wie die österreichischen Lotterien kommen entsprechend seltener vor. Einige der österreichischen Unternehmen wie Austrian Airlines, die Raiffeisen Bankengruppe oder Telekom Austria nutzen zudem eigene Blogs zur Imagepflege ihres Konzerns.
Social Media Plattformen werden zunehmend von Journalisten zu Recherchezwecken, zur Kommunikation und Information genutzt. Kaufentscheidungen werden im Web getroffen und auch der „war for talents“ findet hier statt. Dennoch nutzen die Unternehmen die Möglichkeit, mit vielen Menschen in Kontakt zu treten, in der Kommunikation Offenheit zu demonstrieren und sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, nur sehr zurückhaltend. „Eine Social Media-Strategie ist bei den meisten Unternehmen noch nicht zu erkennen, obwohl sie erhebliches Geschäftspotenzial in den Bereichen Personal, Marketing, Unternehmenskommunikation und den Beziehungen zu Investoren und Anlegern bieten“, so Eder abschließend.



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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 