Das Unternehmen, das ein eigenes Glasfasernetz in 26 Ländern auf einer Länge von rund 55.000 Kilometern betreut und acht Rechenzentren betreibt, erzielte 2009 einen Umsatzzuwachs von unternehmensweit 12%. Während Jens Leuchters die Entwicklung im Wholesales-Geschäft als "eher schwierig" bezeichnet und auf einen starken Preisdruck verweist, entwickelte sich das inzwischen auch organisatorisch verstärkte Corporate-Segment ausgezeichnet. In diesem Bereich erwirtschaftete man 2009, so Leuchters, rund zwei Drittel des Umsatzes, der sich insgesamt auf 286 Mio. Euro. belief.
"Der österreichische Markt hat sich für Interroute 2009 sehr gut entwickelt", so Leuchters. Hierzulande habe das Unternehmen derzeit sieben Mitarbeiter, bis Ende des Jahres sollen noch zwei bis drei dazukommen. Insgesamt schließt Leuchters für die weitere Marktentwicklung auch Akquisitionen nicht aus, "wenn es wirklich passt."
"Unified Connectiviy"
"Das Angebot von Interoute lässt sich gut mit dem Schlagwort Unified Connectiviy umschreiben", erläutert Leuchters. "Wir bieten die Infrastruktur und die Kommunikationsplattform ‚as a Service'." Dazu gehören Kabel und Rechenzentren ebenso wie unterschiedliche "Verbindungsanforderungen" im Daten- und Sprachbereich wie MPLS oder VoIP.
Ziel müsse es sein, die Kommunikationsbedürfnisse der Kunden auf eine möglichst einfache, transparente und sichere Weise zu erfüllen. "Über unser Next Generation Network (NGN) können Kundenstandorte technologieunabhängig zum Beispiel mit VPLS, MPLS, Ethernet, SDH oder xDSL miteinander verbunden werden", erläutert der Telekom-Fachmann. Damit könne man sehr gut auf die aktuellen Trends wie Kostenbewusstsein und Konsolidierung reagieren.
Virtuelles Hosting

„Wir bieten Infrastruktur und die Kommunikations- plattform ‚as a Service‘”. Jens Leuchters, Geschäftsführer Interoute Austria AG
Hosting ist für Interoute überhaupt ein wichtiger Zukunftsmarkt. Man setzt hier auf die Weiterentwicklung von dedizierten, kundenspezifisch gemanagten Hostinglösungen. Das Angebot reicht bis zum Hosting von komplexen E-Commerce-Applikationen wie beispielsweise die online Ticket-Plattform von Air Berlin.
"Dieses Portfolio haben wir jetzt um ein Virtual Hosting-Angebot erweitert", so Leuchters. "Es wurde speziell für Kunden konzipiert, die ein hohes Maß an Flexibilität, Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit benötigen." Deshalb biete Interoute hier keine starren Cloud-Services von der Stange an, sondern kundenspezifische, maßgeschneiderte Lösungen aufbauend auf einer Shared- oder einer Private-Cloud Infrastruktur.
Zwar bevorzuge die Mehrheit der Kunden von IT-Dienstleistern und Hosting-Anbietern derzeit noch das klassische dedizierte Hosting ihrer Infrastrukturen und Daten im Rechenzentrum, doch laut Leuchters hat in den letzten Monaten die Nachfrage nach virtuellem Hosting deutlich zugenommen.
Dazu Leuchters: "Virtuelles Hosting ermöglicht das Hosting auf einer redundanten Hardware Plattform mit geografischer Ausfallsicherheit. Interoute stellt gemanagte virtuelle Server mit garantierten Ressourcen bereit, unter Windows oder Linux, mit Integration in das eigene Netzwerk und optionalen Virtual Firewall- und Load Balancing Services."
IPv6
Wichtige Impulse erwartet sich Leuchters auch von der nahenden Umstellung auf IPv6: "Interoute hat hier bereits alle Vorbereitungen getroffen. Das Ausschöpfen möglicher neuer Adressen für IPv4 wird etwa in den nächsten 18 Monaten erwartet - und dann wird alles sehr schnell gehen müssen. Durch das Integrieren des IPv6-Leistungsumfangs in unser Netzwerk sind wir den Vorhersagen der Analysten einen deutlichen Schritt voraus."




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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 