Die neueste Fassung des ISO/IEC 11801 hat die bisher auf 90 Meter beschränkte Linklänge zwischen Verteiler und Anschlussdose auf 300 Meter angehoben. Der Standard ermöglicht es, die Anschlussdose direkt an den Gebäude- oder Campus-Verteiler anzuschließen. Diese Collapsed-Backbone-Verdrahtung senkt den Verkabelungssaufwand enorm und spart eine Menge Verteiler und Räume.
Für eine angepeilte Low-Cost 10-Gbit/s Übertragung mit einer Segmentlänge von 300 Metern musste ein neuer 50-µm-Fasertyp entwickelt werden, der für die Verwendung eines 850-nm-Lasers optimiert ist. Dieser Faser-Typ hat die Bezeichnung OM3. Er ist leicht an der Mantelfarbe des Kabels erkennbar, die üblicherweise Türkis (Aqua) ist. In der DIN EN 50173-1 2te Ausgabe, wird diese Multimodefaser definiert.
Das Besondere an OM3-Fasern: Die Grenzwerte für die Differential-Mode-Delay (DMD) sind sehr eng, damit 10-GBit/s-Anwendungen realisierbar sind. Mit dem verwendeten Gradientenprofil erreicht man einen Laufzeitausgleich der unterschiedlichen Moden, was den Effekt der Modendispersion verringert.
"Modendispersion" ist der Begriff dafür, dass sich die Moden auf unterschiedlichen Wegen durch das Kernglas bewegen und somit zeitlich versetzt am anderen Ende ankommen, also Laufzeitunterschiede aufweisen. Als DMD zugelassen sind maximal 100 ps (Picosekunden) auf 300 Meter. Dieser neue Fasertyp eignet sich für die Campus- und die Gebäude-Vernetzung. Steigleitungen und Fiber-to-the-Desk sind möglich.
Die KSI GmbH ist ein Unternehmen, das sich auf LWL (Lichtwellenleiter) spezialisiert hat. Entsprechende Materialien werden prompt, ab Lager Wien geliefert.
Kontakt-Systeme Inter Ges.m.b.H.
A-1230 Wien, Richard-Strauss-Str. 39
Tel.: +43/(0)1/61096-0
www.ksi.at




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 