Innovationen und Entwicklungen bewirkten in regelmäßigen, zeitlichen Abständen gesellschaftliche und wirtschaftliche Aufschwünge. Heute, im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts stehen wir, so die Vortragenden, an der Schwelle des nächsten großen Zyklus: der digitalen Welt.
„Wir beginnen, nicht nur in einer Wolke aus Daten zu leben, sondern mit der Wolke zu arbeiten“ erläutert Harry Gatterer, Geschäftsführer der österreichischen Niederlassung des Zukunftsinstitutes. „Cloud Computing wird sich dann durchsetzen, wenn nicht nur über Technologie gesprochen wird, sondern über den Umgang damit.“
Viele IT-Dienstleister müssen die genannte Cloud-Infrastruktur aber zunächst schaffen und den Sicherheitsaspekt dabei nicht außer Acht lassen. „Solche Dienstleister, ob sie nun externe Service Provider sind oder IT-Abteilungen von Firmen, sehen sich in den kommenden Jahren zunehmend globalem Wettbewerb ausgesetzt und müssen Wirtschaftlichkeits- und Flexibilitätsvorteile realisieren, um im globalen Markt bestehen zu können“ bestätigt Dipl.-Ing. Franz Kasparec MBA, Senior Manager Solutions Practice bei EMC.
Der Computer von heute ist eine „virtuelle Maschine“: ein logischer Konstruktionsplan, der in einer Datei abgelegt ist und im Bedarfsfall auf einer geeigneten Infrastruktur zum Leben erweckt wird. Einfach, zehnfach oder tausendfach von der gleichen Vorlage, je nach Bedarf. Ein neuer Server muss her? Cloud Computing macht es möglich: Einige Mausklicks, und schon ist er betriebsbereit.
Datensicherung auf Bändern, umständliche Lagerung außer Haus? Das gehört dank Cloud Storage der Vergangenheit an. Anbieter wie die EMC Corporation, die jahrzehntelange Erfahrung in der Konsolidierung von Rechenzentren hat, treiben mit Partnerunternehmen wie Cisco Systems und der Tochterfirma VMware die Entwicklung effizienter und sicherer Cloud-Technologie voran, so VCE-Experte Kasparec.
Ist die Cloud-Welle nun Megatrend oder Luftschloss? Die Vorteile von „Cloud Computing“ waren für die Vortragenden sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus technischer Sicht greifbar:
Wirtschaftlichkeit durch automatische Lastverteilung: Durch den Betrieb von vielen virtuellen Maschinen in einem Cloud-Knoten ergibt sich eine automatische Lastverteilung. Es ist nicht mehr so, dass von 100 Rechnern 99 leer laufen und einer überlastet ist. Die Kostenvorteile aus der effizienteren Nutzung von Ressourcen werden die Betreiber von Clouds über kurz oder lang auch an ihre Kunden weitergeben. Der geringere Energieverbrauch nützt letztendlich auch der Umwelt.
Bessere Auslastung: Für den Betrieb eines PC ist es typisch, dass sekundenlang massiv auf die Festplatte zugegriffen wird und dann wieder minutenlang kaum oder gar nicht. Während zeitlich begrenzter Lastspitzen kann eine virtuelle Maschine daher Leistung bereitstellen, die derjenigen eines normalen physischen Rechners weit überlegen ist.
Flexibel auf Kunden reagieren: Virtuelle Rechner werden per Mausklick gebaut. Ein Anbieter, sofern er entsprechende Reserven in seiner Cloud-Infrastruktur hat, kann damit blitzschnell auf den Bedarf seiner Kunden reagieren und von einigen hundert betriebsfähigen virtuellen PCs bis zu einer Anzahl vorkonfigurierter Server alle Varianten für den kurzfristigen Bedarf bereitstellen.


7/2011
6/2011
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Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 