So sehr die IT-Branche 2009 paralysiert war, so sehr legt sie jetzt ihre Erwartungen ins Jahr 2010: Es muss doch wieder aufwärts gehen, auch wenn man akzeptieren wird, dass es seine Zeit dauern wird. Und man wird auch noch einige Schocks verdauen müssen, und zwar in Gestalt der Jahresbilanzen 2009, die jetzt langsam herein tröpfeln. Gerade erst hat der schwedische Netzinfrastruktur-Riese Ericsson seine Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt, und die sahen nicht sonderlich gut aus: Minus 13 % beim Gewinn, und 6500 Arbeitsplätze werden heuer beinhart gestanzt. Auch bei anderen IT-Konzernen wird man sich durchaus noch auf ähnliche Hiobsbotschaften gefasst machen müssen.
Dennoch, es gibt einen Lichtblick: Die Preise für IT-, Unterhaltungs- und Haushaltselektronik sind im Jahresschnitt in etwa gleich geblieben, zumindest, wenn man den entsprechenden Warenkorb betrachtet, der regelmäßig von der Online-Plattform Geizhals.at berechnet wird. Zwar gab es bei diversen Geräten durchwegs drastische Preisverfälle (etwa bei Camcordern oder Blu-Ray-Playern, aber auch bei Softwareprodukten), die aber mehr produktzyklisch zu erklären sind als mit Kaufzurückhaltung der Kunden. Doch am anderen Ende wurden einzelne Produkte sogar deutlich teurer, darunter PC-Monitore und Notebooks aufgrund der starken und andauernden Nachfrage. In Summe ist der Geizhals-Warenkorb mit minus 0,8 Prozent fast stabil geblieben.
Es gibt keinen Grund daran zu zweifeln, dass 2010 eine Verschlechterung der erzielbaren Preise im Sektor bringen sollte. Die Wirtschaft beginnt sich wieder einzupendeln, und den Endkonsumenten hat es offenbar am nötigen Kleingeld für die neuesten Gadgets nie gefehlt.
Einen wichtigen Beitrag zur Preisstabilität leisten die stetigen technischen Neuerung am Elektronik- und IT-Sektor, die dazu führen, dass sich Kunden gerne und konstant für besser ausgestattete Systeme und Produkte entscheiden, um bei den verschiedenen Technologien am Ball zu bleiben. Wenn sich eine gute Technologie auch noch mit gutem Marketing paart, kann eigentlich nichts schief gehen. Will man aber ein Produkt beziehungsweise eine Technik mit aller Gewalt in den Markt drücken, wie etwa den Blu Ray-Player, dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn es schief geht. Der Preisverfall bei Blu Ray-Playern lag in Österreich im vergangenen Jahr bei minus 58 %, und er dürfte heuer weiter gehen. Man kann nicht alles der Wirtschaftskrise in die Schuhe schieben.




1/2012
8/2011
7/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 