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Strategien

Die Finanz will´s Wissen!

Wissensmanagement und IKT im österreichischen Ministerium für Finanzen (BMF)

Das österreichische E-Government hat bereits Strahlkraft bewiesen und uns den Beinamen "E-Government-Europameister" eingebracht. Neben den bekannten Anwendungen gibt es aber auch andere Edelsteine, deren Betrachtung sich lohnt. So setzt das BMF neben dem E-Government auch beim Wissensmanagement auf die zentrale Unterstützung durch IKT.

Das Bundesministerium für Finanzen: Blick von der Hinteren Zollamtsstraße auf das BMF (Bild: BMF)

Die "wissensorientierte" Finanzverwaltung hat in den letzten Jahren in diesem Bereich einige Projekte entwickelt. Drei Lösungen sollen im Rahmen dieses Artikels vorgestellt werden - LoS, Dyonipos und E-Learning - und MONITOR hat den Beginn des neuen Jahres auch genutzt, Herrn Sektionschef Dr. Gerhard Popp über Wissensmanagement und weitere aktuelle Themen zum Interview zu bitten.

LoS

"LoS" steht für Leistungsorientierte Steuerung, ein Managementinformationssystem, das die Leistungskontrolle von und die Steuerungselemente für Finanz- und Zollämter als eigenverantwortliche Leistungsbereiche zur Verfügung stellt. Das System ist als Webapplikation erstellt, methodische Grundlage ist die Balanced Scorecard. Über 180 Kennzahlen aus dem Steuerbereich und über 100 Kennzahlen aus dem Zollbereich werden derzeit ermittelt.

Mit der aktuellen dritten Ausbaustufe können knapp 400 Mitarbeiter des Ministeriums über das BMF-Portal die monatlichen Auswertungen online einsehen und diese als Managementgrundlage heranziehen. LoS unterstützt zudem das internationale Benchmarking im Bereich der Finanzverwaltungen. Bereits 2006 zählte eine von der OECD durchgeführte Studie bei den Key Performance Indicators (KPI) das österreichische BMF zu den führenden Verwaltungsorganisationen. Die einzelnen Ergebnisse konnten bis 2008 noch um einiges gesteigert werden. Im Jahr 2009 zählte LoS zu den Finalisten der Europäischen E-Government Awards.(1)

Dyonipos

Der zweite Bereich des (IKT-)Wissensmanagements im BMF setzt an der Verbesserung, besser gesagt der Effizienzsteigerung der Arbeitsleistung des/der einzelnen MitarbeiterIn an.

Dyonipos (steht für: DYnamic ONtology based Interated Process OptimiSation) stellt einen weitgehenden Ansatz der automatisierten und individualisierten Informationsverdichtung zum Nutzen der täglichen Arbeit der Finanzmitarbeiter dar. Das Projekt wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts im Impulsprogramm FIT-IT durch ein österreichisches Konsortium (HP, m2n, know center und TU Graz) für den Pilotanwender BMF entwickelt. Seit Ende des Projekts im Jahr 2008 wird das System schrittweise in der IT-Sektion zur Unterstützung der täglichen Arbeit der WissenarbeiterInnen implementiert.

Die Idee von Dyonipos liegt in der ontologiegestützten, also semantisch kontextualisierten Zusammenführung unterschiedlicher, in strukturierten und unstrukturierten Artefakten (v. a. Dokumenten) liegender Information. Derzeit sind die Systeme Novell-Fileserver, ELAK im Bund und E-Office angebunden. Bei Dyonipos wurden wichtige Zukunftsaspekte der Wissensarbeit fokussiert, betrachtet man die exponentielle Zunahme von Information in unseren Systemen und Dokumenten. Das Potenzial erkannten auch andere - das Projekt Dyonipos wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.


 

E-Learning

Der dritte durch das BMF verfolgte Ansatz betrifft die Kompetenzbildung der Person. Das Ministerium ist intensiver Nutzer von E-Learning-Systemen zur Schulung der eigenen Mitarbeiter. Das wundert einerseits nicht, die Entfernung zu den einzelnen "Filialen" Finanzämter und Zollämter ist oft groß.

E-Learning überbrückt aber nicht nur geografische Distanzen. Die elektronische und vor allem strukturierte Aufbereitung von Information zum Wissensaufbau bietet nicht ein einmaliges Erlebnis, sondern steht wiederholt zur Verfügung. Neben den internen Angeboten werden Lernsysteme auch öffentlich zur Verfügung gestellt. FinanzOnline und Findok (Finanzdokumentation), zwei Kernsysteme des E-Government im BMF, verfügen über multimediale Lern- und Informationsprogramme.

Dabei ist die Umsetzung nicht leicht, beide Anwendungen sind inhaltlich umfangreich und, vor allem bei FinanzOnline, die Zielgruppe sehr breit gefächert. Die multimediale Umsetzung erhöht die Lerneffizienz und ermöglicht, je nach Wissensstand, verschiedene Einstiegspunkte. Übrigens ist das auch ein Wink für flächendeckenden Breitbandausbau, denn Wissen ist durchaus datenschwer!

https://www.bmf.gv.at/EGovernment/LoSLeistungsorienti_10577/_start.htm

http://www.dyonipos.at/

FinanzOnline: https://finanzonline.bmf.gv.at/ (Bei Services)

Findok: https://findok.bmf.gv.at/demo/findok_start.htm

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MONITOR-Autoren
Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

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