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Netz & Telekom

Speichermarkt

Storage rückt ins Zentrum

2010 wird ein Jahr der Transformation, prognostiziert IDC. Storage wird nicht mehr länger als Peripherie, sondern vielmehr als integraler Bestandteil des Rechenzentrums der nächsten Generation wahrgenommen werden. Diese neue Sichtweise erfordert neue Technologien und Bereitstellungsmodelle.

2010 wird für Unternehmen ein herausforderndes Jahr im Bereich Storage und Datenmanagement, erwarten Analysten. Mit dem steigenden Speicherbedarf wachsen auch die Anforderungen an die Flexibilität. Zudem erwartet Gartner, dass der Bedarf und damit der Anteil an Online-Daten in den nächsten Jahren signifikant steigen werden, denn Anwender und Applikationen verlangen zunehmend nach immer und überall verfügbaren Daten.

In vielen Firmen ist derzeit auch die Kombination von Server- und Storage-Virtualisierung ein heißes Thema. VMware hat bei vShpere 4 auf diese Herausforderung reagiert und mit "vStorage" ein neues Interface für den Zugriff auf Shared Storage geschaffen.

Dynamische Systeme gefragt

„Speicherkosten werden sich in Zukunft um bis zu 50 % reduzieren.” Ewald Glöckl, NetApp (Bild: NetApp)

Unternehmen fordern zuverlässige, schnelle und dynamische Speichersysteme, mit denen sie die Entwicklung bei der Server-Virtualisierung auch im Storage nachvollziehen können. Technologische Schlagworte wie Thin-Provisioning, Deduplizierung sowie Storage oder File-System-Virtualisierung spielen dabei eine wichtige Rolle. Und Storage aus der Wolke ist auch in aller Munde. Das Problem für die Firmen: Der Speichermarkt ist unübersichtlich, da die Hersteller sehr unterschiedliche Portfolios anbieten, die man nur schwer vergleichen kann. Die Frage nach dem richtigenTechnologie- und Sourcing-Mix lässt sich da in vielen IT-Abteilungen nicht so leicht beantworten.

Gemeinsam ist den meisten Firmen das krisenbedingt eingeschränkte Budget. Laut IDC sind 2009 die Ausgaben für Storage-Hardware in Österreich um 25 % gesunken. Für 2010 wird ein weiterer Rückgang um 10 % erwartet. "Die heißesten Trends am Storage-Markt sind die, die dem Kunden beim Sparen helfen", konstatiert Alexander Flor; Leiter Technology Solutions bei EMC. Dazu zählt er vor allem die Virtualisierung und Zentralisierung der Storage-Landschaft, aber auch Technologien wie Datendeduplizierung. "Dabei werden die Daten, die oft in vielfachen Kopien vorhanden sind, auf ihre Essenz zusammengeschrumpft. Das kann eine Ersparnis von 80 % und mehr bringen." Nicht von ungefähr hat sich EMC 2009 durch die Akquisition des Deduplizierungsspezialisten Data Domain gerade in diesem Bereich verstärkt.

Ein weiterer Ansatz zum Einsparen von Speicherplatz ist Thin Provisioning. Laut Flor ist die Technologie, mit der man in hohem Ausmaß physischen Speicherplatz einsparen kann, gerade auch für KMU interessant, da sie gleichzeitig auch das Datenmanagement einfacher und effizienter macht. Wolfgang Horak, Senior Vice President SEE bei Fujitsu, sieht auch in Lösungen für Information Lifecycle Management großes Sparpotenzial: "Untersuchungen haben gezeigt, dass in Unternehmen 70 % des Datenvolumens selten benutzt werden. Ein hierarchisches Storage Management trägt viel zur Effizienz bei."

Konsolidierung hat Priorität

„70 % des Datenvolumens werden selten benutzt.” Wolfgang Horak, Fujitsu Technology Solutions (Bild: Fujitsu)

Der Trend zur Konsolidierung und Zentralisierung hilft dem Konzept von Storage Area Networks (SANs) zunehmend auch im Mittelstand zum Durchbruch. Einen zusätzlichen Antrieb in diese Richtung stellt die Technologie "Fibre-Channel over Ethernet" (FCoE) dar. Damit kann FC-Datenverkehr über das normale LAN versendet werden, was den Aufbau von Speichernetzwerken vereinfacht und verbilligt. Ewald Glöckl, Regional Manager Österreich und Osteuropa bei Netapp, sieht in der Standardisierung von Plattformen und Netzwerken langfristig das größte Einsparungspotenzial.

Gemeinsam mit Cisco und VMware hat NetApp eine Allianz geschmiedet, um konvergente Design-Architekturen für Storage-, Netzwerk- und Virtualisierungsprodukte zu entwickeln. So sollen - nicht zuletzt auch als Angebot an IT as a Service-Provider - geprüfte, mandantenfähige Komplettlösungen für das Rechenzentrum entstehen, die "die Speicherkosten um bis zu 50 % reduzieren", so Glöckl. "Die Art, wie Infrastruktur-Services bereit gestellt werden, wird sich deutlich verändern. Der Utility-Gedanke ist dabei der zentrale Trend, egal ob man das nun Cloud oder sonstwie nennt. Es geht um Standardisierung und das Nutzen von Skaleneffekten."

Der Durchbruch von XaaS-Konzepten wird auch das Storage-Outsourcing vorantreiben. Dynamische Infrastrukturen und Cloud-Computing bilden die Grundlage für neue Betriebskonzepte. Hitachi Data Systems (HDS) hat für diese Zwecke eine Palette an Tools für den einfachen und schnellen Aufbau von Cloud-Umgebungen entwickelt. Die sollen vor allem bei der Integration verschiedener Ressourcen zu einem einfach und kostengünstig zu verwaltenden Speicherpool helfen. Auch bestehende Hard- und Softwarelösungen von Drittanbietern können problemlos einbezogen werden, verspricht HDS. Dazu HDS-Geschäftsführer Horst Heftberger: "Mit der Universal Storage Plattform V und VM bieten wir einen vereinheitlichten, virtuellen Speicherpool, der über alle Schlüsseleigenschaften einer Cloud verfügt. Damit können alle IT-Services auf Abruf bereitgestellt werden."

Große Lösungen für Kleine

„Ein virtueller Speicherpool stellt alle IT-Services auf Abruf bereit.” HDS-Geschäftsführer Horst Heftberger (Bild: HDS)

Dass KMU heute oftmals die gleichen IT-Anforderungen haben wie Großunternehmen, ist mittlerweile eine Binsenweisheit. "Die Kosten/Leistungs-Schere öffnet sich gerade im KMU-Umfeld immer mehr", weiß Dieter Kittenberger, Manager der Enterprise Server und Storage Gruppe bei HP. "Auf der einen Seite müssen die zur Verfügung gestellten Dienste immer verfügbar sein und die SLA´s verkürzen sich dramatisch. Gleichzeitig stagnieren die Budgets."

Daher setzen die großen Hersteller in diesem Segment jetzt auf hoch standardisierte Komplettangebote, die Highend-Lösungen für kleinere Unternehmen erschwinglich machen sollen. So bietet zum Beispiel HP mit LeftHand P4000 eine SAN-Lösung für KMU und Fujitsu hat seine Eternus Disk Storage Linie speziell Richtung Einstiegsbereich erweitert und Features wie Replikation und Deduplizierung integriert, die die Geschwindigkeit und Effizienz von Disk-Backups stark erhöhen.

Ein spezielles KMU-Problem ortet Phion-Chef Wieland Alge beim Thema E-Mail-Archivierung. Vielen Unternehmen sei die gesetzliche Aufbewahrungsfrist von sieben Jahren gar nicht bewusst. "So läppisch das Thema erscheinen mag: In Zeiten der E-Mail-Flut geht es um verdammt große Datenmengen. Eine intelligente E-Mail-Archivierungslösung bringt nicht nur viel Kostenersparnis, sondern auch Revisionssicherheit", so Alge.

"Ausfallsicherheit ist Thema Nr. 1"

Dieter Kitten- berger, HP Österreich (Bild: HP)

Dieter Kittenberger, Manager Enterprise Server, Storage & Network Group von HP Österreich, über Markt und Trends.

 

Wie wird sich nach dem Krisenjahr 2009 der Speichermarkt 2010 entwickeln?

Die ersten Quartale 2009 waren schwierig, aber jetzt sehen wir wieder positive Zeichen am Storage-Markt. Ein wichtiger Impulsgeber sind Lösungen für den KMU-Markt. Aber auch bei großen Unternehmen werden derzeit wieder vermehrt interessante Projekte ausgeschrieben, was ebenfalls auf eine Marktbelebung schließen lässt.

Was sind derzeit die heißesten technologischen Trends am Speichermarkt?

Unter dem Namen Grid Storage kann man heute sehr kostengünstig Ausfälle von Speichern kompensieren. Dabei werden die Speichereinheiten im Datacenter verteilt als Nodes betrieben und können trotzdem als ganzes System gemanagt werden. Auch Außenstellen lassen sich damit sinnvoll einbinden.

Welche neuen Herausforderungen im Storage-Bereich ergeben sich durch zunehmend hoch virtualisierte IT-Landschaften und Cloud Computing?

Da heute in virtuellen Umgebungen Daten verarbeitet und gelagert werden, ist die Ausfallssicherheit das Thema Nummer eins. Ein Ausfall des Storage-Systems würde den sofortigen Abbruch vieler Dienste bedeuten, was mit hohen Kosten verbunden ist. Diese Anforderung gilt ganz besonders auch für Cloud-Dienste, die ja schwerpunktmäßig auf die Online-Nutzung ausgelegt sind.

 

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MONITOR-Autoren
Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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