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Veranstaltungsbericht

Geschirmte- oder ungeschirmte Datenkabel

Bei einer Veranstaltung der Wiener Innung für „Elektro-, Alarmanlagentechnik & Kommunikationselektronik“ wurden die Vor- und Nachteile geschirmter- und ungeschirmte Datenkabel präsentiert. Unter der Leitung von Innungsmeister Ing. Josef Witke wurde auf technische Belange ebenso eingegangen wie auf den aktuellen Normenstand.

Gerd Kaufmann

Ing. Roland Nowak, Technik-Experte bei Schrack beleuchtete in seinem Einführungsvortrag die europäische- und amerikanische Normenlandschaft.  Ein Highlight waren die Testergebnisse einer großen Telekommunikationsfirma: Dabei wurde festgestellt, dass die Abstrahlung der ungeschirmten Datenkabel so stark ist, dass z.B. CATV-Signale ohne weiteres über eine Wurfantenne aufgefangen werden. Eindruckvoll wurde ein Bild gezeigt in dem der Fernseher das Fernsehprogramm über diese Antenne empfing. Das gleiche Experiment funktionierte bei geschirmten Kabeln nicht mehr. 

Vortragender Karlo Simon von der Firma KSI, Sachverständiger für „Anwendungsneutrale Kommunikationskabel-Anlagen“, meinte, dass die ungeschirmte Linie bei niedrigen Frequenzen durchaus ihre Berechtigung habe, wenn der Potentialausgleich nicht gewährleistet werden kann. Als Zukunftstechnologie sieht er sie allerdings nicht.

Ab 10Gb/sek., das seit einiger Zeit „Stand der Technik“ ist, sollte auf jeden Fall geschirmtes Material genommen werden. Sollte es zu Problemen beim Potentialausgleich kommen, ist es am einfachsten, so Simon, wenn man eine Glasfaser-Strecke dazwischen schiebt. Als Verfechter der Nexans-Produkte wies er noch auf die soliden Verbindungsteile hin, die nicht durch Kabelbinder zusammengehalten werden.

Auf großes Interesse stieß ein neues Berechnungs-Werkzeug, das man sich  von der Homepage www.ksi.at  unter „Nexans Online Informationen“ herunterladen kann. Mit diesem „ToolKit“ Rechner können alle wichtigen Parameter für die Planung und Verlegung von Datenkabeln errechnet werden. Die neuesten Normen vom Jahresende 2009 werden dabei bereits berücksichtigt.  

Fazit

Es ist von Vorteil, wenn Kunden und alle Techniker die Vor- und Nachteile der Systeme kennen und bereits in der Planung genau festlegen. Viele können sich nicht vorstellen, dass die heute bereits angebotenen Bandbreiten der Verkabelungssysteme wirklich gebraucht werden. Andererseits, wer konnte sich vor 10 -20 Jahren die heute genutzten Bandbreiten vorstellen?  

Die ausführenden Firmen sind aber gut beraten, wenn sie sich dokumentarisch absichern. In der heutigen Daten-Verkabelung werden letztendlich technische Zusagen gemacht, die erst in einigen Jahren zum tragen kommen. Sollte der Kunde dann dahinter kommen, dass sein System nicht den Erwartungen entspricht, sind Probleme vorprogrammiert.

„Versteckte Mängel“ können 30 Jahre lang zu einer Haftung führen. Es ist deshalb sehr wichtig, wenn man dann nachweisen kann, dass „Der Stand der Technik“ berücksichtigt wurde. Diesbezüglich ist die neue Norm ÖVE/ÖNORM EN 50174-x vom September 2009  einzuhalten.

Gerd Kaufmann ist Geschäftsführer der Firma KSI Kontakt-Systeme Inter Gesellschaft m.b.H.

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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