Der Colt Report basiert auf einer Umfrage unter CIOs und führenden IT-Entscheidern in 13 europäischen Ländern und wurde von dem Marktforschungsunternehmen Portio Research durchgeführt. Colt sieht in großer Transparenz und einem offenen Dialog mit dem Kunden die richtigen Mittel, um Sicherheitsbedenken effektiv auszuräumen.
Nach der Sicherheit nannten die Befragten am zweithäufigsten Bedenken hinsichtlich der Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Cloud Computing-Diensten (58 % europaweit), während 47 % der europäischen Befragten mangelnde Preistransparenz als Hemmnis für die Implementierung von Cloud-Services angaben. Aus der verbreiteten Sorge, zu stark an einen Cloud Computing-Service gebunden zu sein, lässt sich eine Präferenz für möglichst flexible Preismodelle ableiten.
Trotz der genannten Bedenken ist der Haupttreiber für eine beschleunigte Verbreitung von Cloud-Diensten der Bedarf von Unternehmen, von überall aus auf Daten und IT-Systeme zugreifen zu können. Jeweils die Hälfte der Befragten nutzt oder prüft die Nutzung von Cloud-unterstützten Services für das E-Mail Hosting oder das Back-up wichtiger Daten. 40 % setzen Cloud Computing-Dienste für den Zugang zu Gehalts- und Finanzanwendungen ein oder fassen deren Einsatz ins Auge; den Zugang zu Desktop-Applikationen nannten in diesem Zusammenhang 39 %.
Obwohl Cloud Computing noch in den Kinderschuhen steckt, sind dessen Vorteile bereits weithin bekannt. 48 % der befragten CIOs glauben, der Hauptnutzen Cloud-basierter Dienste sei die Kostensenkung. 21 % sehen den Hauptzweck darin, dass Unternehmen auf den Besitz eigener Rechenzentren verzichten können. 19 % verstehen Cloud Services als Dienstleistung, die Unternehmen zu einer verbesserten Aufstellung verhilft, mit der sie ihre Geschäftsziele besser erreichen können.
Die derzeit bedeutendsten allgemeinen Herausforderungen, mit denen sich die Befragten beschäftigen, sind Kostenreduzierung (80 %) und Flexibilität (72 %). Als weitere wichtige Aspekte wurden Risikominimierung (62 %) und Innovation (57 %) genannt.
Österreich: Mehrheit der CIOs plant Cloud Services in IT Ausgaben 2010 ein
Die heimischen CIOs und IT Verantwortlichen sehen die Bedeutung der Kostenreduzierung mit sogar 88 % als zentrale Branchen-Herausforderung. Flexibilität und die Risikominimierung folgen mit jeweils 81 %, damit wird diesen Faktoren von den österreichischen IT-Entscheidern eine höhere Bedeutung als im europäischen Durchschnitt zugesprochen.
Die wesentlichen Einflussfaktoren für die Einführung von Cloud Computing Services stellen für 80 % der Befragten in Österreich die Sicherheitsbestimmungen für die Kontrolle von Kundendaten und Qualitätssicherheit dar. 50 % der österreichischen CIOs und IT Verantwortlichen sind der Meinung, dass sie 2010 bis zu einem Fünftel ihrer IT Ausgaben für Cloud Services aufwenden werden, 44 % glauben, dass die künftigen Aufwendungen für Cloud Services sogar zwischen 21 % und 40 % liegen werden.
Als Schritt in die richtige Richtung begrüßt Colt die aktuelle Publikation der European Network and Information Security Agency (ENISA) mit dem Titel „Cloud Computing: Benefits, risks and recommendations for information security“. Darin finden sich detaillierte Praxistipps und Empfehlungen zu der Frage, wie mit den Vorteilen und Risiken von Cloud Computing im Hinblick auf Informationssicherheit umzugehen ist.


1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 